Sidequest: Weshalb Google Ventures in die VR-Plattform investiert

Sidequest: Weshalb Google Ventures in die VR-Plattform investiert

Google Ventures, der nichtstrategische Investmentarm von Google, steckt 12 Millionen US-Dollar in die Sideloading-Plattform Sidequest. Weshalb Sidequest und weshalb gerade jetzt?

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Die Ankündigung auf dem News-Blog der GV ist überschrieben mit den Worten „Zurück zu (Virtual) Reality“. Der Verfasser ist GV-Partner M.G. Siegler, der die Gründe für die Investition darlegt.

Virtual Reality in den Massenmarkt zu bringen, sei eine Herausforderung gewesen, „aber endlich, nach Milliarden von Dollar an Investitionen in einige der Schlüsseltechnologien in diesem Bereich, sehen wir eine echte Dynamik für das Ökosystem“, so Siegler.

Hardware- und Softwareverkäufe wüchsen rasch und Investitionen in das Metaverse hätten ein XR-Wettrüsten in Gang gesetzt. In den nächsten Jahren würden Hardware-Projekte von mehreren großen Unternehmen den Markt überschwemmen, meint der GV-Partner, der nun im Vorstand des Start-ups sitzt.

Sidequest erreicht Millionen VR-Fans

Die Plattform startete kurz nach dem Launch der ersten Meta Quest im Mai 2019. Die Software erleichtert es Nutzer:innen, VR-Apps am Oculus Store vorbei auf dem VR-Headset zu installieren und bietet neben dieser Sideloading-Funktion spezielle Werkzeuge und Einstellungsmöglichkeiten für Meta Quest 1 & 2.

Sidequest hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Plattform mit tausenden VR-Apps gemausert und hat mehr als zwei Millionen monatlich aktive Nutzer:innen (Stand: Mai 2022).

Mit der Eröffnung des App Lab im Februar 2021 kopierte Meta die Sidequest-Idee eines offenen App-Stores, in dem Entwickler experimentelle und in Entwicklung befindliche VR-Apps zwecks Feedback seitens VR-Nutzer:innen veröffentlichen können. Das App Lab existiert parallel zum Oculus Store und bedarf keines Sideloading-Prozederes, was den Zugang zu (weitgehend) unkuratierten VR-Inhalten weiter vereinfacht. Ein großer Vorteil gegenüber Sidequest.

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Meta und Sidequest – eine komplizierte Partnerschaft

Nach der Darstellung des Sidequest-Gründerpaars Shane und Orla Harris waren sie es, die Meta zum Launch des App Lab drängten, selbst wenn dies Konkurrenz für sie bedeutete.

„Es bestand die Gefahr, dass App Lab uns ersetzen könnte, aber es war nur ein weiterer Schritt, um mehr Menschen in den Store zu bringen“, sagt Orla Harris gegenüber Techcrunch. Rund ein Jahr lang sollen Meta und Sidequest gemeinsam am App Lab gearbeitet haben.

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Im App Lab können Entwickelnde und Studios VR-Apps verkaufen  – und tun das teilweise mit großem Erfolg. Für Sidequest gibt es nach wie vor keine Pläne, Inhalte zu monetarisieren, „um nicht mit Meta zu konkurrieren“.

Sidequest hat trotz Wettbewerb seitens App Lab weiter eine Existenzberechtigung: VR-Apps, die Meta aus rechtlichen oder anderen Gründen nicht im App Lab dulden würde, gibt es weiterhin nur bei dem „offeneren“ Sidequest. Ein gutes Beispiel sind die herausragenden Retro-Ports älterer 2D-Ego-Shooter. Ein anderes Alleinstellungsmerkmal sind die bereits genannten Werkzeuge und Verwaltungsmöglichkeiten.

Wie geht es weiter mit Sidequest?

Die Serie-A-Finanzierung seitens GV ist die bislang größte Investition, die Sidequest erhielt. 2020 investierten unter anderem Oculus-Mitgründer Palmer Luckey 2020 in Sidequest. Im Oktober 2021 folgten weitere 3 Millionen US-Dollar. Das Gesamtvolumen beträgt nun 15.65 Millionen US-Dollar. Die neuen Mittel sollen ins Personal fließen: Das Team solle verzweifacht oder verdreifacht werden, sagt das Ehepaar Shane und Orla Harris.

Sidequest verdient derzeit Geld mit Werbeflächen für Entwickelnde. Laut Techrunch denkt das Start-up darüber nach, in Zukunft Entwickler-Tools zu monetarisieren oder ins Publishing-Geschäft einzusteigen.

Und was hat Google Ventures mit Sidequest im Sinn? Der Konzern denkt weit über Meta Quest hinaus und nimmt eine Zukunft an, in der eine Vielzahl Android-basierter Standalone-Headsets am Markt konkurrieren. Mit dem Markteintritt Picos kündigt sich dies bereits an. Sidequest könnte folglich zu einer Anlaufstelle für Nutzer:innen ganz verschiedener Geräte werden und nicht mehr so stark von Meta abhängen. Google, das einem Bericht zufolge an einem eigenen Mixed-Reality-Headset arbeit, sieht in Sidequest womöglich ein zukünftiges Google-Play-Pendant für VR-Inhalte.

„Das ultimative Ziel von Sidequest geht weit über diese frühen Tage hinaus und kreist um die Software-Entwicklung auf Basis von OpenXR, einem offenen, lizenzfreien Standard, der Grafik-Engines nativen Zugriff auf eine ganze Reihe von Geräten im Mixed-Reality-Segment gibt“, schreibt Siegler. Sidequest, so die Hoffnung, könnte zu einem „zentralen Hub“ und einer „Software-Schicht“ für ein umfassenderes XR-Ökosystem werden.

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