KOMMENTAR

Meta Quest 2: Der Gaming-Showcase war eine Enttäuschung

Meta Quest 2: Der Gaming-Showcase war eine Enttäuschung

Meta hat es erneut geschafft und eine enttäuschende Gaming-Show abgeliefert.

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Diese Show musste sitzen.

Im Vorfeld des Ereignisses erläuterte ich, weshalb: Quest 2 hat ein tolles Weihnachtsgeschäft hinter sich und nach einer längeren Durststrecke brauchen die alten Hasen sowie die Neuzugänge dringend Gründe, die VR-Brille aus der Schublade zu holen. Resident Evil 4 war der letzte größere Titel mit Strahlkraft und erschien vor einem halben Jahr.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass der Gaming Showcase nur einmal jährlich stattfindet und der erste vor einem Jahr auf ganzer Linie enttäuschte. Meta musste dieses Mal punkten. Und tat es nicht.

Zwölf Inhalte wurden auf dem Meta Quest Gaming Showcase gezeigt. Zwei davon sind DLCs. Neun Spiele sind entweder Fortsetzungen oder wurden bereits angekündigt. Die einzig wirkliche Überraschung ist Ghostbusters VR und die basiert auf einer Marke, die in 80ern und 90ern groß war und in den letzten Jahren merklich gelitten hat durch mittelmäßige Neuauflagen und Spiele. Immerhin wird die VR-Adaption von einem fähigen VR-Studio entwickelt.

Meine persönlichen Show-Highlights waren Red Matter 2, Bonelab und das bereits angekündigte Saints & Sinners 2. Alle drei kommen von Indie-Drittentwicklern.

Meta bremst die Erwartungen

Meta blendete vor Beginn des Gaming Showcase eine Texttafel ein, auf der stand, dass alle gezeigten VR-Spiele innerhalb der nächsten zwölf Monate erscheinen sollen.

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„Dennoch gibt es viele tolle Spiele, die sich noch in der Entwicklung befinden und nicht Teil des heutigen Showcase sind. Einige sind weiter entfernt. Andere sind noch nicht bereit, gezeigt zu werden“, schreibt Meta.

Die Texttafel, die Meta vor Beginn der Show einblendete.

Die Texttafel ließ nichts Gutes erahnen. | Bild: Meta

Waren das demnach schon die Highlights des nächsten Jahres?

Die nächste Gelegenheit, große Spiele zu enthüllen, ist auf der Connect 2022 im Herbst. Doch auf dieser dürfte eher das Metaverse und neue Hardware im Vordergrund stehen. Auch auf der letzten Konferenz gab es kaum neue Games zu sehen.

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Das lange Warten auf große Titel

Wo bleibt also die versprochene AAA-Spielewelle? Selbst die in die Rente geschickte PC-VR-Brille Oculus Rift hat mehr Großproduktionen vorzuweisen. Man denke an Lone Echo 1 & 2, Asgard’s Wrath, Stormland, Medal of Honor: Above and Beyond.

Wo sind die großen Ubisoft-Titel oder GTA: San Andreas, wo die Eigenentwicklungen der Oculus Studios? Meta hat seit Ende 2019 sechs VR-Studios gekauft und keines hat bislang neue Titel angekündigt. Selbst in Richtung Horizon (Europa-Start, hallo?) gab es nichts Neues zu vernehmen.

Die Antwort auf diese Fragen lieferte Meta selbst: Große Spiele entstehen nicht über Nacht. Sie werden noch mindestens ein Jahr auf sich warten lassen – oder länger.

Womöglich behält sich Meta die großen Titel für den Launch der Meta Quest 3 vor, die womöglich schon im Herbst 2023 erscheint. Das ist eine lange Wartezeit in der Industrie, die Gaming-Größen wie Nintendo, Sony und Microsoft besser nutzen werden als Meta.

Springt Sony in die Bresche?

Was ich von Meta erwartete? Ich hätte mich auf ein neue, aufregende Marke von einem der Meta-Studios gefreut, ein Rollenspiel mit Tiefgang, die Portierung eines (umfangreichen) Spieleklassikers, ein Live-Service-Game mit großartigem Multiplayer oder ein Open-World-Spiel. Irgendetwas, das beweist, dass große, tiefe und lange Spiele auf Quest 2 möglich sind.

Der zweite Gaming Showcase war besser als der vom letzten Jahr, aber das war auch nicht schwer, da fast nur DLCs vorgestellt wurden. Wenn Meta nur einmal im Jahr Spiele vorstellt, dann muss es diese Chance auch nutzen.

Apropos Vorstellung: Auch die Präsentation ließ jede Leidenschaft vermissen. Die Moderation seitens Ruth Bram war so distanziert, kühl und freudlos, wie man es von Produktvorstellungen auf Techkonferenzen gewohnt ist. Ein Vorschlag an Meta: Wie wäre es, wenn ihr Jason Rubin zurück auf die Bühne holt?

Mein Blick richtet sich nun auf Sony. Aber auch hier schaut es so aus, als würden wir uns noch etwas länger gedulden müssen. Die Playstation VR 2 kommt laut jüngsten Gerüchten erst 2023 und wie stark das Unternehmen in große VR-Spiele investiert, muss sich erst noch zeigen.