Project Nazare: Infos zu Metas erster AR-Brille

Project Nazare: Infos zu Metas erster AR-Brille

Auf der Connect 2021 zeigte Meta eine erste Demo der kommenden AR-Brille und verriet den Codenamen des Geräts.

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Die AR-Brille selbst bekam man nicht zu sehen. Aus guten Gründen: Die Technologie, die es für eine schlanke, aber leistungsfähige AR-Brille braucht, steckt in den Kinderschuhen oder ist nicht ausreichend miniaturisiert. Metas aktueller Prototyp dürfte aus diesem Grund noch etwas klobig und nicht reif fürs Rampenlicht sein.

Auf der Connect 2021 verriet Mark Zuckerberg zumindest den Codenamen des Geräts: Project Nazare. Die AR-Brille ist offenbar nach der portugiesischen Küstenstadt benannt, anders als alle bisherigen Prototypen des Konzerns, die Namen kalifornischer Küstengebiete tragen. Das könnte ein Hinweis auf Metas geplante Expansion Richtung Europa sein.

Viel Technik auf engstem Raum

Die Entwicklung einer fortschrittlichen, schlanken AR-Brille geht Meta von zwei Seiten an, wie Zuckerberg erläutert.  Zum einen versuche man, so viel Technik wie möglich in einer herkömmlichen Brille unterzubringen. Die Kamera- und Audio-Brille Ray-Ban Stories (Infos) sei das erste Produkt, das aus diesen Bemühungen hervorgegangen sei.

Zum anderen arbeite man daran, die AR-Technik so weit zu miniaturisieren, dass sie eines Tages in einer alltagstauglichen Brille Platz hat. Zu dieser Technik gehören unter anderem AR-Displays, Projektoren, Batterien, Prozessoren, Kameras, Lautsprecher und Sensoren. Das Ziel ist laut Zuckerberg eine AR-Brille, die nicht mehr als fünf Millimeter dick ist.

Erste AR-Demo der Nazare-Brille

„Wir haben noch einen weiten Weg vor uns mit Nazare, aber wir machen gute Fortschritte“, sagte Zuckerberg und zeigte eine erste AR-Demo. Sie simuliert, wie AR-Nutzer:innen miteinander kommunizieren und spielen könnten. Das folgende Video gibt diesen Ausschnitt der Keynote wieder.

Auch in Sachen Software steht noch viel Forschung und Entwicklung an. Das softwareseitige Fundament der AR-Brille bildet die AR-Plattform Spark AR, Metas Pendant zu Apples ARKit und Googles ARCore (siehe Vergleich).

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In einem Blogpost gab Meta ein Update zum Entwicklungsstatus von Spark AR. Demnach arbeitet Meta an einer neuen Schnittstelle, die es Entwickler:innen erlaubt, ortsbasierte AR-Erfahrungen zu schaffen und realistische digitale Objekte dauerhaft an realen Orten zu verankern.

Neue Spark AR-Features

Meta will zudem bald Hand- und Ganzkörpertracking für Spark AR einführen, sodass AR-Effekte dynamisch auf Hände und 20 unterschiedliche Körperpunkte angewandt werden können. Die neuen Features kommen für das Desktop-Programm Spark AR Studio.

Für AR-Einsteiger:innen arbeitet Meta an einer kostenlosen iOS-App mit Namen Polar, mit der sich AR-Effekte und Filter ohne Programmierkenntnisse auf einem Smartphone kreieren lassen. Die App läuft ebenfalls auf Basis von Spark AR und wird kostenlos sein. Die geschlossene Beta soll 2021 beginnen.

Project Aria: Daran forscht Meta gerade

Zu guter Letzt gab Meta ein Update zu Project Aria. Das Forschungsprojekt wurde vor einem Jahr auf der Connect 2020 vorgestellt.

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Project Aria ist eine mit Sensoren vollgestopfte Brille, mit der Meta herausfinden will, welche Umgebungsdaten eine AR-Brille für smarte Funktionen sammeln muss. Das Gerät dient lediglich der Forschung und ist kein Produktprototyp. Dementsprechend hat sie auch kein AR-Display verbaut.

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Die Project Aria-Brille. | Bild: Meta

Metas Ziel ist eine AR-Brille, die Träger:innen proaktiv im Alltag unterstützt. Dafür muss der integrierte KI-Assistent wissen, wo sich die Nutzer:innen befinden, was sie anschauen und was sie tun wollen.

Während der Keynote zeigte Metas Forschungsleiter Michael Abrash, woran das Project Aria-Team gerade arbeitet: Das Forschungsteam hat jedes Objekt einer Modellwohnung maschinell nach seiner Funktion indexiert.

Dank Eye-Tracking kann die AR-Brille erkennen, was die Träger:innen ansehen und den möglichen Zweck der nächsten Handlung erraten. Auf diese Weise und durch sogenannte egozentrische Datensätze soll mit der Zeit ein proaktiver und kontextsensitiver KI-Assistent entstehen.

Partnerschaft mit BMW angekündigt

Seit Ende 2020 tragen ausgewählte Facebook-Angestellte die Aria-Brille zu Testzwecken auf dem Facebook-Campus, in Forschungslaboren und zu Hause. Diese Gruppe wurden im Laufe dieses Jahres auf erste EU-Länder und auf Singapur erweitert. Ab November soll die Anzahl im Umlauf befindlicher Geräte auf 3.000 erhöht werden, schreibt Meta im eigenen Techblog.

Das Unternehmen kündigt außerdem eine erste Aria-Partnerschaft mit der Industrie an: Meta will mit BMW zusammenarbeiten und erforschen, wie AR-Brillen bei der Navigation helfen und in smarte Fahrzeuge von morgen integriert könnten.

Weiterlesen über Facebooks Forschungsprojekte:

Quelle: Connect 2021 Keynote, Spark AR, Tech@Facebook