The Curious Tale of the Stolen Pets Test: Zauberhaftes VR-Spiel

The Curious Tale of the Stolen Pets Test: Zauberhaftes VR-Spiel
Update: 31.05.2020

In ein Kinderbuch oder Zeichentrickfilm eintauchen und Teil dieser Welt werden: The Curious Tale of the Stolen Pets für Oculus-Brillen und SteamVR macht das möglich und verzaubert damit nicht nur Kinder. Mittlerweile könnt ihr auf der Oculus Quest sogar mit euren Händen spielen.

Das Spiel des VR-Studios Fast Travel Games (Apex Construct, Budget Cuts 2: Mission Insolvency) gehört einem VR-Spielgenre an, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut und zahlreiche Perlen hervorgebracht hat (siehe Listen unten): Man könnte das Genre VR-Diorama nennen, VR-Weltentdeckung oder als Virtual-Reality-Version des Wimmelbild-Genres bezeichnen.

Hier erkundet man visuell und meist mit den Controllern Miniaturwelten, ihre Einwohner und Objekte. Die räumliche Unmittelbarkeit und starke Tiefenwirkung in der VR-Brille (Vergleich), die feinen Details und taktile Qualität machen den Charme dieser Spiele aus und zahlen auf die Immersion ein.

Letztes Update: 31.05.2020

Eine Reise zurück in die Kindheit

In dem VR-Kleinod „The Curious Tale of the Stolen Pets“ erkundet man nach diesem Rezept farbenfrohe und liebevoll gestaltete schwebende Inseln. Das Ziel: Münzen sowie versteckte oder verschollen geglaubte Tierchen finden.

Man kann im Stehen um die Welten herumgehen oder sie mit den Händen greifen und drehen, sofern man beim Spielen lieber sitzt. Optisch und thematisch besitzt jede Welt einen eigenen Charakter: Es gibt eine weihnachtliche Winterlandschaft, eine prähistorische Welt, ein Korallenriff und mehr.

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Durch die Winterwelt fährt eine Modelleisenbahn. | BILD: Fast Travel Games

Stilistisch versprühen die Welten den Charme alter Zeichentrick- und Stop-Motion-Filme und stecken voller Details, bei denen es eine wahre Freude ist, sie nach und nach zu entdecken. Die Welten und ihre knuffigen Bewohner sind hübsch animiert und bieten zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten: Mit den ControllerHänden greift, drückt und dreht man die virtuellen Wesen und Objekte.

Die Rätsel sind einfach genug, dass sie auch Kinder lösen können, erfordern jedoch genaue Beobachtung und Experimentierfreude. Zeitdruck gibt es nicht, sodass man sich beim Spielen entspannen kann.

The Curious Tale of the Stolen Pets mit Quest-Handtracking

Oculus Quest-Handtracking (Infos) ist seit Ende Mai 2020 aus der experimentellen Phase raus und kann nun in offiziellen Quest-Store-Apps als Feature verkauft werden. The Curious Tale ist eines der ersten offiziellen VR-Spiele (alle Releases), die optional anstelle des Controllers auch die eigenen Hände als Eingabegerät akzeptieren.

Der erste Eindruck ist gut: Ich kann Buttons drücken, Türen aufschieben, eine Schaukel anschieben und Büsche oder das Laubwerk von Bäumen mit Finger oder Hand durchschütteln. Das fühlt sich so natürlich an, wie man es sich nur vorstellen kann – nur das haptische Feedback fehlt hier noch, um es perfekt zu machen. Zumindest, wenn das Tracking an sich mitspielt.

Denn der große Pferdefuß ist einfach die noch mangelhafte Handtracking-Technologie der Quest. Die Kameras sind nicht schnell genug, die Latenzen sind deutlich höher als bei den Touch Controllern. Hinzu kommt der begrenzte Tracking-Bereich: Nur in einem eingeschränkten Bereich funktioniert es gut, sobald die Hände zu weit weg sind, werden sie einfach ausgeblendet.

Im Spiel muss ich explizite Handgesten machen, um etwa eine Kanne mit Zeigefinger und Daumen zu greifen oder wenn ich versuche, die Miniaturwelt zu greifen, um sie zu drehen. Letzteres ist ziemlich frustrierend und funktioniert nur in einem von fünf Versuchen. Befinden sich die Hände zu dicht aneinander, werden sie ebenfalls ausgeblendet, was die natürliche Nutzung weiter einschränkt.

Trotz der technischen Limitierungen kann ich aber sehen, dass es sich beim Handtracking um die Zukunft der VR-Eingabe handelt: Wenn die Technik mitspielt, dann ist die Suche nach Münzen oder die Manipulation der Spielwelt durch die Natürlichkeit der Handbewegungen ein enormer Mehrwert. Mit der derzeitigen Hard- und Software der Quest bleibt es aber nur eine Spielerei und ich wechsle lieber schnell wieder zu den Touch Controllern zurück.

The Curious Tale of the Stolen Pets – Test-Fazit: Ein VR-Spiel, das glücklich macht

Trotz seines kindlichen Charmes dürfte The Curious Tale of the Stolen Pets auch Erwachsene verzaubern. An die richtet sich die Geschichte, in das Spiel eingebettet ist: Ein Großvater nimmt seinen erwachsenen Enkelsohn mit auf eine imaginäre Reise in die Kindheit.

Die Miniaturwelten stehen dabei metaphorisch für Kindheitserlebnisse, in denen die schwierige Beziehung zur Schwester beleuchtet wird.

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Sogar eine Unterwasserwelt gibt es. | BILD: Fast Travel Games

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass The Curious Tale of the Stolen Pets etwas kurz geraten ist. Nach zwei, spätestens drei Stunden hat man alle Gegenstände gesammelt und alle Geheimnisse gelüftet – dafür aber eine wunderbare Zeit in der Virtual Reality (Info-Guide) verbracht.

Kürzlich schrieb ich einen Artikel über Spiele und Erfahrungen für Virtual Reality, die glücklich machen. The Curious Tale of the Stolen Pets fällt ganz sicher in diese Kategorie.

The Curious Tale ist etwas für euch, wenn …

  • ihr auf VR-Dioramen steht,
  • zuckersüße Knuddeloptik mögt,
  • und ihr euer inneres Kind noch nicht aufgegeben habt – oder den Nachwuchs begeistern wollt.

The Curious Tale ist nichts für euch, wenn …

  • ihr anspruchsvolle Rätsel erwartet,
  • auf eine lange Spieldauer Wert legt oder
  • eine komplexe und actionlastige Spielmechanik erwartet.

The Curious Tale könnt ihr hier kaufen

Unterstützte Geräte Plattform Crossbuy Viveport Infinity Preis
Oculus Quest, Oculus Rift (S) Quest Store / Rift Store Ja 14,99 Euro
Valve Index, HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Windows MR Steam 14,99 Euro
Valve Index, HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Windows MR Viveport Ja 14,99 Euro
Playstation VR PlayStation Store 14,99 Euro

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