Die Videoplattform Amaze kündigt Corona-konforme VR-Konzerte an.

Künstler, Veranstalter und Konzertgänger müssen seit Ausbruch der Corona-Pandemie mit Konzertausfällen leben. Wenn auf absehbare Zeit wieder größere Events stattfinden, dann mit deutlichen Einschränkungen.

Das US-Unternehmen Amaze, das über die eigene VR-Videoplattform bislang hauptsächlich zum Teil exklusive Filmhighlights anbietet, will dieses Vakuum mit virtuellen Konzerten füllen.

Ceraadi-Konzert mit mehreren Stationen angekündigt

Amaze will kleinen Menschengruppen künftig Corona-konforme (halb-)virtuelle Konzerterlebnisse anbieten. Den Anfang macht die R&B- und Hip-Hop-Formation Ceraadi: Unter strengen Hygieneauflagen sollen Besucher an Amaze-Veranstaltungsorten einen Tourbus betreten, der mit beweglichen Sitzen und VR-Brillen ausgestattet ist, und das Duo im virtuellen Konzert erleben dürfen.

Dafür sollen laut Amaze hochauflösende Filmaufnahmen zum Einsatz kommen, die durch stereoskopische CGI-Elemente und sogar haptische Eindrücke erweitert werden.

Das Ceraadi-Konzert von Amaze VR umfasst diverse Attraktionen und Hygiene-Stationen.

Das Ceraadi-Konzert von Amaze VR bietet diverse Attraktionen und Hygiene-Maßnahmen. | Bild: Amaze

Weitere Stationen umfassen einen Stand mit den Lieblingssnacks der Band, Merchandise und einer Videostation mit 360-Grad-Kamera, in der Besucher Social-Media-taugliche Schnappschüsse aufnehmen können. Wem das kleine Konzerterlebnis hygienetechnisch noch zu heikel ist, der soll das VR-Konzert auch in den heimischen vier Wänden genießen können.

Geringer Produktionsaufwand für Künstler

Das Amaze-Angebot soll auch für Künstler attraktiv sein: Nicht nur können diese weiterhin Konzerte geben – dank spezieller Kameras, einer firmeneigenen VFX-Pipeline sowie “Motion Data Tracking”-Technik soll ein virtuelles Konzert Amaze zufolge in ein bis zwei Tagen abgedreht sein. Monatelange Tour-Strapazen erübrigen sich so. Allerdings gingen so viele Eindrücke und Emotionen verloren, die aktuelle VR-Technik noch lange nicht synthetisieren kann.

Im vergangenen Jahr – also vor Corona – hatte die Plattform bereits mit der ukrainischen Tanzgruppe Light Balance kooperiert, wie folgender Trailer zeigt.

Ceraadis VR-Konzert soll im Herbst dieses Jahres Premiere feiern, ein Datum hat Amaze noch nicht bekanntgegeben. Wenn es aber soweit ist, wird das Spektakel in besagtem Tourbus oder von daheim über die AmazeVR-App und die VR-Brillen Oculus Rift, HTC Vive, Valve Index (Test) und Samsung Gear VR erlebbar sein.

Dem großen Vorbild Fortnite als digitale Event-Plattform eifert auch der Konzertanbieter Wave nach – zuletzt allerdings mehr am Monitor als mit der VR-Brille. Investoren belohnten diese strategische Entscheidung mit 30 Millionen US-Dollar.

Sony-Chef Kenichiro Yoshida sieht immersive Live-Konzerte ebenfalls als Chance für Virtual Reality. Laut Yoshida experimentiert Sony bereits mit Konzert-Streaming in die VR-Brille, die Erfahrung müsse aber noch besser werden.

Quelle: VentureBeat

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