PC-VR tot? Dieser erfolgreiche VR-Entwickler widerspricht

PC-VR tot? Dieser erfolgreiche VR-Entwickler widerspricht

Ist PC-VR tot? Nicht für Bevan McKechnie. Der Solo-Entwickler pflegt seit Jahren ein VR-Spiel, das es nur für die PC-VR-Plattform gibt. Und kommt damit gut über die Runden.

Die Rede ist vom Roguelike-Egoshooter Compound, der Tempo und Grafikstil von 3D-Klassikern wie Doom und Duke Nukem in die Virtual Reality bringt. Ich probierte Compound erstmals 2017 aus und war hingerissen.

Vor ziemlich genau einem Jahr sprach ich mit McKechnie, der das VR-Spiel im Alleingang entwickelt. Ich wollte in Erfahrung bringen, ob der Entwickler mit einer Oculus Quest-Version plant, da die autarke VR-Brille die ideale Plattform für das Spiel wäre.

McKechnie bestätigte mir, dass er Compound auf Oculus Quest portieren möchte, sobald die PC-VR-Version final ist. Als zeitlichen Rahmen für eine Veröffentlichung der Quest-Portierung nannte er Ende 2020.

Keine Eile mit der Quest-Portierung

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und die Arbeit an der Quest-Version hat noch nicht einmal begonnen. McKechnie hat es nicht eilig. Im Gegenteil.

„Da mir weder ein Publisher noch Investoren im Nacken sitze, arbeite ich nicht nach einem Zeitplan. Ich veröffentliche nur, wenn ich mit meiner Arbeit zufrieden bin“, sagt mir McKechnie, nachdem ich ihn kürzlich erneut kontaktierte.

Am 13. August erscheint ein großes Balancing-Update für Compound. Nach diesem will McKechnie ein weiteres Update in Angriff nehmen. Erst danach beginnt die Arbeit an Version 1.0 des Spiels. Dennoch glaubt McKechnie, dass er sich schon bald der Quest-Portierung widmen wird. Von Facebook hat er bereits grünes Licht erhalten.

Von dem durch Oculus Quest ausgelösten Goldrausch hat sich der Vollzeit-Entwickler noch nicht anstecken lassen. „Mein Verdienst reicht aus, um meine Familie und mich auskömmlich zu versorgen“, sagt McKechnie.

„PC-VR bleibt eine Größe“

Vor zwei Wochen löste ein VR-Entwickler mit der Behauptung, PC-VR sei tot, eine breite Diskussion in der Industrie aus. Tatsächlich werden derzeit kaum mehr PC-VR-exklusive Titel entwickelt und laut SteamVR-Statistik für Juli geht es nur sehr langsam voran mit dem PC-VR-Markt.

„Ich denke, dass PC-VR-Entwicklung für Solo-Entwickler funktionieren kann“, sagt McKechnie. „Aber ich verstehe auch, dass Studios der Plattform fernbleiben. Man kann einfach nicht genug Geld verdienen, um ein Team zu bezahlen.“ Auch seine Einnahmen reichen nicht, um zusätzliche Entwickler anzuheuern.

PC-VR deshalb für tot zu erklären, hält McKechnie dennoch für falsch. „Es ist die Plattform der Enthusiasten und ich glaube nicht, dass diese so schnell verschwinden wird. Ich bin alt genug, um mich an die Zeit zu erinnern, als PC-Gaming noch eine Nische war“, sagt der Entwickler.

McKechnie glaubt, dass sich die Situation für PC-VR in den kommenden Jahren verbessern könnte, etwa durch OpenXR und Techniken, die die Multiplattform-Entwicklung erleichtern. Der Aufwand, ein Spiel für mehrere, teils sehr unterschiedliche VR-Plattformen zu entwickeln, ist in der Tat immens, wie etwa das Beispiel der „After the Fall“-Macher zeigt.

„Ich hoffe auf eine Zukunft, in der die überwiegende Mehrheit der VR-Spiele auf allen Plattformen verfügbar sind, so wie es heute die meisten Bildschirmspiele sind.“

Compound: Die Mühe hat sich gelohnt

Plattform-Tod hin oder her: Dass McKechnie von der PC-VR-Entwicklung leben kann, ist eher Ausnahme als Regel und kommt nicht von ungefähr. Seit Compounds Early-Access-Start hat der Entwickler Dutzende Updates veröffentlicht und sich über die Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut. Mit dem Launch der Quest-Version dürfte diese bedeutend wachsen – und mit ihr das Spiel.

Auf seine Karriere in der VR-Industrie schaut der Entwickler zufrieden zurück. „Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir vorstellen können, dass Compound so umfangreich werden würde, wie es heute ist. Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht und auf diesem Weg gelernt habe.“

Wann genau Compound für Oculus Quest (2) (Test) erscheinen könnte, will McKechnie nicht sagen. Vor einem Jahr hieß es, dass er für die Portierung nur minimale Anpassungen am Spiel vornehmen müsse.

In der Zwischenzeit kann man Compound auf Steam kaufen und via PC-VR-Streaming (Guide) mit Oculus Quest spielen. Dort gibt es auch eine kostenlose Demo zum Download.

Titelbild: Facebook / MIXED

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