Meta Quest (2): Manche App-Lab-Entwickler verdienen Millionen

Meta Quest (2): Manche App-Lab-Entwickler verdienen Millionen

Das App Lab ist ein Erfolg für Meta: Manche VR-Apps machen Millionenumsätze, obwohl sie nicht einmal im Oculus Store gelistet werden.

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Das App Lab öffnete im Februar 2021 als alternativer App-Store für Meta Quest 1 & 2. Der wichtigste Unterschied zum Oculus Store ist, dass Meta keine Qualitätskriterien für VR-Apps anlegt. Eingereichte Anwendungen müssen lediglich stabil und flüssig laufen und konform sein mit Metas Inhaltsrichtlinien.

Mit dem App Lab ermöglicht Meta Entwickler:innen, VR-Apps auch dann für Meta Quest zu veröffentlichen, wenn sie noch nicht den Reifegrad von Oculus-Store-Anwendungen haben. Studios können auf diese Weise mit App-Ideen experimentieren und wertvolles Feedback von ersten Nutzer:innen einholen. Letztere wiederum bekommen Zugriff auf teils spannende oder ungewöhnliche VR-Experimente.

Diese Marktlücke füllte zuvor die Sideloading-Plattform Sidequest. Der Vorteil des App Lab ist, dass der etwas mühselige Sideloading-Prozess entfällt und Nutzer:innen entsprechende VR-Apps mit wenigen Klicks im Oculus Store herunterladen können. Das hat auch Vorteile für Entwickler:innen, denn sie erreichen so potenziell mehr Menschen.

App-Lab-Spiele werden nicht im Oculus Store gelistet oder beworben. Man erhält durch Store-URLs Zugriff auf die VR-Apps oder indem man ihren Namen in der Oculus-Store-Suche eingibt. Sie leben demnach von Mund-zu-Mund-Propaganda. Entwickler:innen können zudem Zugangscodes verteilen.

Gorilla Tag: Fast so viele Bewertungen wie Beat Saber

Das App Lab ist ein Erfolg für Meta. Zunächst einmal in quantitativer Hinsicht. Seit der Eröffnung im Februar 2021 erschienen laut VRDB knapp 1.200 VR-Apps im App Lab (Stand: 29. Juni 2022). Das sind mehr als dreimal so viele VR-Apps wie im Quest Store, der im Mai 2019 eröffnete. In den ersten Monaten nahm die Prüfung sehr lange in Anspruch, weil der Andrang so groß war und Meta die Teams aufstocken musste.

Auch in qualitativer Hinsicht verzeichnet das App Lab Erfolge: Eine wachsende Zahl VR-Apps schafft den Sprung in den Oculus Store, darunter das deutsche Puzzling Places (Test).

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Einige App-Labs-Anwendungen haben zudem eine riesige Fan-Gemeinde gefunden, allen voran das sagenhaft erfolgreiche Fangenspiel Gorilla Tag, das im App Lab fast so viele Bewertungen hat wie Beat Saber (36.500 vs. 43.800, Stand: 29. Juni 2022) – und mehr als jedes andere kommerzielle VR-Spiel im Oculus Store.

Manche Studios machen Millionen

Entwickler:innen können VR-Apps gratis oder gegen eine einmalige Zahlung im App Lab anbieten, so wie im Oculus Store. Seit Ende 2021 gibt es außerdem die Möglichkeit, mit DLCs und Mikrotransaktion Geld zu verdienen.

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In der jüngsten Folge des Ruff Talk VR Podcast spricht Meta-Manager Chris Pruett über den wirtschaftlichen Erfolg des App Lab (ab circa 19:00). Pruett ist Leiter des Content-Ökosystems und zuständig für die Betreuung von Drittentwickler:innen, die im Oculus Store und App Lab VR-Inhalte veröffentlichen.

„Womit ich sehr zufrieden bin: Das App Lab ist nicht Wartebereich als designt, in dem man darauf wartet, in den Store zugelassen zu werden. Es ist ein eigenständiges Ökosystem, in dem Entwickler:innen erfolgreich sein können“, erklärt Pruett.

„Wir haben heute Studios auf der Plattform, die selbst im Vergleich zu Store-Entwickler:innen extrem erfolgreich sind. Sie setzen Millionen von US-Dollar um. Sie sind dazu in der Lage, weil sie ihre Communitys erreichen können, weil sie ihre Anwendungen selbst bewerben können, weil wir es für diese Kunden einfach gemacht haben, einem Link zu folgen und ihre App herunterzuladen, anstatt Sideloading auszuprobieren oder andere Arten von Hürden zu nehmen“, sagt Pruett.

Das meiste Geld wird wohl mit Mikrotransaktionen verdient

Welche Virtual-Reality-Apps und wie viele von ihnen Millionenumsätze machen, verrät Pruett nicht.

Die Kandidaten liegen nahe: Gorilla Tag ist kostenlos, aber macht Umsätze durch den Verkauf kosmetischer Gegenstände. Das Gleiche gilt für Gym Class – Basketball (13.000 Bewertungen), während Sport Mode (4.700 Bewertungen) für zehn Euro verkauft wird.

Nur die wenigsten App-Lab-Spiele haben so viele Bewertungen. Dass sie solche Beliebtheitsgrade erreichen, beweist, dass das App Lab zum Sprungbrett für große Fan-Gemeinschaften und kommerzielle Hits werden kann, auch wenn die Titel nicht im Oculus Store gelistet und beworben werden.

Quellen: Ruff Talk VR