Totgeglaubte leben länger gilt auch für Highend-VR.

Kabetec VR-Brille

StarVR ist ein Gemeinschaftsunternehmen des taiwanesischen Elektronikherstellers Acer und des schwedischen Spielestudios Starbreeze, das seit 2016 an einer Highend-VR-Brille mit besonders hoher Auflösung und mit weitem Sichtfeld arbeitet.

StarVR One vom gleichnamigen Unternehmen StarVR erzählt ein VR-Brillendrama in drei Akten. Erster Akt: Die Ankündigung im Sommer 2018 (!) mit erstaunlichen Spezifikationen samt erster positiver Testeindrücke.

Der zweite Akt: Entwickler Starbreeze muss in die Insolvenz – der gerade erst gestartete Verkauf der Entwicklerversion wird gestoppt. StarVR zieht sich von der Börse zurück, Teilhaber Acer will das Projekt angeblich abstoßen.

VR-Brille StarVR One lebt wieder

Der dritte Akt folgt jetzt: StarVR bringt die One-Brille doch noch auf den Markt. In Japan und Taiwan wird sie durch Händler vertrieben, in Europa und den USA kann man hier eine Kaufanfrage stellen.

Ein Preis wird auf der Webseite nicht genannt. Die ursprüngliche Entwicklerversion, die kurzzeitig im November 2018 verkauft wurde, lag bei rund 3.200 US-Dollar zuzüglich Steuern und Versandkosten.

StarVR One: Selbst 2020 noch Highend

StarVR One bietet unter anderem ein integriertes Eye-Tracking-Modul des Herstellers Tobii sowie ein extra weites Sichtfeld mit bis zu 210 Grad horizontal und 130 Grad vertikal. Ein Highlight der Brille sind die großen, selbstentwickelten Linsen – sie ermöglichen das überdurchschnittlich weite Sichtfeld.

Die finanziellen Probleme des schwedischen Entwicklerstudios und StarVR-Erfinders Starbreeze holen jetzt das VR-Brillengeschäft ein.

Die breiten Linsen in Kombination mit einem Eye-Tracking-System, das Verzerreffekte an den Bildrändern korrigiert, sind ein Alleinstellungsmerkmal von StarVR One. Bild: StarVR

Die beiden AMOLED-RGB-Displays lösen mit 1.830 mal 1.464 Bildpunkten pro Auge und drei Subpixeln pro Pixel auf bei einer Bildwiederholrate von 90 Hz. Die Kombination aus hoher Auflösung und vollwertiger Subpixelmatrix soll für ein besonders scharfes, glattes Bild sorgen, bei dem einzelne Pixel nicht mehr erkennbar sind. Das Gewicht von StarVR One liegt bei circa 450 Gramm.

Beim Tracking bietet StarVR zwei Modi: Die Brille gibt es wahlweise mit Unterstützung für SteamVR 2.0 oder mit optischen Markern (One XT) für kamerabasierte Trackingsysteme, wie sie häufig in Arcades und Vergnügungsparks eingesetzt werden. StarVR will Betreibern und Entwicklern passende Schnittstellen an die Hand geben.

StarVR One ist in zwei Trackingversionen geplant. Allerdings zeigte StarVR bislang nur die SteamVR-Variante im Einsatz. Bild: StarVR

StarVR One ist in zwei Trackingversionen geplant. Allerdings zeigte StarVR bislang nur die SteamVR-Variante im Einsatz. Bild: StarVR

Dank des integrierten Eye-Tracking-Systems bietet die VR-Brille sogenanntes Foveated Rendering: Nur ein kleiner Punkt in der Bildmitte, der Punkt des schärfsten Sehens, wird mit allen Details und voller Auflösung berechnet. In der Peripherie werden weniger Details mit geringerer Auflösung dargestellt – das spart Rechenleistung und ermöglicht so bei gleicher PC-Hardware hübschere und technisch anspruchsvollere VR-Welten.

Das Eye-Tracking-Modul von Tobii. Die LEDs an den Rändern leuchten das Auge aus, sodass eine Minikamera die Pupille besser erfassen kann. Bild: StarVR

Das Eye-Tracking-Modul von Tobii. Die LEDs an den Rändern leuchten das Auge aus, sodass eine Minikamera die Pupille besser erfassen kann. Bild: StarVR

Außerdem können die Eye-Tracking-Kameras automatisch den optimalen Augenabstand einstellen. Insbesondere für Spielhallen ist das ein deutlicher Zugewinn beim Nutzungskomfort. Durch die optimale Augeneinstellung werden außerdem Verzerreffekte an den Bildrändern durch die breiten Linsen reduziert oder beseitigt.

Gedacht ist StarVR One für die Industrie, beispielweise für Design oder Marketing in VR. Unter anderem nutzte Porsche StarVR für VR-Probefahrten im 911 Carrera S.

Via: RoadtoVR, Mixed Reality TV

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