Google Nest Cam mit Akku im Test: Tag und Nacht alles im Blick

Google Nest Cam mit Akku im Test: Tag und Nacht alles im Blick

Wir haben die Smart Home-Kamera Google Nest Cam mit Akku im Indoor- und Outdoor-Einsatz samt KI-Features getestet. Was könnt ihr von der Smart Cam erwarten?

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Googles Smart Home-Ambitionen steigen. Der Google Assistant (Guide) steuert immer mehr smarte Geräte und wird mit dem kommenden Smart Home-Standard Matter voraussichtlich noch universeller einsetzbar. Gleichzeitig nimmt die eigene Produktpalette an Nest-Geräten stetig zu.

Neben dem Smart Speaker Nest Audio (Test) und dem Smart Display Nest Hub 2 (Test) stechen primär die smarten Kameras des Suchmaschinenanbieters hervor. KI-Features und umfangreiche Einsatzmöglichkeiten treffen auf einen moderaten Preis.

Ich hatte die Google Nest Cam Outdoor oder Indoor mit Akku (was für ein Name!) zwei Monate im Langzeittest und habe über das Nest Hub 2 meine Hunde ausspioniert – drinnen und draußen.

Hinweis: Wer sich zum Kauf einer WLAN-Kamera mit Cloud-Speicher-Funktion entscheidet, sollte sich vorher gut überlegen, wie sehr er dem Hersteller vertraut oder wie wichtig die eigene Privatsphäre ist. Da es für uns nicht nachprüfbar ist, ob die Herstellerangaben zu Sicherheit und Datenschutz eingehalten werden, gehen wir im Test nicht gesondert darauf ein. Die Herstellerangaben zu Sicherheit und Privatsphäre findet ihr im Abschnitt Produktdetails.

Google Nest Cam Outdoor oder Indoor mit Akku: Review in aller Kürze

Die Google Nest Cam ist eine hervorragende Smart Home-Kamera für den Innen- und Außeneinsatz mit einer soliden bis guten Bildqualität. Der Funktionsumfang ist auch ohne Abo üppig und lässt viele individuelle Anpassungen zu. Abstriche müssen beim Speicher in Kauf genommen werden, da eine Option zum lokalen Speichern von Daten fehlt. Für die komfortablen KI-Funktionen fällt eine monatliche Gebühr im Nest-Abo an.

Vorteile der Google Nest Cam mit Akku:

  • robuste Objekterkennung von Mensch, Tier, Fahrzeug und mehr
  • viele individuell anpassbare Funktionen
  • Bild lässt sich in Alarmzonen aufteilen
  • gute Nachtsicht
  • Akku hält bis zu zwei Monate
  • vielseitige Montageoptionen
  • starke Magnethalterung
  • umfangreiche KI-Funktionen (z.B. Gesichtserkennung)
  • Maschinelles Lernen auf dem Gerät

Nachteile der Google Nest Cam mit Akku:

  • große Bauweise
  • keine lokale Speichermöglichkeit
  • KI-Funktionen nur für zahlende Abonnenten
  • durchgehender Verlauf nur für zahlende Abonnenten
  • ereignisbasierter Verlauf ohne Abo nur für die letzten drei Stunden
  • eingeschränkte Nutzung über Nest Hub 2

Produktdetails Google Nest Cam Indoor oder Outdoor mit Akku

Nest Cam: Starker Akku und flexibel einsetzbar

Die Nest Cam ist mit ihren 8,3 x 8,3 Zentimetern zwar nicht gerade klein. Dafür kann ich sie beinahe überall problemlos anbringen. Die Kamera selbst und ihr abnehmbarer Sockel sind magnetisch und halten an metallischen Oberflächen auch ohne Schrauben bombenfest.

Die beiliegende Montageplatte ist magnetisch und kann verschraubt werden. Der hier gezeigte Standfuß muss aber zugekauft werden.

Die beiliegende Montageplatte ist magnetisch und kann verschraubt werden. Der hier gezeigte Standfuß muss aber zugekauft werden. | Bild: Google

Im Außeneinsatz blieb die Nest Cam auch bei Windstärken von 80 km/h und Schneegestöber fest im Sattel. Montagematerial zur Verschraubung liegt ebenfalls bei und an der Unterseite der Kamera befindet sich ein Stativ-Gewinde. Nur der Standfuß muss dazugekauft werden. Durch den verbauten Akku bleibt die Kamera über mehrere Wochen flexibel, bevor sie ans Ladegerät muss.

Komfortable Bedienung im Google Smart-Home

Wie alle Smart Home-Geräte von Google wird auch die Nest Cam über die Google Home-App eingerichtet und gesteuert. Zur Ersteinrichtung wird ein QR-Code eingescannt und die Home-App übernimmt den Rest. Der Vorgang ist kinderleicht und in wenigen Minuten vollzogen.

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Da es sich um ein Google-Gerät handelt, schauen Alexa-Nutzer:innen natürlich in die Röhre. Die Nest Cam lässt sich nur in das Google Home-System aufnehmen und kann dort in automatische Abläufe oder Routinen integriert werden. Auf das Bild der Kamera greife ich entweder über das Smartphone oder das Google Nest Hub 2 (Guide) zu, wobei Letzteres etwas länger benötigt, um die Verbindung herzustellen.

Auf dem Smart-Display halten sich auch die Optionen in Grenzen. Akkustand abrufen und Video-Livestream – das war’s. Ich kann zwar den Livestream per Sprachbefehl auf dem Display starten, die Zwei-Wege-Kommunikation funktioniert allerdings nur per Google Home-App. Die Klangqualität reicht für kurze Gespräche. Wind und vorbeifahrende Autos kann aber selbst die verbaute Geräuschunterdrückung nicht ganz abschirmen.

Gutes und stabiles Bild bei Tag und Nacht

Die Nest Cam erreicht mit ihrem 2-Megapixel-Farbsensor eine Auflösung von 1.920 x 1.080 bei 30 Bildern pro Sekunde. Das ist keine Meisterleistung, reicht aber für die meisten Heimanwendungen aus. Das Bild blieb im Test auch bei schwachen Lichtverhältnissen stabil und Bewegungen wurden flüssig angezeigt. In seltenen Fällen kam es zu Bildflackern, das sich aber nach wenigen Sekunden wieder einstellte.

Die Google Nest Cam mit Akku ist wetterfest und sieht auch nachts, was draußen vor sich geht.

Die Google Nest Cam mit Akku ist wetterfest und sieht auch nachts, was draußen vor sich geht. | Bild: Google

Richtig platziert fängt die Kamera Räume bis zwanzig Quadratmeter problemlos ein. Per sechsfachem Digital-Zoom kann ich auch kleinere Zimmerecken begutachten, wobei das Bild dann deutlich an Qualität einbüßt. Nimmt die Kamera auf oder befindet sich im Livestream, leuchtet eine grüne Status-LED. Um unbemerkte Spionage zu unterbinden, kann die Leuchte nicht deaktiviert werden.

Wer nachts den heimischen Garten beobachten will, profitiert von den sechs Hochleistungsinfrarot-LEDs. Bis zu sechs Meter weit kann ich damit in die Dunkelheit blicken und behalte etwa meine Hunde im Auge.

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Großer Funktionsumfang ohne lokale Speichermöglichkeit

Neben den Standardfeatures für Smart Cams wie einem Video-Livestream auf das Smartphone oder Smart Display beherrscht die Nest Cam zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten für die Bewegungserkennung. Ich kann wählen, ob die Kamera entweder Personen, Tiere oder Fahrzeuge, alle drei zusammen oder gleich jegliche Form von Bewegung registriert.

Innerhalb des üppigen Erfassungsbereiches von 110 Grad in der Horizontalen kann ich bestimmte Bereiche aussparen und Alarmzonen definieren. Das ist besonders nützlich, wenn sich etwa ein Fenster auf die Straße im Blick der Kamera befindet und dadurch ständig ungewollt Passant:innen oder Fahrzeuge erkannt werden.

Jede Zone lässt sich anpassen und für verschiedene Anwendungsfälle optimieren. Ich kann unter anderem das Bild meines Esszimmers in drei Teile aufgliedern: Ein Bereich erkennt nur Personen, ein weiterer nur Haustiere und der letzte jegliche Form von Bewegung. Das spart Akku und reduziert Benachrichtigungen. Nutzt ihr die lückenlose Aufzeichnung, wird das Bild außerhalb der Alarmzonen allerdings trotzdem aufgenommen.

Registriert die Nest Cam eine Bewegung, bekomme ich sofort eine Benachrichtigung. Die Erkennung lief während des Tests hervorragend und ohne Falschmeldungen. Die Latenz lag meistens unter einer Sekunde. Im ereignisbasierten Verlauf sehe ich das für die Dauer der registrierten Bewegung aufgezeichnete Video. In der Basis-Version speichern die Google-Server Ereignisse der letzten drei Stunden. Eine lokale Speichermöglichkeit gibt es nicht. Nur im Falle eines WLAN-Ausfalls speichert die Nest Cam bis zu einer Stunde lokal.

Gesichts- und Objekterkennung mit KI kostet extra

Mit dem kostenpflichtigen Abo-Service Nest Aware lässt sich der Cloud-Speicher auf bis zu 60 Tage ereignisbasierter und zehn Tagen lückenloser Erfassung erweitern. Der Preis beginnt bei fünf Euro pro Monat und schließt sämtliche Google Nest Cams eines Haushalts mit ein. Bei Diebstahl hilft Google unter bestimmten Bedingungen mit einem Ersatzgerät aus.

Ebenfalls nur im Abo erhältlich ist die intelligente Objekterkennung, die durch maschinelles Lernen, Geräusche oder Gesichter wiedererkennt. Damit die Gesichtserkennung funktioniert, braucht es ein paar Anläufe. Ich muss mich der Nest Cam mehrmals aus verschieden Winkeln und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen stellen, bis die Künstliche Intelligenz mich zuverlässig zuordnen kann.

Nest Cam: KI-Funktionen werden auf dem Gerät verarbeitet

Laut Google werden die KI-Funktionen auf dem Gerät verarbeitet und wandern nicht in die Cloud. Allerdings muss ich die Bilder von neuen Gesichtern in einer Datenbank speichern. Ganz ohne Cloud geht es doch nicht.

Die magnetische Nest Cam mit Akku lässt sich einfach von der Montageplatte abnehmen und wiederaufladen.

Die magnetische Nest Cam mit Akku lässt sich einfach von der Montageplatte abnehmen und wiederaufladen. | Bild: Google

Stuft die Nest Cam Objekte versehentlich als Gesichter ein, kann ich ihr anhand eines Screenshots der entsprechenden Szene ihren Fauxpas zeigen. Durch Bildanalyse lernt die Cam daraufhin, dass es sich beim eingefangenen Objekt nicht um ein menschliches Antlitz handelt und wiederholt den Fehler auch nicht. Die Gesichtsdatenbank kann ich ebenfalls manuell bereinigen.

Die Gesichtserkennung funktionierte während der Tests meistens zuverlässig. Nur bei schwacher Belichtung und nachts tat sich die Nest Cam gelegentlich schwer, mich zu erkennen. Eine Geräuscherkennung stand mir im Test-Abo nicht zur Verfügung.

Fazit zu Google Nest Cam Outdoor oder Indoor mit Akku

Die Google Nest Cam ist eine hervorragende Smart Home-Kamera für den Innen- und Außeneinsatz. Trotz ihrer Größe bleibt die Nest Cam flexibel einsetzbar. Dafür sorgen ein ausdauernder Akku und die vielfältigen Montageoptionen, allen voran die starke Magnetplatte, die auch starken Windböen trotzt.

Die Full-HD-Bildqualität des 2-Megapixel-Farbsensors ist bei gewöhnlicher Belichtung solide bis gut. Sechs Infrarot-LEDs sorgen auch bei Nacht für Durchblick. Bildaussetzer gab es über viele Wochen keine.

Der Funktionsumfang der Google Nest Cam lässt kaum Wünsche offen. Die Objekterkennung (Mensch, Tier, Fahrzeug, alles andere) funktioniert tadellos und lieferte keinerlei Falschmeldungen. Die weiterführenden KI-Optionen wie die Gesichtserkennung überzeugen, wenn man sie trainiert. Dafür wird allerdings ein kostenpflichtiges Abo fällig.

Google Nest Cam Outdoor oder Indoor mit Akku könnt ihr hier kaufen

Produkt / Link zum tink Online-Shop Preis
Google Nest Cam mit Akku (Indoor und Outdoor) € 189,00
Google Nest Cam mit Akku (Indoor und Outdoor) Doppelpack € 299,00
Google Nest Cam mit Akku im Doppelpack und Google Nest Hub 2 € 319,00

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