Das chinesische Unternehmen Arpara setzt für seine VR-Brillen auf Mikro-OLED-Displays und kommt so auf einen besonders schlanken Formfaktor.

Arpara hat letzte Woche zwei Geräte angekündigt: Eines ist kabelgebunden und kommt im August auf den Markt, während das andere autark ist und zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen soll.

Beide VR-Brillen haben ein 1,03-Zoll-Mikro-OLED-Display mit einer Auflösung von 2.560 mal 2.560 Bildpunkten verbaut. Das ist die gleiche hohe Auflösung, die Vive Pro 2 und Vive Focus 3 bietet, allerdings nutzen letztere LC-Displays, die für gewöhnlich schlechtere Schwarzwerte bieten.

Das kabelgebundene Arpara-Gerät läuft mit einer Bildwiederholrate von 120 Hertz und kommt auf ein Sichtfeld von 95 Grad. Das größte Problem an Mikro-OLED-Displays ist, dass sie relativ klein sind und von den Linsen daher stark vergrößert werden müssen, um auf ein weites Sichtfeld zu kommen, was nicht immer gelingt oder mit Einbußen bei der Bildqualität einhergeht. Wie gut sich das Gerät schlägt, müssen unabhängige Tests zeigen.

Panasonic hatte auf der CES wiederholt eine extra-schlanke Videobrille mit Mikro-OLED-Displays gezeigt, die allerdings nur ein Sichtfeld von 70 Grad bietet. Apple wird Berichten zufolge für seine VR- und AR-Brillen ebenfalls auf Mikro-OLEDs setzen und forscht mit Partnern zusammen an der Technologie. Da Mikro-OLEDs relativ neu und weit weniger verbreitet sind als zum Beispiel LC-Displays, sind sie teurer in der Herstellung.

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Die All-In-One-Version der Arpara-Brille. | Bild: Arpara

Nur die autarke Version kommt mit integriertem Tracking

Beim Gewicht kommt die kabelgebundene Arpara-Brille auf sehr leichte 200 Gramm. Für 6-DoF-Tracking setzt die VR-Brille auf das externe Nolo-Trackinsystem – keine optimale Lösung.

Das noch in Entwicklung befindliche autarke Gegenstück wird integriertes Tracking basierend auf sechs Kameras bieten. Als Chip kommt der leistungsstarke Snapdragon XR2 zum Einsatz, der auch in Oculus Quest 2 (Test) und Vive Focus 3 rechnet. Die All-In-One-Version ist erwartungsgemäß schwerer und kommt auf ein Gewicht von 380 Gramm, der Formfaktor bleibt jedoch gleich schlank. Laut Hersteller kann man SteamVR-Spiele kabelgebunden und kabellos in die VR-Brille streamen.

Die Geräte kommen offenbar ohne eigenen App-Store auf den Markt. Stattdessen wird es ähnlich wie bei Manova eine Social-VR-Plattform geben, auf der sich Nutzer mittels anpassbarer Avatare treffen und eigene Räume und Gegenstände gestalten können. Mit dem “Arparaland” will der Hersteller auf der NFT-Hypewelle reiten: Digitale Vermögenswerte sollen mittels Blockchain gespeichert und als NFTs verkauft werden können. Die Plattform soll gleichzeitig zum Launch der kabelgebundenen VR-Brille an den Start gehen.

Die kann man ab sofort für 599 US-Dollar auf der offiziellen Internetseite vorbestellen. Das Unternehmen liefert international.

Titelbild: Arpara

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