Mit Niantics jüngstem Zukauf geht das Rennen um die AR-Cloud in die nächste Runde.

Das Start-up 6D.ai wurde 2018 mit dem Ziel gegründet, die technischen Grundlagen der Augmented-Reality-Cloud zu schaffen. Damit ist ein maschinenlesbares Koordinatensystem gemeint, mit dem Smartphones und AR-Brillen sich präzise in der Welt verorten und digitale Inhalte punktgenau und dauerhaft in physischen Umgebungen platziert werden können.

Die hierfür benötigten gewaltigen Datenmengen sollen Smartphone-Nutzer liefern, die sich durch die Welt bewegen und mit der Kamera im Vorbeigehen 3D-Modelle von Straßen, Gebäuden und Innenräumen erstellen, woraus Stück für Stück ein digitales Abbild der Welt entstünde. 6D.ai arbeitet an der Software, die diese 3D-Echtzeitkartografierung ermöglicht.

Im folgenden Video gibt der AR-Evangelist und Investor Ori Inbar eine hervorragende Einführung in die AR-Cloud. Die, so meinen Experten, könnte eines Tages so wertvoll werden wie die Internetsuche.

Ein perfektes Paar

Die Übernahme seitens Niantic hatte sich offenbar schon lange angebahnt. Im Firmenblog schreibt CEO der Start-ups Matt Miesnieks, dass Niantic und 6D.ai seit der Gründung ein enges Verhältnis gehabt hätten. Die Unternehmen teilten von Anfang die gleichen Visionen und Werte hinsichtlich AR-Cloud und Datenschutz, heißt es.

Mit dem Zusammenschluss sind Niantic und 6D.ai nun bestens dafür gerüstet, die AR-Cloud auf den Weg zu bringen: Das Start-up liefert die 3D-Kartografierungssoftware und Niantic mit Pokémon Go Millionen Freiwillige, die die Welt im Vorbeigehen mit ihrem Smartphone einscannen könnten.

Wie schnell 3D-Scanning mittels Smartphone mittlerweile funktioniert, zeigte 6D.ai im Sommer 2019 in einem Video:

Planetenübergreifende AR

Wie viel Niantic für das Start-up zahlt, ist nicht bekannt. 6D.ai hatte vor der Übernahme insgesamt sieben Millionen US-Dollar Risikokapital angehäuft. Niantic wiederum konnte insgesamt 470 Millionen US-Dollar einsammeln und wurde nach der letzten Finanzierungsrunde auf einen Unternehmenswert von vier Milliarden US-Dollar geschätzt.

6D.ai hatte 16 Angestellte. Der Großteil der Ingenieure wechselt zu Niantic und wird die Arbeit in den Niederlassungen in London und San Francisco fortsetzen. Die bestehenden Dienste des Start-ups sollen in den folgenden Monat heruntergefahren und in Niantics Real World Platform integriert werden.

“Zusammen bauen wir eine dynamische 3D-Karte der Welt, sodass wir neue Arten planetenübergreifender AR-Erfahrungen ermöglichen können. Damit kommen wir einer AR-Plattform näher, die Entwicklern die Möglichkeit gibt, Inhalte für aktuelle und zukünftige AR-Hardware zu entwickeln”, schreibt John Hanke im Niantic-Blog.

Titelbild: Niantic Quelle: Forbes, Niantic

Weiterlesen über AR-Cloud:

steady2

MIXED.de XR-Podcast - jetzt reinhören

Aktuell: Exit VR | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.