Facebook AR-Brille: Neue Details zu Project Aria

Facebook AR-Brille: Neue Details zu Project Aria

Mit der prototypischen AR-Brille „Project Aria“ erforscht Facebook die Grundlagen für Highend-AR. Jetzt ist die Bedienungsanleitung des Prototyps aufgetaucht und verrät neue Details zur Hardware.

Vor rund einem Jahr kündigte Facebook Project Aria an: Eine mit Sensoren und Kameras vollgestopfte Tech-Brille, die Umgebungsdaten sammelt. Anhand der Daten will Facebook die Funktionen verschiedener AR-Software testen und herausfinden, welche Daten hilfreich sind, welche noch fehlen und welche womöglich gar nicht erst protokolliert werden müssen.

Ein Display hat Aria noch nicht integriert, es geht Facebook im ersten Schritt nur um das Datensammeln. Deshalb ist der Formfaktor der Prototyp-Brille recht kompakt, trotz der großen Menge an Technologie, die schon jetzt im Gerät steckt.

Derzeit wird der Prototyp drinnen und draußen von Facebook-Mitarbeitenden und Vertragspartnern getestet. Sie sollen auch über soziale Reaktionen auf die Sensorbrille sprechen. Denn wenn schon die technische Machbarkeit eine große Hürde darstellt für Facebooks AR-Brille, dann sind die Themenkomplexe Privatsphäre und soziale Akzeptanz eine hohe Mauer mit Stacheldraht davor.

Neue Details zur Project Aria

Bei der Veröffentlichung regulatorischer Dokumente ist auch das Handbuch für Project Aria, oder „Gemini“, so heißt der Prototyp, aufgetaucht. Es bestätigt bisherige Informationen und verrät neue zur Hardware. Das Handbuch datiert auf den letzten Sommer, ist also schon etwas älter.

So hat Gemini wahrscheinlich die gleichen Trackingkameras wie Quest 2 (Test) verbaut, vier an der Zahl, und hat wie die VR-Brille einen Näherungssensor, der das Gerät aktiviert, wenn man es aufsetzt. Auch Quest 2 kann über die aktuellen Trackingkameras die Umgebung in 3D lesen und ermöglicht so einfache AR-Anwendungen per Videodurchblick.

Blick auf die Tech-Brillenbügel von Facebooks Project Aria. | Bild: Facebook

Blick auf die Tech-Brillenbügel von Facebooks Project Aria. | Bild: Facebook

Die Kameras zeichnen Fotos und Videos im VRS-Format auf, die am PC abgespielt werden können. LEDs signalisieren sowohl dem Träger als auch Außenstehenden, wenn sie aktiv sind.

Blick durch die Kameras der Aria-Brille mit einer PC-App. | Bild: Facebook

Blick durch die Kameras der Aria-Brille mit einer PC-App. | Bild: Facebook

Eingerichtet wird Gemini über eine Companion-App namens „Ariane“: Über die App kann die Brille mit dem WLAN vernetzt werden, der Batterie-Status kann geprüft und die Sensordaten hochgeladen werden. Außerdem ist eine Funktion vorgesehen, bei der die Brille Benachrichtigungen an die App schickt.

Die Companion-App für Project Aria. | Bild: Facebook

Die Companion-App für Project Aria. | Bild: Facebook

Die Anleitung zeigt Screenshots einer iOS-App, eine Android-Version dürfte Facebook ebenfalls anbieten, da das Betriebssystem der Brille auf Android basiert. Bei den integrierten Chips setzt Facebook auf Qualcomm. Der Prototyp wird teils mit Standard-Korrekturlinsen ausgeliefert, kann also auch als Brillenersatz fungieren.

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Quelle: Handbuch, via Protocol