Resident Evil 7 VR-Mod angespielt: Lohnt der VR-Horror auf dem PC?

Resident Evil 7 VR-Mod angespielt: Lohnt der VR-Horror auf dem PC?

Diese Woche erschien für Resident Evil 7 eine lang erwartete PC-VR-Mod. Hält sie, was sie verspricht?

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Resident Evil 7 VR ist eines der besten VR-Spiele aller Zeiten. Der Wermutstropfen: Den Titel kann man seit Erscheinen nur mit der betagten Playstation VR in Virtual Reality erleben. Eine grafisch hochwertigere PC-VR-Version bleibt Capcom bis heute schuldig.

Entwickler Praydog schafft Abhilfe. Bekannt geworden durch seine PC-VR-Mods für Resident Evil 2 und 3, will er den Erfolg mit Resident Evil 7 und Resident Evil Village wiederholen. Die entsprechenden PC-VR-Mods sind diese Woche in einer stark verbesserten Version erschienen.

Für diesen Test habe ich nur Resident Evil 7 ausprobiert. Ich hatte das Original 2017 auf der Playstation VR durchgespielt und habe noch schöne furchteinflößende Erinnerungen daran.

Resident Evil 7 auf dem PC in hoher Auflösung erleben, zum ersten Mal mit virtuellen Händen und einem simulierten Körper? Die Vorfreude war groß.

Doch war sie gerechtfertigt?

Die Installation: Ein holpriger Anfang

Die Installation schien trivial, entpuppte sich jedoch als unerfreulich. Die offizielle Anleitung ist für ein anderes Resident Evil geschrieben und aus ihr wird nicht ersichtlich, welche Version man installieren soll. Etwa die Standardversion oder den empfohlenen Nightly Build, die OpenVR- oder die OpenXR-Version? Für ein winziges Mod-Anhängsel, das die Tastenbelegung beim Oculus-Controller optimiert, musste ich sogar einen Mod-Manager installieren.

Nach dem erfolgreichen Starten des Spiels folgt der erste Schock: Ich komme auf 25 bis 30 Bilder pro Sekunde! Gut, meine GTX 1080 Ti hat ihre besten Tage hinter sich. Doch auf Discord berichten selbst PC-Nutzer mit einer GTX 3080 von Problemen, flüssige 90 Bilder pro Sekunde zu erreichen.

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Ich öffne das Grafikmenü und mache mich ans Ausprobieren. Ich schalte aufwendige Post-Processing-Effekte, SSAO und andere rechenintensive Grafik-Schmankerl ab und komme dann immerhin auf über 45 Bilder pro Sekunde. Dank Valves Motion Smoothing wird die Bildrenderrate künstlich auf 90 Bilder pro Sekunde erhöht. Das ist zwar nicht perfekt, aber reicht.

Um auf absolut flüssige 90 oder mehr Bilder pro Sekunde zu kommen, muss ich in einer wesentlich geringeren als der nativen Auflösung der Meta Quest 2 spielen. Das will ich jedoch nicht, denn dann sieht Resident Evil 7 nicht viel besser aus als auf der Playstation VR.

Neue Handinteraktionen

Sind die ärgsten Performance-Probleme aus dem Weg geräumt – und dafür gingen satte 90 Minuten drauf – kann es endlich losgehen. Die Texturen und Details in den Innenräumen gefallen und sind in der PC-VR-Version schöner denn je. Mia sieht Furcht einflößend echt aus, als sie mir zum ersten Mal an die Kehle springt.

Zum ersten Mal sehe ich meine eigenen Hände in der Virtual Reality. Viel tun kann ich jedoch nicht mit ihnen. Objektinteraktionen sind in der Regel vorgerenderte Animationen, sodass ich in der Regel nur dabei zuschauen kann, was mein Avatar macht. Später, wenn ich eine Schusswaffe in die Hände bekomme, werde ich zum ersten Mal händisch zielen können statt mit dem Blick. Das sollte eine ordentliche Verbesserung gegenüber dem Original sein.

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Praydog hat außerdem neue Interaktionen einprogrammiert: So könnt ihr euch heilen, indem ihr über eure Schulter greift und eine Flüssigkeit über eure Hand schüttet oder Angriffe abblocken, indem ihr die Hände hochhaltet. So weit bin ich aber noch nicht gekommen, um das selbst auszuprobieren.

Nichts für schwache Nerven – und schwache Mägen

Ebenfalls neu ist der virtuelle Körper, der sich euren Bewegungen anpasst und euch erlaubt, an euch herunterzusehen. Wie viel zusätzliche Immersion das bringt – da bin ich mir nicht sicher. Das Original war schließlich nicht schlecht, nur weil dieses Feature fehlte.

Apropos Bewegung: Die Mod unterstützt meines Wissens nach keine künstlichen, schrittweisen Drehungen. Wer im Sitzen spielen will und flüssige Drehung nicht verträgt, sollte die Finger von dieser Mod lassen. Alle andere können sich im Notfall physisch drehen, sofern das Kabel es zulässt oder wenn Air Link eine Option ist.

Ein Unding für den Magen sind die recht häufigen Zwischensequenzen, in denen das Spiel die Kontrolle über die Kamera übernimmt und diese nach Lust und Laune bewegt. Hier steht weder ein künstlicher Tunnelblick noch ein Wechsel auf eine virtuelle Leinwand oder dergleichen zur Option. Das kann heftige Motion Sickness auslösen.

Das hat mir dann auch die Lust an Resident Evil 7 verdorben.

Fazit: Für experimentierfreudige PC-VR-Enthusiasten

In die PC-VR-Mod ist zweifellos viel Arbeit geflossen. Trotzdem ist sie kostenlos. Dem Entwickler Praydog gebührt dafür viel Lob.

PC-VR-Mods haben ihre Ecken und Kanten und sind nicht für jede und jeden geeignet. Das gilt auch in diesem Fall: Wer Resident Evil 7 in voller PC-VR-Pracht erleben will, benötigt einen High-End-Rechner, Optimierungswillen und einen starken Magen. An das PSVR-Original kommt dieses Resident Evil 7 VR (noch) nicht heran, PC-Leistung hin oder her.

Wer Praydogs Arbeit unterstützen will, kann dies via Patreon tun. Hilfe findet ihr auf dem Discord der Flatscreen to VR Modding Community unter > Resident Evil VR > re-support. Stellt jedoch sicher, dass ihr zuerst die Installationsanleitung durchgelesen habt.

Weitere hochkarätige PC-VR-Mods findet ihr in unserem Artikel Resident Evil, Cyberpunk, Minecraft – VR-Mod-Liste für Gaming-Hits.

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