Neuer Rückschlag für Meta: Chip-Entwicklung läuft nicht wie geplant

Neuer Rückschlag für Meta: Chip-Entwicklung läuft nicht wie geplant

Meta nächste Datenbrille wird auf einen Qualcomm-Chip setzen und nicht wie ursprünglich geplant auf ein eigenes Chip-Design.

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Das berichtet The Information in Berufung auf zwei unternehmensnahe Quellen. Das Team, das den Chip für die nächste Ray-Ban Stories entwickelt, wurde Ende 2021 informiert, dass das Unternehmen einen Qualcomm-Chip verwenden werde. Metas AR-Chef Alex Himel habe sich für die Qualcomm Alternative entschieden, weil der eigene Chip die Markteinführung der neuen Datenbrille zu verzögern drohte. Die sei für 2023 geplant.

Der Meta-Chip, der auf den Codenamen Brasilia hört, hätte 3D-Audio und höher aufgelöste Fotos und Videos ermöglicht. Die Audiowiedergabe und Kamera sind die beiden Hauptfunktionen der Datenbrille. Ein Display ist nicht verbaut.

Spezial-Chips sind unabdingbar für AR-Brillen

Die Entwicklung eines eigenen Chip sei Teil eines umfassenderen Bemühens, mit dem Ziel, „Schlüsseltechnologien zu kontrollieren und die Abhängigkeit von Qualcomm zu verringern“, heißt es in dem Bericht.

Meta nutzt Qualcomm-Chips in allen wichtigen Hardware-Produkten: in der Meta Quest 2, in den Videochat-Geräten der Marke Portal und in der ersten Generation der Ray-Ban Stories. Einem Bericht aus dem Jahr 2019 zufolge fertigt Samsung Metas Spezial-Chip. Damals hieß es, dass die Massenproduktion 2021 starten soll.

Mit einem eigenen, maßgeschneiderten Chip könnte Meta die eigene Technologie noch stärker optimieren, was unabdingbar ist für fortschrittliche Augmented Reality. Da in AR-Brillen möglichst viel Technologie auf möglichst engem Raum untergebracht ist, gibt es bei Faktoren wie Rechenleistung, Energieeffizienz und Abwärme kaum Spielraum.

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Die Konkurrenz weiß das: Apple wird ebenso auf einen Chip Marke Eigenbau setzen wie Google, das den eigenen Tensor-Chip als Grundlage für „bahnbrechende AR“ bezeichnet. Microsoft hingegen dürfte bis auf Weiteres mit Qualcomm zusammenarbeiten.

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Der dritte Meta-Rückschlag in Folge

Die Entscheidung, auf Qualcomm zu setzen, ist ein Rückschlag für Metas Chip-Team, das seit 2018 vom ehemaligen Google-Chipdesigner Shahriar Rabii geleitet wird.

Die generelle Chip-Entwicklung wird damit aber nicht abgebrochen, dafür ist sie zu wichtig. Die bisherige Design-Arbeit werde in andere zukünftige Chips fließen. Der Bericht nennt als Beispiel einen Chip namens „Carson,“ der in Metas Smartwatch zum Einsatz kommen soll.

Für Meta ist es schon die dritte Schlappe in kurzer Folge: Im Februar wurde bekannt, dass Meta eine wichtige AR-Führungskraft verliert und Anfang des Jahres brach das Unternehmen die Entwicklung eines eigenen XR-Betriebssystems ab. Letzteres ist aus technischer Sicht mindestens ebenso wichtig wie ein eigener AR-Chip und könnte der Schlüssel werden, mit dem Meta aus Apples und Googles Ökosystemen ausbricht. Aber auch in diesem Fall geht die Arbeit, wenngleich in veränderter Form, weiter, ließ Meta verlauten.

Quellen: The Information