Bei einem Twitter-Talk sprachen die VR-Koryphäen Andrew Bosworth und John Carmack über den Markterfolg der Oculus Quest 2, kommende Features und die Quest Pro.

Oculus Quest 2 ist Facebooks erfolgreichste VR-Brille: Sie hat sich besser verkauft als alle bisherigen Oculus-Geräte zusammen. Doch das allein muss nicht viel heißen. Im Twitter-Talk setzt Carmack den Erfolg der VR-Brillen ins Verhältnis zu anderen elektronischen Geräten. Die Oculus Quest 2 “schlage sich wirklich gut”, aber nicht so gut wie das iPhone oder die Nintendo Switch, sagte der ehemalige Oculus-Technikchef, der heutzutage nur noch in einer beratenden Funktion für Facebook arbeitet.

Vor fünf Jahren sei es undenkbar gewesen, dass Entwickler von VR-Spielen leben könnten, meint Facebooks XR-Chef Andrew Bosworth. Mit Oculus Quest sei dieser Traum Wirklichkeit geworden. Da es sich bei Virtual Reality um eine neue Hardware-Plattform handle, sei jedoch kein Über-Nacht-Erfolg zu erwarten. Bis zum Mainstream-Durchbruch werde es etwas länger dauern und weitere Investitionen benötigen.

Quest 2 soll lange am Markt bleiben

Auf die Quest-2-Exklusivität von Resident Evil 4 VR angesprochen, sagt Bosworth, dass Facebook Entwicklern unter Umständen erlauben könnte, bestimmte Highend-Apps nur für Oculus Quest 2 (Infos) herauszubringen. Man empfehle jedoch mit Nachdruck, für beide VR-Brillen zu entwickeln. Wer einen Titel für die Standard-Quest herausbringe, verschaffe sich Zugang auf eine zusätzliche siebenstellige Zahl von VR-Nutzern. Damit bestätigt Bosworth, dass sich die 2019 erschienene erste Oculus Quest mindestens eine Million Mal verkauft hat.

Die Oculus Quest 2 ersetzte die Standard-Quest eineinhalb Jahre nach deren Marktstart, was eine relativ kurze Zeitspanne ist für ein Gerät, das sich erst noch am Markt behaupten muss. Wenn Facebook diesen Produktzyklus beibehält, könnte die Quest 3 dann schon dieses Jahr in Produktion gehen?

Bosworth beschwichtigt: Die Quest 2 werden noch “für lange Zeit” auf dem Markt bleiben. Eine Quest 3, versichert Bosworth nicht ohne PR-Kalkül, existiert noch nicht, auch wenn Facebook mit Sicherheit schon längst an dem Gerät und dessen Nachfolger arbeitet. Das zumindest deutete Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor kurzem in einem Interview an.

Arbeit an Quest Pro bestätigt

Nachdem Bosworth vor einigen Monaten angedeutet hatte, dass Facebook an einer technisch hochgerüsteten Oculus Quest Pro arbeitet, wurde er im Twitter-Gespräch erstmals konkret: “Wir haben eine Menge Dinge in Entwicklung und wollen neue Funktionen für die VR-Brille einführen, entlang der Erwartungen der Leute. Aber das ist immer noch ein bisschen hin. Es wird nicht mehr dieses Jahr passieren”, sagte Bosworth.

Mit “Erwartungen” Bosworth dürfte an Features wie Eye-Tracking und bessere Kameras und Sensoren für den AR-Modus denken. Eine Quest Pro dürfte aus markttechnischer Sicht nicht viel Sinn ergeben, dafür ist der Markt noch zu klein. Das Profi-Gerät könnte jedoch eine Experimentierplattform für neue Features werden, die zu einem späteren Zeitpunkt in ausgereifert Form ihren Weg in die normale Quest finden könnten.

Apple plant Gerüchten zufolge ebenfalls mit einer autarken Highend-VR-Brille, die 2022 erscheinen soll (siehe Artikel Apple VR-Brille). Mit einer Quest Pro könnte Facebook ein potenzielles Konkurrenzprodukt auf den Weg bringen.

Air Link: Wi-Fi-Dongle könnte das Streaming verbessern

Für die normale Quest gehe die Entwicklung ebenfalls weiter, nur in Sachen Optik, Ergonomie und Preis statt futuristischer Hardware-Features. Es gebe zum Beispiel noch Spielraum, was die Wärmeentwicklung betrifft. Das Ziel der Quest-Produktreihe sei es, die Nutzerbasis zu vergrößern. Auf Seiten der Software seien die Entwickler gefragt, das Maximum aus der bestehenden Hardware zu holen. Das könne jedoch Jahre dauern, ähnlich wie bei Konsolengenerationen.

Einen vielversprechenden neuen Bereich, in den Facebook mit Oculus Quest stoßen möchte, ist Arbeit und Produktivität. Für das Feature-Paket Infinite Office, das die VR-Brille nach und nach in ein virtuelles Büro verwandeln soll, erschienen bereits zwei Updates, die Unterstützung für Bluetooth-Mäuse und Tastaturtracking brachten.

Irgendwann solle die VR-Brille in der Lage sein, ein Tablet oder Chromebook zu ersetzen. Durch Verbesserung der Optik und Auflösung könne man dieses Ziel irgendwann erreichen. Der seit letztem Jahr versprochene AR-Modus für Entwickler soll demnächst freigegeben werden, sodass neue Büro- und Arbeitsapps für Oculus Quest 2 entstehen könnten.

Carmack sprach am Rande auch über das neueste Quest-Feature: das drahtlose PC-VR-Streaming Air Link. Das verantwortliche Team habe am Anfang darüber nachgedacht, einen Wi-Fi-Dongle für die VR-Brille auf den Markt zu bringen, die die Datenübertragung vereinfachen und verbessern sollte, sich am Ende aber dagegen entschieden. Das Zubehör sei jedoch nicht vom Tisch und könnte in Zukunft erscheinen.

Titelbild: Facebook

Weiterlesen über Oculus Quest 2:

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Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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