Für HTC sollte Rikard Steiber Viveport zu einer führenden VR-Vertriebsplattform machen. Zum Jahresende wird er freigestellt.

Zum Jahresende ist HTC-Manager Rikard Steiber nicht mehr Leiter der VR-Vertriebsplattform “Viveport”. In den letzten rund vier Jahren bauten Steiber und sein Team Viveport auf und führten das Netflix-ähnliche Abomodell “Viveport Infinity” ein.

Steiber ist vorerst freigestellt, sein Arbeitsvertrag läuft noch bis Anfang 2020. In Steibers Abschiedsstatement heißt es, dass seine Freistellung das Resultat eines Gesprächs zwischen ihm und dem neuen HTC-Chef Yves Maitre sei.

HTC will vom potenziellen VR-Wachstum profitieren - als Software-Verkäufer.

Im Viveport-Abo “Infinity” können Spieler für einen monatlichen Beitrag ab neun Euro zwischen hunderten VR-Apps auswählen und diese unbegrenzt nutzen. Bild: HTC

In diesem Gespräch habe man sich verständigt, dass HTC nun auf dem Weg “in ein neues Kapitel” sei, und es daher ein guter Zeitpunkt für Steibers Abgang sei. Kurios ist, dass Steiber seinen Abschied per E-Mail an einen freien Forbes-Redakteur gesendet hat, anstatt ein offizielles Statement von HTC abzuwarten.

Insgesamt klingt das nicht nach einem freiwilligen Abgang Steibers. Er könnte die erste Personalentscheidung sein, auf die weitere Umbauarbeiten folgen: Bei seinem Einstand bei HTC beklagte Maitre, dass HTC zu früh in VR-Technologie investiert habe, anstatt auf Smartphone-Innovationen zu setzen wie die Konkurrenz von Apple, Samsung oder Huawei.

HTC: Zurück zum Smartphone?

Maitre gab deutlich zu verstehen, dass er VR noch für zu neu hält, um im großen Stil erfolgreich zu sein. Einen Umkipppunkt hin zum XR-Geschäft erwarte er frühstens in fünf Jahren mit einer weiteren Verbreitung von 5G. VR wachse “eindeutig nicht so schnell”, wie es HTC erwartet habe.

Tester und Käufer von HTC Vive Cosmos üben Kritik am Tracking und der Batterielaufzeit der Controller. Nun bezieht HTC offiziell Stellung.

HTCs neue VR-Brille Vive Cosmos ist frisch auf dem Markt, hat es aber derzeit schwer gegen die technisch entweder hochwertigere oder günstigere Konkurrenz. Bild: HTC

Stattdessen hofft Maitre, dass HTC am Smartphone-Markt die Lücke füllen kann, die Huawei nach Googles Android-Bann hinterlassen hat: “Die Leute sind enttäuscht, dass sie sich kein neues Huawei-Smartphone mehr kaufen können. HTC wird in den nächsten Monaten herausfinden, wie wir den Kundenwunsch nach einer erstklassigen Hardware und Kamera erfüllen können”, sagte Maitre im Oktober.

HTCs neue VR-Brille Vive Cosmos startete Anfang Oktober, sie kam bei Kritikern und VR-Begeisterten aber nicht gut an. Insbesondere technische Probleme und der im Vergleich zur Konkurrenz hohe Preis erschwerten den Marktstart. HTC möchte mit Software-Updates und Hardware-Upgrades nachbessern.

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