SwitchBot Indoor Cam im Test: Was leistet die preiswerte WLAN-Kamera?

SwitchBot Indoor Cam im Test: Was leistet die preiswerte WLAN-Kamera?

Mit der Indoor Cam bietet SwitchBot eine günstige smarte WLAN-Kamera für unter dreißig Euro an. Was taugt die Überwachungskamera fürs Smart-Home?

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Der chinesische Hersteller SwitchBot versucht mit cleveren kleinen Gadgets eine Nische im Smart Home-Markt zu finden. Der SwitchBot Curtain automatisiert beispielsweise Vorhänge und der SwichtBot Bot macht „dumme“ Schalter smart. Mit der SwitchBot Indoor Smart Cam bietet das Unternehmen jetzt erstmals eine günstige WLAN-Kamera an.

Für knapp dreißig Euro gibt es ein zoombares Full-HD-Bild, Nachtsicht, automatische Bewegungserkennung und volle Smart-Home-Kompatibilität. Ich hatte sie knapp acht Wochen im Einsatz. Überzeugt die Smart Cam im Langzeit-Test?

Hinweis: Wer sich zum Kauf einer WLAN-Kamera mit Cloud-Speicher-Funktion entscheidet, sollte sich vorher gut überlegen, wie sehr er dem Hersteller vertraut oder wie wichtig die eigene Privatsphäre ist. Da es für uns nicht nachprüfbar ist, ob die Herstellerangaben zu Sicherheit und Datenschutz eingehalten werden, gehen wir im Test nicht gesondert darauf ein. Die Herstellerangaben zu Sicherheit und Privatsphäre findet ihr im Abschnitt Produktdetails.

SwitchBot Indoor Cam: Review in aller Kürze

Die SwitchBot Indoor Cam ist eine zuverlässige WLAN-Kamera mit ordentlichem Bild und vielseitigen Montagemöglichkeiten. Videos können auf dem Smartphone, lokal auf dem Gerät per SD-Karte oder in der (kostenpflichtigen) Cloud gespeichert werden. Abstriche müssen lediglich in der Verarbeitung gemacht werden, was bei einem Preis von unter 30 Euro verschmerzbar ist.

Vorteile der SwitchBot Smart Cam:

  • ordentliches Bild bei gutem Licht und im Nachtsichtmodus
  • stabile und zuverlässige Verbindung über WLAN
  • anpassbare Bewegungsortung (Mensch / Haustier)
  • wählbare Alarmbereiche im Kamerabild
  • praktisches Zubehör für vielseitige Aufstellmöglichkeiten
  • lokales Speichern per SD-Karte möglich
  • funktioniert mit Google Home, HomeKit und Alexa

Nachteile der SwitchBot Smart Cam:

  • leichtes Bildflackern bei schwacher Beleuchtung
  • „billige“ Verarbeitung
  • Funktionalität auf Smart Displays eingeschränkt
  • instabile Verbindung beim Livestream über Smart Displays
  • zusätzliches Hub (ca. 40 Euro) nötig für die Einbindung ins Heimnetzwerk

Produktdetails

Praktische Montagemöglichkeiten, schwache Verarbeitung

Die kompakte Smart Cam ist nicht gerade das hochwertigste Stück Smart Home-Gadget, das ich bisher getestet habe. Besonders beim An- und Abnehmen des Standfußes habe ich jedes Mal das Gefühl, dass ich gleich etwas zerbreche. Durchdacht ist die Konstruktion aber dennoch.

Der magnetische Standfuß mit Kugelgelenk kann unten oder an der Hinterseite der Kamera angebracht werden.

Der magnetische Standfuß mit Kugelgelenk kann unten oder an der Hinterseite der Kamera angebracht werden. | Bild: SwitchBot

Den mitgelieferten Standfuß kann ich an die Unterseite oder die Rückseite der quadratischen Kamera andocken. Dank eines Kugelgelenks bringe ich die Linse anschließend in fast jede erdenkliche Position. Wer die Smart Cam in das Mauerwerk dübeln will, nimmt die Platte unten vom Standfuß ab und befestigt sie mit dem mitgelieferten Montagematerial an der Wand.

Bei Bedarf kann ich die Kamera von der montierten Platte per Drehmechanismus abnehmen. Das zwei Meter lange USB-Ladekabel sorgt für etwas Freilauf, allerdings ist die Buchse sehr leichtgängig. Ist das Kabel gespannt, kann es unter Umständen aus der Kamera fallen und zu einem möglicherweise unbemerkten Ausfall führen. Einen Akku hat die SwitchBot Smart Cam nicht.

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SwitchBot Smart Cam: Überzeugende Bildqualität bei Tag und Nacht

Die Qualität des Livestreams überraschte mich positiv. Bei guten Lichtverhältnissen gibt es nichts zu meckern, erst bei Abendlicht wird das Bild gelegentlich etwas instabil. Wird es dunkel, schaltet sich automatisch der Nachtsichtmodus ein, der durch sechs Infrarot-LEDs erzeugt wird. Der ist nicht ganz so kontrastreich wie bei der Google Nest Cam mit Akku (Test), läuft aber ebenfalls stabil und ist frei von Flimmern und anderen Bildstörungen.

Die SwitchBot Indoor Cam liefert ein ordentliches Full-HD-Bild. Der Zeitstempel kann auf Wunsch deaktiviert werden.

Die SwitchBot Indoor Cam liefert ein ordentliches Full-HD-Bild. Der Zeitstempel kann auf Wunsch deaktiviert werden. | Bild: SwitchBot

Mit ihrem 130-Grad-Weitwinkel ist sie der Google-Konkurrenz dicht auf den Fersen und kann Räume bis circa 20 Quadratmeter erfassen. Per Zwei-Finger-Wischgeste zoome ich stufenlos in das Bild, bis die Pixel überhandnehmen. Während eines Livestreams am Smartphone werden Datum, Zeit sowie die aktuelle Übertragungsrate in KB pro Sekunde eingeblendet. Die Übertragungs-Latenz liegt bei etwas mehr als einer Sekunde. Über den gesamten Testzeitraum von etwa acht Wochen fiel die Verbindung kein einziges Mal aus.

Regelbare Bewegungserkennung gegen Haustier-Fehlalarme

Die smarte Kamera erkennt Bewegungen automatisch und schickt mir beim Erfassen eine Benachrichtigung auf das Smartphone. Reagiert die Bewegungserkennung zu zaghaft, regle ich den Sensor hoch. Insgesamt drei Stufen (low, medium, high) stehen mir zur Verfügung. Auf Wunsch darf ich die Erkennung in der Smartphone-App auch auf Menschen reduzieren. Damit sollen durch Haustiere ausgelöste Fehlalarme reduziert werden.

In der SwitchBot-App kann ich Alarmbereiche festlegen. Außerhalb des Rahmens wird keine Bewegung mehr erfasst.

In der SwitchBot-App kann ich Alarmbereiche festlegen. Außerhalb des Rahmens wird keine Bewegung mehr erfasst. | Bild: SwitchBot

Innerhalb des Kamerabildes darf ich zudem einzelne Bereiche von der Bewegungserfassung ausnehmen. Wie bei einer Bildbearbeitung ziehe ich dazu auf dem Smartphone einen Rahmen auf den gewünschten Bereich und der Rest des Bildes wird nicht mehr beachtet. Die Bewegungserkennung der SwitchBot Indoor Cam funktioniert in der Regel zuverlässig. Hin und wieder erkannte sie einen meiner Hunde aber auch bei eingeschalteter „Nur Menschen erkennen“-Funktion.

Die Bewegungserfassung kann ich über die SwitchBot-App in automatisierte Abläufe, sogenannte „Szenen“ einbauen. Erkennt die Kamera eine Bewegung, schaltet sich etwa automatisch das Licht an. Auch der Privatsphäre-Modus, bei dem die Kamera in den Stand-by-Betrieb wechselt und nicht mehr aufzeichnet, lässt sich so an einen Zeitplan oder ein Ereignis koppeln. In Alexa-Routinen oder Google Home-Abläufen klappt die Einbindung ebenfalls.

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SwitchBot Smart Cam speichert auf SD-Karte, Smartphone oder Cloud

Eingerichtet wird die Cam über die SwitchBot-App für iOS oder Android. Der automatische Scan per Bluetooth scheiterte zwar, die manuelle Einrichtung funktionierte allerdings problemlos. In der App wird ein QR-Code generiert, den ich vor die Kamera halte und wenige Sekunden später ist das Gerät im System.

Auf dem Smartphone kann ich während des Livestreams zwischen HD und SD wechseln, um Speicherplatz und Strom zu sparen. Auf die Gegensprechfunktion greife ich per Fingertipp zu. Die Audioqualität reicht für das Nötigste, überzeugend klingt aber anders. Screenshots oder Videos kann ich ebenfalls aufzeichnen, die automatisch in der Galerie des Smartphones gespeichert werden.

Optional bietet SwitchBot einen kostenpflichtigen Cloud-Dienst an, der ereignisbasierte oder lückenlose Aufzeichnungen für bis zu 30 Tage aufzeichnet. Wer auf Cloud-Speicherung verzichten möchte, nutzt den SD-Kartenslot der Kamera und speichert bis zu 128 Gigabyte lokal. Wenn ich keine Bilder speichern möchte, bekomme ich lediglich eine Benachrichtigung auf das Handy, dass eine Bewegung erkannt wurde.

SwitchBot Smart Cam: Etwas zögerlich im Smart Home-System

Damit die SwitchBot Smart Cam per Alexa (Guide), Google Assistant oder Siri gesteuert und in die jeweiligen Smart Home-Systeme integriert werden kann, benötigt ihr ein SwitchBot Hub Mini.  Das gilt übrigens für alle SwitchBot-Produkte. Das Hub relativiert die günstigen Anschaffungskosten der Kamera mit seinen knapp 40 Euro UVP schnell wieder. Ansonsten bleibt euch nur der Zugriff über die SwitchBot-App.

Streame ich das Bild der SwitchBot Indoor Cam auf ein Smart Display, habe ich keinen Zugriff auf weitere Optionen.

Streame ich das Bild der SwitchBot Indoor Cam auf ein Smart Display, habe ich keinen Zugriff auf weitere Optionen. | Bild: SwitchBot

Habt ihr die SwitchBot-App mit Google Home oder der Alexa-App schon vorab verbunden, erfolgt die Integration in die jeweiligen Systeme bei der Erstinstallation der Cam automatisch. Bis das Live-Bild nach dem bestätigten Sprachbefehl auf Google Nest Hub 2 (Test) oder dem Echo Show 8 (Test) eintrifft, vergehen etwa fünf bis zehn Sekunden. Auf dem Smartphone dauert es maximal drei.

Gelegentlich ruckelt das Bild auf den Smart Displays und die Übertragungsqualität ist nicht so stabil wie beim Stream auf das Smartphone. Zudem zeigen mir Echo und Nest Hub lediglich Uhrzeit und Datum an, weitere Bedienmöglichkeiten habe ich nicht.

Fazit zur SwitchBot Indoor Cam

Die SwitchBot Smart Cam ist eine günstige WLAN-Kamera mit ordentlichem Bild und großem Funktionsumfang. Der Live-Videostream auf das Smartphone läuft zuverlässig und stabil. Auf Smart Displays macht das Bild der Smart Cam eine weniger souveräne Figur, ruckelt gelegentlich und der Zugriff dauert mehr als doppelt so lange.

Bei der Verarbeitung müssen Abstriche gemacht werden. Man merkt der SwitchBot Smart Cam ihren günstigen Preis an. Das Anbringen des Standfußes ist fummelig und der USB-Stecker etwas zu leichtgängig. Dadurch kann der Stecker aus der Buchse rutschen und die Kamera stellt möglicherweise unbemerkt den Dienst ein.

Das Montage- und Installationskonzept ist hingegen gut durchdacht. Wandmontage, Magnethalterung und Standfuß mit Kugelgelenk für Hinter- und Unterseite lassen kaum Wünsche offen. Das USB-Ladekabel mit seinen knapp zwei Metern hat zudem eine ordentliche Länge für eine Indoor Cam.

SwitchBot Indoor Cam könnt ihr hier kaufen

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SwitchBot Hub Mini SwitchBot Online-Shop 39,00 Euro

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