ARKit Version 3.5 ist Apples erste Augmented-Reality-Software mit Lidar-Unterstützung.

Aktuell rollt Apple die neue Version 3.5 der Augmented-Reality-Software ARKit für iPhone und iPads aus. Erstmals wird der Lichtradar im neuen iPad Pro 2020 unterstützt, der deutlich präzisere und visuell glaubhaftere Augmented-Reality-Effekte ermöglichen soll.

Was ist neu in ARKit Version 3.5?

  • schnellere Erkennung von Oberflächen
  • sofortige Platzierung von AR-Objekten
  • 3D-Scanning ganzer Szenen in Echtzeit
  • Verdeckung von Objekten und Personen
  • intelligente virtuelle Beleuchtung

Highlight der neue ARKit-Version ist das Lidar-gestützte 3D-Scanning mit dem iPad Pro 2020, das laut Apple neben Böden und Wänden auch Decken, Fenster, Türen und Sessel erkennt und sogar als solche benennt. Darüber hinaus können alle anderen Objekte als 3D-Modell eingefangen werden, nur eben ohne Kategorisierung.

Der Lidar-Scanner soll die AR-Projektionen außerdem deutlich schneller starten, Apple nennt das “Instant AR”: Das digitale Objekt erscheint unmittelbar nach dem Start der AR-App. Bei rein kamerabasierter Augmented Reality muss der Nutzer zuerst eine geeignete Fläche finden und mit der Smartphone-Kamera einscannen. Eben dieser Scan-Vorgang fällt dank Lidar jetzt weg.

Menschen besser erkennen und verdecken

Laut Apple profitiert auch die künstliche Verdeckung digitaler Objekte durch reale Objekte und Personen vom Lidar-Scanner im iPad Pro. Die Verdeckung und die Größeneinschätzung von Personen bei der Bewegungserkennung sollen jetzt akkurater sein.

Entwickler müssen ihre Software laut Apple nicht aktualisieren, damit ihre Apps von diesen beiden Lidar-Verbesserungen profitieren. Fehlerfrei scheint die Objektverdeckung allerdings trotz des Lidar-Scanners noch nicht zu arbeiten.

Zum Vergleich: Das iPhone unterstützt rein softwarebasiert ebenfalls Objektverdeckung, das sieht dann so aus wie im folgenden Video.

Apple tanzt jetzt Tango

Wird sich der Lidar-Scanner für Apple bewähren und als nützliches AR-Werkzeug durchsetzen? Immerhin macht Apple erst jetzt das, was Google mit Tango schon vor Jahren versuchte – und scheiterte. Ironischerweise war ausgerechnet Apple am Tango-Flop nicht ganz unschuldig, da der Konzern mit der viel breiter verfügbaren Software ARKit Druck auf Google ausübte.

Unabhängig vom Erfolg des AR-optimierten iPads dürfte Apple den Lidar-Scanner in Hinblick auf eine Integration in eine mögliche AR-Brille erproben.

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