Google Maps: Neue Augmented-Reality-Funktionen starten

Google Maps: Neue Augmented-Reality-Funktionen starten

Google Maps Smartphone-AR-Navigation Live View bekommt neue Funktionen.

Vor gut einem Jahr startete Google mit Augmented-Reality-Navigation in Google Maps: Wenn der Navigierende die Umgebung duch die Smartphone-Kamera auf dem Display betrachtet, sieht er digitale Navigationselemente wie Pfeile und Schilder korrekt ausgerichtet in die Umgebung eingebettet.

Die visuelle Orientierung funktioniert besonders gut in Städten und kann gerade in diesen Umgebungen genauer sein als das GPS-Signal, das an den vielen Gebäuden abspringt und so an Präzision verliert. Seit Juli bietet Google daher an, die Ortsbestimmung in Städten mit VPS (Visual Positioning Service) anstatt per GPS vorzunehmen.

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Hinter VPS steckt ein mächtiges visuelles KI-System, das die Umgebung anhand hervorstechender Merkmale erkennt und das Smartphone in deren Kontext korrekt verortet. Trainiert wurde das KI-System mit Googles Streetview-Daten.

Die Einbettung der digitalen Navigationselemente übernimmt Googles Android-AR-Software ARCore.

Googles Maps Landmarks erkennt Sehenswürdigkeiten

Mit Landmarks fügt Google der AR-Navigation eine weitere Funktion hinzu: Taucht eine bedeutende Sehenswürdigkeit oder ein beliebter Ort wie ein Park im Kamerasucher auf, erkennt Google Maps den Ort automatisch und zeigt die Distanz an.

Sogenannte Pins, die die Position von Orten markieren, sollen in Zukunft präziser in die Umgebung eingebettet werden, da Googles KI-Modell jetzt Höhenunterschiede im Kamerabild kompensieren gelernt hat.

Früher schwebte der digitale Pin über den Hügeln von San Francisco, jetzt ist er korrekt in die Lombardi Street eingebettet. | Bild: Google

Früher schwebte der digitale Pin über den Hügeln von San Francisco, jetzt ist er korrekt in die Lombardi Street eingebettet. | Bild: Google

Google bezeichnet die Technik aus VPS, Street View und Künstlicher Intelligenz als „Global Localization“.

Google zeigt Live View prominenter

Ebenfalls neu ist eine Optimierung der Bedienoberfläche zugunsten der AR-Navigation: Live View hat jetzt einen Direktzugriff innerhalb der Navigationsanweisungen.

So sollen die digitalen Pfeile die Orientierung erleichtern, wenn man beispielsweise aus der U-Bahn-Station kommt und GPS noch nicht verfügbar oder nicht ausreichend präzise ist.

Die neue Live-View-Integration direkt in die Weganweisungen dürfte dazu führen, dass mehr Nutzer die AR-Navigation ausprobieren.

Das AR-Update für Google Maps rollt für Android und iOS zunächst in Amsterdam, Bangkok, Barcelona, Berlin, Budapest, Dubai, Florenz, Istanbul, Kuala Lumpur, Kyoto, London, Los Angeles, Madrid, Mailand, München, New York, Osaka, Paris, Prag, Rom, San Francisco, Sydney, Tokio und Wien aus.

Für Google-Chef Sundar Pichai ist Augmented Reality ein wichtiger Bestandteil der Zukunft von Google Maps: Nutzern solle eine AR-Ebene mit digitalen Informationen im Kartenservice angezeigt werden, die passend in der Umgebung aufpoppen.

VPS mit Live View und die Integration von 3D-Modellen in die Google Suche sind Googles derzeit wichtigste Augmented-Reality-Projekte. Beide sind allerdings auf das Smartphone beschränkt – ob Google wie Facebook und Apple an einer Datenbrille mit AR-Funktionen arbeitet, ist nicht bekannt. Googles Hardware-Chef Rick Osterloh sagte 2018, dass Google langfristig investiere und entsprechende Geräte noch Jahre vom Markt entfernt seien.

Quelle & Titelbild: Google

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