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Apple-Brille: Doppel-Display und flache Linsen erwartet

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Update vom 5. Januar 2022:

Die Gerüchte und Erwartungen zu Apples Tech-Brille reißen im neuen Jahr nicht ab: Der auf Displays spezialisierte Analyst Ross Young geht davon aus, dass Apple auf eine Doppel-Display-Konstruktion vergleichbar mit Varjo XR-3 setzt.

Zwei hochauflösende Micro-OLED-Displays sorgen für einen besonders scharfen Fokus in der Bildmitte. Sie werden umrandet von einem größeren AMOLED-Display mit geringerer Auflösung für den peripheren Sichtbereich, in dem das menschliche Auge ohnehin weniger scharf sieht. Das spart Rechenleistung.

Allerdings ist die Doppel-Display-Konstruktion auch aufwendig in der Herstellung. Young und Kolleg:innen erwarten entsprechend einen Gerätepreis von „mehreren Tausend US-Dollar“ und eine strikte Ausrichtung an die Industrie und professionelle Entwickler:innen.

Apple-Analyst Ming-Chi Kuo bestätigt derweil Gerüchte, dass Apple auf sehr flache sogenannte „3P Pancake“-Linsen setzt, wie sie etwa HTC ähnlich in Vive Flow verwendet. Dank ihrer flachen Bauart ermöglichen sie einen insgesamt schlankeren Geräte-Formfaktor. Das passt wiederum zu Gerüchten, dass die Apple-Brille einer Skibrille ähneln soll.

Auch Metas neue Prototyp-Brille Cambria verwendet Pancake-Linsen. Erste Renderbilder zeigen ein deutlich schlankeres Gerät als Quest 2. Die Linsen in Apples Brillen sollen aus drei Elementen bestehen, die in Cambria aus zwei.

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Kuo geht weiter davon aus, dass die Apple-Brille Ende 2022 erscheint und erst im ersten Quartal 2023 in signifikanten Stückmengen verfügbar sein wird. Kuo bezieht seine Informationen von Quellen aus der Zulieferkette.

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Ursprünglicher Artikel vom 1. Januar 2022:

Apple Tech-Brille: Kompakt wie eine Skibrille – aber mit Zusatzgerät?

Dass Apple in diesem Jahr die erste Tech-Brille zumindest vorstellt, darin stimmen fast alle Gerüchte überein. Aber über eine grundlegende Eigenheit des Geräts gibt es widersprüchliche Berichte.

Nämlich ob die Apple-Brille komplett autark läuft oder mit einem Zuspieler verbunden werden muss. Die Unklarheit dazu könnte daher rühren, dass das Projekt seit jeher auf zwei Pfaden entwickelt wird – mit und ohne Zuspieler.

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Angeblich arbeiteten Apples Ingenieure nämlich schon vor Jahren an einer XR-Brille mit Highspeed-WLAN-Streaming, die aber von Apples Design-Legende Jony Ive abgesägt wurde. Ive wünschte sich eine komplette Standalone-Brille wie Quest 2. Allerdings ist Ive seit Sommer 2019 nicht mehr bei Apple.

Apple-Brille soll mit Zusatzgerät kommen

Möglich ist, dass Apple einen hybriden Ansatz wählt, wie ihn zuletzt die auf Tech-Leaks spezialisierte Webseite The Information berichtete. Laut dieses Berichts arbeitet die Apple-Brille eventuell autark, aber nicht mit vollem Leistungsumfang. Für den müsse das Gerät mit einem iPhone, iPad oder iMac verbunden werden. Die in der Brille verbauten Chips seien für das Streaming optimiert, die Hauptarbeit müsse ein externes Gerät leisten. Dieser hybride Betrieb würde auch unterschiedliche Berichte über die Leistungsfähigkeit der Brille erklären.

Zum Leak von The Information passt ein aktueller Bericht in der New York Times, der den AR-Brillenmarkt in einem größeren Kontext beleuchtet. Auch die NYT hat einen Apple-Flüsterer: Der teilte der Zeitung mit, dass Apples aktueller Prototyp wie eine Skibrille aussehe, aber einen ergänzenden Zuspieler benötige, der am Körper getragen werden muss. Auch The Information wurde ein Gerät mit Skibrillen-Formfaktor beschrieben.

Apple_VR_Brille_Skizze_The_Information

So sah der Apple-Prototyp aus, der The Information beschrieben wurde. | Bild: The Information

Begründet wird diese Entscheidung mit den Limits der Physik, die die Technologie zurückhalten würden. Bedeutet: Rein technisch ist es zwar möglich, sehr fortschrittliche AR-Brillen zu bauen. Nur wären das große, klobige und insbesondere heiße Geräte, die niemand am Kopf tragen möchte.

Apples Design-Dilemma mit XR-Brillen

Jetzt ist aber gerade Apple dafür bekannt, das eigene Image zu pflegen, schicke, komfortable und nutzerfreundliche Geräte auf den Markt zu bringen. Eine klobige Tech-Brille passt da nur schwer ins Portfolio. Selbst ein für VR-Verhältnisse eher kompaktes Gerät wie Quest 2 dürfte für Apples Ansprüche zu sehr nach Schuhkarton aussehen.

Der Ausweg? Möglichst wenig Technik in die Brille bauen und damit den Formfaktor reduzieren. Mit Größe und Gewicht einer Skibrille – bei dennoch hohem Funktionsumfang – könnte Apples VR-AR-Brille für heutige Verhältnisse einen neuen Standard setzen. Da auch Apple die Regeln der Physik nicht biegen kann, wäre ein externer Zuspieler ein logischer Zwischenschritt.

Die New York Times bestätigt weiter, dass Google sich wohl wieder ernsthaft mit AR-Brillen befasst: Das Unternehmen arbeite „Jahre nach der Einführung von Google Glass […] an einem neuen Projekt“. Darauf deuteten zuvor schon recht konkrete Stellenbeschreibungen hin, in denen Google Spezialist:innen für innovative Augmented-Reality-Hard- und Software sucht.

Weiterlesen und hören über Apples XR-Pläne:

Quellen: New York Times, Ross Young, Mac Rumors