Mozilla glaubt an ein Metaverse, das dem offenen Web entspringt. Die eigene Social-VR-App “Hubs” soll ihren Teil dazu beitragen und kommt bald als Installation für eigene Server.

2018 startete Mozilla Hubs, eine Plattform für VR-Treffen, die komplett im Browser läuft. Die App funktioniert sowohl mit der VR-Brille als auch am Monitor oder dem Smartphone. Nutzer begegnen sich als Avatare in einer zufällig erstellten oder spezifisch generierten 3D-Umgebung und können dort miteinander sprechen und interagieren.

Ein zentraler Punkt von Hubs: Nutzer müssen keinen Account anlegen, um an einem Treffen teilzunehmen. Die Plattform funktioniert wie eine herkömmliche Webseite. Geteilt wird der Zugang zu einem Meeting-Raum via URL oder Code.

Das offene Web als Metaverse-Grundlage

Bei Mozilla sei man davon überzeugt, dass das “Metaverse”, also eine umfangreiche digitale 3D-Zwischenwelt, auf einer ähnlichen Basis wie das offene Web entstünde, schreibt Mozillas Hubs-Spezialist Greg Fodor. Er ist auch Mitgründer der mittlerweile an Microsoft verkauften Social-VR-Software AltspaceVR.

“Das Metaverse wird eine kleine Sammlung an Protokollen und Software, die zu einem explosiven Netzwerk-Wachstum führt, weil sie auf das Web gelegt wird”, schreibt Fodor. Web und Internet gemeinsam seien die Grundlage für das Metaverse – so wie das Internet die Grundlage für das Web war.

“Im Web eingebettete Metaversen werden eine viel größere Funktionalität und Reichweite haben und all jene überdauern, die nur im Internet eingebettet sind.”

Die Minimalausstattung für das Metaverse im Web seien Avatare mit Stimme und Körpersprache, dynamische Mixed-Media-Inhalte im 3D-Raum, 3D-Umgebungen, eindeutige Adressen und ein unabhängiger Zugang in das Netzwerk.

Außerdem benötige es kostenlose, einfach zu bedienende Werkzeuge und Software sowie neutrale Aufpasser und Akteure, die nicht auf Profit aus seien.

Fodor spricht die Konkurrenz zwar nicht direkt an, aber natürlich differenziert er Mozilla Hubs gezielt von Angeboten wie Horizon, Facebooks Metaverseversuch im eigenen Ökosystem.

Hubs für eigene Server und Spoke: Mozilla will mit gutem Beispiel vorangehen

Mit der Hubs-Plattform und der 3D-Kreativ-Software Spoke für virtuelle Umgebungen will Mozilla die selbst gesetzten Ansprüche erfüllen und so ein “System mit globaler Reichweite” erschaffen.

Hubs ist bereits als Open-Source-Code bei Github verfügbar. Ein weiterer Schritt zu mehr Offenheit soll jetzt folgen: Hubs Cloud können Anwender laut Fodor “mit wenigen Klicks” auf einem eigenen Server installieren.

Ohne dezentralisierte Server hätte auch das frühe Web nicht funktioniert, so Fodor. “In ersten Tests hatten wir Lehrer, Ärzte und 3D-Künstler, die vollständig skalierbare, selbst gehostete Server auf AWS aufbauten und keine Erfahrung mit dem Einrichten eigener Server hatten.”

Ein genaues Erscheinungsdatum für Hubs Cloud ist noch nicht bekannt, Fodor spricht von einer baldigen Veröffentlichung.

Bei Twitter verrät Fodor außerdem, dass er die VR-Brille nicht als Bedingung für ein Avatar-basiertes 3D-Internet sieht. VR könne zwar im Gegensatz zu Video ein Gefühl sozialer Präsenz und für einen geteilten Raum vermitteln auf Augenhöhe mit realen Begegnungen.

Allerdings könne schon allein die Übernahme eines Avatars am Monitor diesen Effekt erzeugen. Die Avatar-Idee leide jedoch unter dem Stigma, dass sie nur im Zusammenspiel mit VR und Games Sinn ergebe.

Via: Road to VR

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