Metas erste Highend-AR-Brille soll 2024 kommen

Metas erste Highend-AR-Brille soll 2024 kommen

Derzeit dreht sich bei Meta vieles um VR und virtuelle Welten. Beides wird bleiben, aber das größere Geschäftsmodell steckt in der digitalen Erweiterung unserer Realität: Augmented Reality.

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Doch die Hardware für fortschrittliche AR-Geräte existiert noch nicht. Bei Facebooks Meta-Rebranding im vergangenen Herbst zeigte der Konzern viele AR-basierte Tech-Demos, die mit aktueller Technologie nicht oder nicht in ausreichender Qualität umsetzbar sind.

Zuckerberg bezeichnet eine schlanke AR-Brille daher auch als „heiligen Gral“, der „unsere Beziehung zu Technologie“ verändern soll – sobald sie gebaut werden kann.

Project Nazare: Metas erste Highend-AR-Brille soll 2024 kommen

Alex Heath von The Verge hat von Meta-nahen Quellen die Roadmap für Metas AR-Brillen zugespielt bekommen: 2024 soll die erste Generation erscheinen, eine leichtere, fortschrittlichere Version sei für 2026 geplant, die dritte Variante kommt dann erneut zwei Jahre später. Die Chips für die Highend-Brillen nach 2025 will Meta eigenständig in Halbleiterfabriken in Asien produzieren.

Laut eines ehemaligen Meta-Angestellten ist Zuckerbergs Ego stark involviert: Die AR-Brille soll sein iPhone-Moment werden, Meta in einem neuen Licht erscheinen lassen und seinen Konzern aus der Abhängigkeit von Apple und Google führen. Intern soll Zuckerberg zunehmend mehr Ressourcen auf das AR-Brillenprojekt Project Nazare ansetzen.

Nazare: Mainstream und Wirtschaftlichkeit noch weit entfernt – aber dafür viele High-End-Features

Meta enthüllte Project Nazare, so der Codename des Geräts, bereits im letzten Herbst. Heath ergänzt nun, dass Nazare kabellos mit einem „telefonähnlichen Gerät“ verbunden werden muss, das Daten mit der Brille austauscht. Die Verbindung mit einem Smartphone ist nicht vorgesehen, was dazu passen würde, dass sich Zuckerberg von Android- und iOS-Hardware lösen will.

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Das hervorstechende Merkmal der Brille sollen Hologramm-Telefonate mit anderen Menschen sein, die aktuelle Videotelefonate übertreffen. Trotz des Mainstream-Potenzials dieser Funktion soll Meta nur mit wenigen zehntausend verkauften Geräten rechnen. Nazare richte sich in erster Linie an Studios und Early Adopter.

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Das hat auch mit dem Preis zu tun: Nazare soll deutlich teurer werden als die aktuelle VR-Brille Quest 2. Allein die Materialkosten sollen derzeit bei mehreren Tausend US-Dollar liegen. Ein Preis stehe noch nicht fest.

Insbesondere die aufwendige Display-Technologie ist ein Preistreiber: MicroLED-Projektoren sollen speziell angefertigte Wellenleiter antreiben. Zudem steckten in Nazare Eye-Tracking, eine nach vorne gerichtete Kamera und ein Stereo-Audiosystem. Nazare soll primär für die Nutzung in Gebäuden ausgelegt sein.

Nazare soll ein vollständiges AR-Erlebnis bieten

Laut Heaths Quellen wurde Nazare bereits mehrfach verschoben, da Zuckerberg darauf besteht, dass die Brille ein „vollständiges AR-Erlebnis“ mit 3D-Grafiken und einem weiten Sichtfeld bei sozialverträglichem Design bietet. Die angestrebte Sichtfeldweite von circa 70 Grad würde aber wahrscheinlich verfehlt.

Das Design des aktuellen Prototyps sei vergleichbar mit einer normalen Brille mit dicken Bügeln (Heath benutzt Clark Kents Brille aus „Superman“ als Vergleich). Das Gewicht soll bei 100 Gramm liegen, die Akkulaufzeit bei vier Stunden.

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Project Aria: Facebooks erste AR-Brille erscheint 2021

Mit Project Aria erforscht Facebook wichtige Grundlagen für die AR-Brillenzukunft. Der Prototyp hat noch keinen Bildschirm verbaut, aber einen Formfaktor wie diesen könnte Meta für Nazare anstreben. | Bild: Facebook

Heath bestätigt vorherige Berichte, dass Meta die Entwicklung eines eigenen XR OS bereits Ende letzten Jahres zunächst aufgegeben hat. Um Zeit zu sparen, setzt Meta stattdessen auf eine Android-basierte Software für Nazare. Der Release der Highend-Tech-Brille 2024 sei nicht gesichert und könne sich erneut verschieben.

Heaths Quelle zu Nazare vermutet trotz der massiven Ressourcen, die Zuckerberg dem Projekt zuweist, eine lange Entwicklungsdauer: Es werde Dekaden dauern, bis AR-Brillen für den Mainstream interessant würden. „Man muss wirklich ein Missionar sein, um das durchzuziehen“, so die Quelle.

Hypernova: Günstige Begleit-Brille für den Massenmarkt geplant – aber die Killer-App könnte ein Armband werden

Ergänzend zu Nazare soll eine günstigere smarte Brille mit dem Codenamen „Hypernova“ erscheinen. Diese Brille muss mit einem Smartphone verbunden werden und fungiert als tragbares Display für die Nase. Sie kann etwa Nachrichten des Smartphones im Sichtfeld einblenden. Heath vergleicht das Gerät mit der North-Datenbrille Focals, die von Google gekauft und eingestampft wurde.

Mit Nazare, Hypernova und weiteren Versionen der Ray-Ban-Kamerabrille soll Meta mit mehreren zehn Millionen verkauften Tech-Brillen bis 2030 planen. Dieses Ziel soll Metas AR-Manager Alex Himel intern kommuniziert haben. Himel berichtet direkt an Metas neuen CTO Andrew Bosworth und ist seit mehr als 13 Jahren bei Facebook / Meta angestellt. Von der ersten Ray-Ban-Brille soll Meta rund 120.000 Einheiten verkauft haben – das Ziel waren 300.000.

Nazare und Hypernova sollen mit Metas neuralem Armband ausgeliefert werden, das Hirnsignale abfängt und in Computerbefehle umsetzt. So könnte man etwa auf einem Tisch ohne Tastatur tippen, solange man Fingerbewegungen passend zu einer realen Tastatur macht. Meta zeigte entsprechende Demos erstmals im letzten Frühjahr.

Die Technologie im Armband stammt vom Start-up CTRL Labs, das Meta 2019 für bis zu eine Milliarde US-Dollar aufkaufte. Laut Heaths Quellen soll das Armband eindrucksvoll sein und das Potenzial haben, Maus und Tastatur zu ersetzen, wenn die Technologie skaliert. „Wenn CTLR-Labs funktioniert, ist all das andere unwichtig“, so ein ehemaliger leitender Meta-Mitarbeiter gegenüber Heath.

Meta AR startet mit Cambria

Auch wenn die erste Highend-AR-Brille noch weit entfernt ist, dürfte Augmented Reality für Meta bereits mit Project Cambria in den nächsten Monaten deutlich an Bedeutung gewinnen. Cambria wird wie Quest 2 einen AR-Modus bieten, aber in deutlich höherer Qualität.

Entwicklungsstudios können mit Cambria in die AR-Entwicklung starten und Prototypen oder sogar nützliche Apps entwickeln, die dann mit Geräten wie Nazare oder Hypernova, die einen kompakteren Formfaktor bieten, größeres Verkaufspotenzial entfalten können.

Quellen: The Verge