Vive Cosmos wird zur VR-Plattform. Hier findet ihr alle Infos sowie unsere Einschätzung zu den verschiedenen Vive Cosmos VR-Brillen.

In diesem Artikel lest ihr

  • welche Varianten der Vive Cosmos es gibt bzw. geben soll,
  • wie sie sich unterscheiden,
  • und was wir von der Cosmos-Plattform insgesamt halten,

Vive Cosmos hatte alles andere als einen guten Start, Trackingprobleme hielten die VR-Brille zurück, dennoch baut HTC Cosmos zu einer Plattform mit verschiedenen modularen VR-Brillen aus. Trotz vieler negativer Berichte über HTC und den finanziellen Zustand des taiwanesischen Konzerns ist der VR-Hersteller offensichtlich nicht tot.

Vorweg: Es wird keine wirklich neue VR-Brille geben, die drei zusätzlichen Varianten teilen sich die Technik der aktuellen Vive Cosmos. Das LC-Display bleibt bei scharfen 1.440 x 1.700 Pixeln pro Auge, die Bildwiederholfrequenz liegt bei 90 Hz. Auch das Inside-Out-Tracking, das vielfach kritisiert wurde und für schlechte Presse gesorgt hatte, bleibt mit den gleichen Trackingkameras dasselbe. Mittels vieler Software-Updates hatte HTC hier in den letzten Monaten nachgebessert, die Kritik verstummt allerdings nicht völlig.

Nachfolgend haben wir alle Informationen über die Cosmos-Plattform zusammengetragen. Weitere Entwicklungen werden wir hier regelmäßig aktualisieren.

Vive Cosmos: Irgendwo im Vive-Niemandsland

NameVive Cosmos
Zielgruppenicht näher spezifiziert
Headset-Spezifikationensiehe Datenblatt
FaceplateTracking-Faceplate, je eine zusätzliche
Trackingkamera an der Ober- und Unterseite
Release03.10.2019
Paket-Preis829 Euro

Offizielles Zubehör für Vive Cosmos

Das folgende Zubehör ist für jene gedacht, die bereits eine Vive Cosmos-Version besitzen und etwa von der Vive Cosmos Play upgraden oder sich zusätzliche Inside-Out-Trackingkameras für das Vive Cosmos Elite-Paket zu holen. Das Vive Wireless-Modul (Test) ist generell optional, wird aber hier aufgeführt, weil es ein Alleinstellungsmerkmal der Vive-Brillen darstellt.

Zubehör-Preis Faceplatevermutlich rund 200 Euro
Zubehör-Preis Wireless-Modul404 Euro

Vive Cosmos Datenblatt

DIMENSIONENunbekannt, ähnlich Oculus Rift S
Gewicht: 651 Gramm
DISPLAYZwei VR-optimierte LC-Displays
Größe: 3,4 Zoll
1.440 mal 1.700 Pixel pro Auge
Subpixel: volle RGB-Matrix
Low Persistence
Bildwiederholrate: 90 Hz
OPTIKLinsentyp: Fresnel
Fokusdistanz: unbekannt
Sichtfeld: 110 Grad
Augenabstand einstellbar (IPD)
Fokusrad
AUDIOIntegrierte On-Ear-Kopfhörer
3,5 mm Klinke für Kopfhörer
Mikrofon (unbestätigt)
TRACKINGVR-Brille: 6-DoF (räumlich, Trackingkameras in die Brille integriert)
Controller: 6-DoF (räumlich, werden durch Brille erfasst)
FEATURESGyroscope, Accelerometer, Magnetometer, Näherungssensor (unbestätigt),
sechs Kameras (frontal, seitlich, oben, unten)
2x Cosmos Controller
Austauschbare Frontblende bspw. für SteamVR-Tracking
VERBINDUNGUSB-C 3.0, DP 1.2, proprietäre Verbindung zu Mods
Kabellänge unbekannt, Vive-Drahtlos-VR kompatibel
VERFÜGBARKEIT3. Oktober 2019
PREIS829 Euro

Vive Cosmos Infos

Die normale und aktuell erhältliche Vive Cosmos ist bereits modular. Die sogenannte Faceplate, also die abnehmbare Platte an der Front der VR-Brille, ist mit je einer zusätzlichen Trackingkamera an der Ober- und Unterseite ausgestattet, die den vertikalen Trackingwinkel deutlich erhöhen.

In einem Interview erklärt der Vive-Manager Daniel O'Brien, was HTC mit der neuen VR-Brille erreichen wollte.

Die Vive Cosmos hat in der neuen Cosmos-Plattform nur die vertikalen Kameras als Alleinstellungsmerkmal. BILD: HTC

Das ist auch das einzige Alleinstellungsmerkmal, es gibt nach oben und unten einfach mehr Trackingvolumen. Angesichts der anderen Cosmos-Varianten und der Konkurrenz ergibt diese VR-Brille kaum Sinn.

Den von HTC noch nicht genannten Preis für die Faceplate haben wir anhand des Unterschieds zwischen den Preisen der verschiedenen VR-Brillen auf rund 200 Euro geschätzt. Das kann sich noch etwas ändern und wird von uns aktualisiert, sobald wir mehr Informationen haben.

Test zur Vive Cosmos

Wir hatten bislang leider keine Möglichkeit, die Vive Cosmos selbst zu testen. Einen guten Eindruck könnt ihr euch trotzdem in unserer Zusammenfassung internationaler Test-Berichte verschaffen.

Vive Cosmos Play: Die VR-Einsteigerbrille

NameVive Cosmos Play
ZielgruppeVR-Einsteiger und “Casuals”
Headset-Spezifikationenwie Vive Cosmos
FaceplatePlastikabdeckung, damit zwei vertikale Trackingkameras
weniger
ReleaseQ2 2020
Paket-Preiszwischen 500 und 600 Euro

Offizielles Zubehör für Vive Cosmos Play

Das folgende Zubehör ist für jene gedacht, die bereits eine Vive Cosmos besitzen und aus irgendeinem Grunde die Plastikabdeckung haben wollen. Das Vive Wireless-Modul (Test) ist allgemein optional und wird hier aufgeführt, weil es ein Alleinstellungsmerkmal der Vive-Brillen ist. Wer am PC kabellos VR spielen will, kann das offiziell nur mit Vive.

Zubehör-Preis Faceplaten.a.
Zubehör-Preis Wireless-Modul404 Euro

Vive Cosmos Play Infos

Die Vive Cosmos Play kommt ohne die zusätzlichen Trackingkameras der Vive Cosmos, der vertikale Trackingbereich wird deutlich kleiner ausfallen. Zu diesem Zweck wird die Faceplate einfach mit einer Plastikabdeckung ausgestattet. Diese Variante ist als Zubehör für Besitzer der Vive Cosmos völlig uninteressant.

Vive Cosmos Play von vorn mit Cosmos Controllern

Die Vive Cosmos Play ist HTCs neue Einsteigerlösung für VR-Neulinge. BILD: HTC

Als Paket für Neukäufer soll die Vive Cosmos Play im Bereich zwischen 500 und 600 Euro kosten und Anfang des zweiten Quartals 2020 auf den Markt kommen. Enthalten ist die Vive Cosmos Play, ein In-Ear-Headset und die Cosmos-Controller. Die Deluxe Audio-Kopfhörer können als Zubehör zusätzlich gekauft werden.

Test zur Vive Cosmos Play

Derzeit gibt es noch keine Tests zur Vive Cosmos Play.

Vive Cosmos Elite: VR-Brille mit SteamVR-Tracking

NameVive Cosmos Elite
ZielgruppeHardcore-Gamer
Headset-Spezifikationenwie Vive Cosmos
FaceplateExternal Tracking, SteamVR-Basisstationen 1.0 /
2.0
ReleaseMärz 2020
PAKET-PREIS999 Euro

Offizielles Zubehör für Vive Cosmos Elite

Das folgende Zubehör ist für jene gedacht, die bereits eine Vive Cosmos-Version besitzen und upgraden wollen, etwa von der Vive Cosmos Play oder der Vive Cosmos. Das Vive Wireless-Modul (Test) ist generell optional, wird aber hier aufgeführt, weil es ein Alleinstellungsmerkmal der Vive-Brillen darstellt.

Wer bereits SteamVR-Zubehör hat, braucht das entsprechende Zubehör natürlich nicht zusätzlich zu kaufen.

Zubehör-Preis Faceplatevermutlich rund 200 Euro
Zubehör-Preis Basisstationen SteamVR 1.0 oder 2.0
(wenn nicht vorhanden)
2x 149,99 Euro oder
2x 199 Euro
Zubehör-Preis Vive-Controller für SteamVR-Tracking
(wenn nicht vorhanden), alte und neue Version
2x 149,99 Euro oder
2x 218 Euro
Zubehör-Preis Cosmos-Controller für Inside-Out-Nutzung
(wenn nicht vorhanden)
2x 119 Euro
Zubehör-Preis Wireless-Modul404 Euro

Vive Cosmos Elite Infos

Mit der Vive Cosmos Elite möchte sich HTC an Hardcore-Gamer richten, die auf präzises Tracking Wert legen. Die Vive Cosmos wird mit einer sogenannten „External Tracking“-Faceplate zur Lighthouse-Tracking-gestützten VR-Brille umfunktioniert.

Die Platte weist die typischen Sensormulden der bisherigen Vive-Modelle auf und ist mit den Basisstationen SteamVR bzw. Lighthouse 1.0 und 2.0 kompatibel. Diese Technologie ermöglicht seit dem Release der klassischen HTC Vive das präziseste VR-Tracking für Endverbraucher.

Vive Cosmos Elite mit Vive-Controllern und Basistationen

Die Vive Cosmos Elite soll sich mit Lighthouse-Tracking an Gamer richten. BILD: HTC

Gleichzeitig lässt sich die Vive Cosmos Elite mit einem Wechsel oder der Abnahme der Faceplate wieder zu einem Inside-Out-Headset umfunktionieren, um es beispielsweise mitzunehmen. Der Unterschied im Controller-Tracking dürfte hier im direkten Vergleich auffallen, allein schon deshalb, weil man die Cosmos-Controller statt der Vive-Stäbe benutzen muss.

Die Vive Cosmos Elite erscheint im März 2020. Die unverbindliche Preisempfehlung für den europäischen Markt beträgt 1000 Euro. Im Paket enthalten ist die Vive Cosmos Elite, die ursprünglichen Vive-Controller (Vive-Wands) sowie die abklappbaren Deluxe Audio-Kopfhörer am Halo-Strap. Außerdem sind zwei Monate Viveport Infinity enthalten, also die VR-App-Flatrate der Viveport-Plattform.

Den von HTC noch nicht genannten Preis für die Faceplate haben wir anhand des Unterschieds zwischen den Preisen der verschiedenen VR-Brillen auf rund 200 Euro geschätzt. Das kann sich noch etwas ändern und wird von uns aktualisiert, sobald wir mehr Informationen haben.

Wer die Vive Cosmos Elite mit Inside-Out-Tracking nutzen will, benötigt dafür zusätzlich die Vive Cosmos-Controller.

Test zur Vive Cosmos Elite

Derzeit gibt es noch keine Tests zur Vive Cosmos Elite.

Vive Cosmos XR: Mixed Reality-Brille für Business & Entwickler

NameVive Cosmos XR
ZielgruppeEntwickler und Unternehmen
Headset-Spezifikationenwie Vive Cosmos
FaceplateXR-Faceplate, zwei zusätzliche
Passthrough-Kameras an der Unterseite, zwei vertikale Trackingkameras weniger
ReleaseQ2 2020
PAKET-PREISüber 1.000 Euro

Offizielles Zubehör für Vive Cosmos XR

Das folgende Zubehör ist für jene gedacht, die bereits eine Vive Cosmos-Version besitzen und upgraden wollen, etwa von der Vive Cosmos, Vive Cosmos Play oder der Vive Cosmos Elite. Das Vive Wireless-Modul (Test) ist optional, wird aber hier aufgeführt, weil es ein Alleinstellungsmerkmal der Vive-Brillen darstellt.

Zubehör-Preis Faceplatevermutlich rund 200 Euro
Zubehör-Preis Wireless-Modul404 Euro

Vive Cosmos XR Infos

Vive Cosmos XR richtet sich vornehmlich ans Business und an Entwickler, die mit einer Mischung aus VR und Realität arbeiten wollen.

Die Vive Cosmos XR besitzt keine vertikalen Trackingkameras und kommt stattdessen mit zwei zusätzlichen Passthrough-Kameras mit Raumerkennung (Spatial Recognition). Die haben einen Sichtwinkel von 100 Grad und können erkennen, welche Objekte sich wo im Raum befindet. Die Software soll dann sogar in der Lage sein, anhand der visuellen Daten Kollisionen zwischen virtuellen und realen Gegenständen zu simulieren.

Vive Cosmos XR mit Cosmos-Controllern

Die Vive Cosmos XR kommt mit Cosmos-Controllern und zwei zusätzlichen Passthrough-Kameras. BILD: HTC

Beim Tracking wird auf Inside-Out gesetzt, schließlich soll dieses VR-Headset überwiegend mobil eingesetzt werden. Das Vive Cosmos XR-Paket soll gegen Ende des zweiten Quartals 2020 erscheinen und voraussichtlich über 1.000 Euro kosten.

Die Faceplate kann auch als Zubehör zugekauft werden, wir vermuten einen Preis von rund 200 Euro.

Test zur Vive Cosmos XR

Derzeit gibt es noch keine Tests zur Vive Cosmos XR.

Die Vive Cosmos-Brillen & offizielles Zubehör bekommt ihr hier:

Fazit zur Vive Cosmos-Plattform: Chaotische Strategie auf einem unsicheren Unterbau

Wie sich die einzelnen modularen Zubehöre in der Praxis machen, müssen Tests und Erfahrungsberichte zeigen. Interessant ist, dass HTC trotz der anhaltenden Kritik und Klagen über das Inside-Out-Tracking weiter auf die ursprüngliche Vive Cosmos setzt.

Klar, die Modularität war versprochen, die Möglichkeit zum Lighthouse-Tracking ebenfalls. Allerdings gibt es deutlich bessere Inside-Out-Trackinglösungen, etwa die der direkten Konkurrenz durch die Oculus Quest (Test).

Eine Plattform mit modularen VR-Brillen für verschiedene Zwecke aufzubauen, ist durchaus eine gute Idee. Über den Erfolg der Cosmos-Plattform werden allerdings Technik und Preis entscheiden. Letzterer ist bei HTC deutlich höher als bei der Konkurrenz und sorgt bei den Zubehör-Elementen der neuen Cosmos-Plattform für Verwirrung beziehungsweise macht manche Upgrades schlicht uninteressant.

Mit der Oculus Quest und Oculus Link (Info-Guide) gibt es eine flexible und bezahlbare VR-Brille, die sogar bereits Quest-Handtracking (Info-Guide) mitbringt. Facebook schielt ebenfalls auf den Business-Bereich. Kann die Vive Cosmos XR Entwicklern einen Mehrwert bieten, der den doppelten Preis rechtfertigt? Das werden die kommenden Monate zeigen.

Im Highend-VR-Bereich ist die Valve Index (Test) derzeit das Maß aller Dinge. Während die Vive Cosmos Elite nur mit den alten Vive-Wands kommt, bieten die Index-Controller eine deutlich ergonomischere Form und deutlich bessere Features. Aber selbst wenn man die Index-Controller zur Vive Cosmos Elite hinzu kauft, kommt man preislich schlechter weg als beim Kauf einer Valve Index.

Auf der anderen Seite kann man die Valve Index nicht ohne weiteres mobil nutzen und natürlich ist die vertikale Auflösung der Cosmos etwas höher. Allerdings werden hier wieder zusätzlich die Cosmos-Controller benötigt, was beim traditionell teuren Vive-Zubehör weiter auf den Geldbeutel drückt.

Hier zeigt sich auch das totale Chaos im allgemeinen Lineup der Vive-Brillen: Wer blickt denn noch durch, wann welche Vive-Brille Sinn ergibt? Viele Varianten des Cosmos-Bausatzes machen Upgrades finanziell sogar völlig uninteressant.

Von einer Vive Cosmos auf eine Vive Cosmos Elite upzugraden, würde neben der Faceplate (wir schätzen 200 Euro), zwei Vive-Controllern (alte Version – 149,99 Euro / Stück) und zwei Basisstationen (alte Version, derzeit nicht auf Lager – 149,99 Euro / Stück) rund 790 Euro kosten. Die neuen Versionen der SteamVR-Basisstationen und Vive-Controller sind nochmal deutlich teurer. Für 290 Euro mehr gibt es ein Valve-Index-Komplettpaket.

Es gibt noch mehr interessante Rechenbeispiele zu diesem Thema: Road to VR hat HTCs wirre Marktstrategie mal komplett auseinander genommen.

Eine sinnvolle Strategie lässt sich hinter der Cosmos-Plattform bei der aktuellen Preisgestaltung nicht erkennen. Ein direkter Vergleich und ausführliche Tests der Cosmos-Brillen muss letztlich zeigen, ob die Cosmos-Plattform eine Chance hat oder ob hier ein totes Pferd geritten wird.

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