Facebook-Technikchef Mike Schroepfer sieht die Zukunft von VR in günstigen, kabellosen Geräten. Der bei Oculus Quest eingeschlagene Weg dürfte also fortgeführt werden.

Im Herbst 2018 stand Facebook bei VR vor einem Scheideweg: Bleibt die Technologie ein teures Highend-Spielzeug für eine kleine Gruppe ausgewählter Tech-Nerds? Oder soll es wenigstens die Chance geben, dass die Masse zugreift?

Die Entscheidung ist bekannt: Mit Rift S entschied sich Oculus für die Budget-Marschroute am PC und die mobile VR-Brille Oculus Quest (Test) ist ohnehin auf Einfachheit getrimmt für die Zielgruppe, die sich an technischen Kompromissen nicht stört – oder sie gar nicht erst bemerkt. Highend-Vertreter und Oculus-Mitgründer Brendan Iribe verließ nach dieser Ausrichtung das Unternehmen.

Oculus Rift 2: Rückkehr zur Highend-Strategie?

Nun ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass Facebook mit einem vollwertigen Oculus-Rift-Nachfolger eines Tages wieder ein teures Highend-Produkt auf den Markt wirft wie einst Oculus Rift. Bis diese Superbrille gebaut werden kann, soll es ohnehin noch ein paar Jahre dauern.

Nimmt man jedoch Facebooks Technikchef Mike Schroepfer beim Wort, dann sind Highend-Produkte auch in Zukunft nicht das Ziel. “Wir wissen, wenn wir die Geräte billiger machen, werden mehr Leute sie kaufen”, sagt Schroepfer zu CNN Business.

Unter anderem könnten geringer aufgelöste Trackingkameras und dafür effizientere Trackingalgorithmen laut Schroepfer den Preis der Geräte weiter senken.

Dass die Masse bislang nicht auf VR anspringt, ist laut Schroepfer den Inhalten geschuldet, die eine bestimmte Zielgruppe hätten, aber für viele Leute noch nicht interessant genug wären. “Wir arbeiten daran”, sagt Schroepfer.

Ähnlich äußerte sich Schroepfer schon 2016: Damals hieß es, VR sei zu teuer, zu kompliziert und es existierten nicht genug Inhalte. Über Oculus Quest sagte Schroepfer damals: “Es ist die Technologie, von der wir ausgehen, dass sie VR dem Massenmarkt zugänglich macht.”

Technik oder Preis?

Nicht jeder teilt Schroepfers Perspektive, dass allein der Preis die Ursache ist für das langsame VR-Marktwachstum. Für Oculus-Gründer Palmer Luckey ist es die Technologie als solche – zumindest beim aktuellen Stand.

“Hardcore-Spieler und Tech-Enthusiasten sind fasziniert von VR, aber außerhalb dieser Zielgruppe gibt es niemanden mit Interesse”, schrieb Luckey im letzten Herbst. Aktuelle VR-Brillen seien geschenkt noch zu teuer. Ein ausgereifter Matrix-Visor hingegen, der alle Werbeversprechen erfüllt, würde sich auch für 1.000 US-Dollar hervorragend verkaufen.

Titelbild: Web Summit 2015 Dublin Ireland bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0.

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