Das bekannte Spielestudio Square Enix bringt mit “Dragon Quest Walk” eine der beliebtesten asiatischen Spielemarken auf die Straßen Japans. Zumindest dort könnte der Titel Pokémon Go vom Thron stoßen.

Von einem Trend zu sprechen, wäre untertrieben: Längst sind Spaziergang-Spiele mit dem Smartphone ein eigenes Genre geworden.

Der Milliardenerfolg “Pokémon Go” zieht die größten Spiele- und Entertainmentmarken der Welt in die erweiterte Realität: Harry Potter, Minecraft und jetzt Dragon Quest sind die aktuellsten Beispiele.

Die Entwickler dieser Spiele hoffen, dass ihnen durch Geschick und eine glückliche Kombination aus Zufällen ein ähnlicher Viral-Hit gelingt wie seinerzeit Niantic, dem Studio hinter Pokémon Go.

Finanziert mit fast einer halben Milliarde US-Dollar zuzüglich eines stetigen Umsatzstroms ist Niantic dank Pokémon Go das derzeit wichtigste Augmented-Reality-Unternehmen der Welt – neben den großen Konzernen wie Google, Microsoft und Apple, versteht sich.

Die Realität wird zum digitalen Spielplatz

Die Spaziergang-Spiele haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden durch Smartphone-kompatible Augmented-Reality-Technologie möglich und zwar auf zwei Ebenen.

Die Grundlage bildet eine digitale erweiterte Karte der Realität, auf der Spieler durch eine virtuelle Spielewelt navigieren, indem sie reale Orte aufsuchen. So kommt es zum Spaziergang. Häufig setzen Entwickler auf Google Maps, aber es existieren Alternativen.

Die digitale Spielekarte wird über reale Straßenzüge gelegt. Hier startet die Augmented Reality. Bild: Square Enix

Die digitale Spielekarte wird über reale Straßenzüge gelegt. Hier startet die Augmented Reality. Bild: Square Enix

Die zweite Komponente ist visuell: 3D-Objekte und -Kreaturen werden immer realistischer in die Umgebung eingebettet, sodass Spielewelt und Realität miteinander verschmelzen.

Dank technischer Fortschritte können Spieler zukünftig dieselben digitalen Objekte durch unterschiedliche Smartphones betrachten. Das macht deren Existenz glaubwürdiger, weil sie gefühlt nicht mehr nur im eigenen Daddelkasten existieren.

Japanische Fischer haben eine digitale Monsterkrabbe gefangen. Wie die wohl schmeckt? So realistisch sehen die AR-Einblendungen freilich noch nicht aus, aber der Trailer zeigt durchaus die große Mixed-Reality-Vision. Bild: Square Enix (Screenshot)

Japanische Fischer haben eine digitale Monsterkrabbe gefangen. Wie die wohl schmeckt? So realistisch sehen die AR-Einblendungen freilich noch nicht aus, aber der Trailer zu Dragon Quest Walk zeigt sehr fantasievoll die große Mixed-Reality-Vision. Bild: Square Enix (Screenshot)

Dragon Quest Walk soll zunächst Japaner begeistern

Jetzt also Dragon Quest Walk von Square Enix. Für die Japaner ist die Ankündigung eine große Sache: Sie lieben die Rollenspielreihe wie kaum eine andere Spielemarke. Der Titel hat wenigstens in Japan das Potenzial, Pokémon Go vom Thron zu stoßen.

Wie im Vorbild müssen Dragon-Quest-Walk-Spieler reale Straßenzüge absuchen nach Feinden, Gegenständen und neuen Aufgaben. Gegner bekämpfen sie rundenweise wie im Original-Videospiel auf dem Bildschirm.

Auch die Sammelleidenschaft wird bedient: Digitale Belohnungen wie Statuen und Möbel können Spieler in einem digitalen Zuhause ausstellen, das sie ebenso wie ihren eigenen Charakter kontinuierlich verbessern können.

Im Trailer sieht man, wie digitale Monster bekannte Orte in Tokio unsicher machen wie die Shibuya Kreuzung, die Metro oder den Tokio Tower. Sogar aus dem Wahrzeichen Japans, dem Vulkan Fuji, klettert ein Monster heraus.

In Japan wird Dragon Quest Walk noch 2019 starten. Die erste Beta-Version für ausgewählte Nutzer beginnt in diesen Tagen. Zu einer Veröffentlichung außerhalb Japans äußerte sich Square Enix noch nicht.

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