Pokémon Go druckt weiter Geld – und das ist wichtig für AR

Pokémon Go druckt weiter Geld – und das ist wichtig für AR

In den Köpfen vieler ist Pokémon Go ein Sommer-Hype. Dabei eilt das AR-Spiel seit fünf Jahren von Rekord zu Rekord und verzeichnet bereits mehr als 632 Millionen Downloads.

Mehr als fünf Milliarden US-Dollar hat die Gelddruckmaschine Pokémon Go dem Spielestudio Niantic seit dem Launch im Sommer 2016 in die Kassen gespült, berichtet die Analysefirma Sensortower.

Selbst die Corona-Krise konnte dem Erfolg keinen Abbruch tun: Niantic änderte die Spielregeln kurzerhand so, dass Pokémon Go gut von zu Hause aus gespielt werden konnte. Das Ergebnis: Im Pandemie-Jahr 2020 machte die digital-reale Pokémon Jagd 1,3 Milliarden US-Dollar. Rekord.

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Pokémon Go weiter auf Rekordkurs

Der Umsatzrekord 2020, lange nach dem großen Wirbel zum Launch, dürfte 2021 noch übertroffen werden: Nach dem ersten Halbjahr 2021 vermeldet Sensortower Rekordeinnahmen für Niantic in Höhe von mehr als 640 Millionen US-Dollar. Das ist das bislang finanziell lukrativste Halbjahr in der Geschichte von Pokémon Go.

Die Umsätze von Pokémon Go wachsen kontinuierlich. | Grafik: Sensortower

Die Umsätze von Pokémon Go wachsen kontinuierlich. In der Kategorie Spaziergang-AR-Spiele steht das Spiel einsam an der Spitze. | Grafik: Sensortower

Das meiste Geld erwirtschaftet Pokémon Go in den USA (36 %), gefolgt von Japan (32 %) und Deutschland (5 %). Android und iOS halten sich bei den Nutzerzahlen in etwa die Waage.

Pokémon Go ist das wichtigste AR-Spiel, auch wenn niemand den AR-Modus benutzt

Nun nenne ich Pokémon Go nicht in erster Linie wegen des Monster-Projektions-Modus AR-Spiel, auch wenn die Visualität bei AR natürlich eine wichtige Rolle spielt. Immerhin kommt bei Niantic immer die aktuellste Smartphone-Technik zum Einsatz.

Ganz sicher ist der Erfolg des Spiels nicht visueller Augmented Reality zu verdanken – sieht man mal von der real-digitalen Spielekarte in Google Maps ab, die auch schon eine Form der erweiterten Realität und grundlegend für das Spielprinzip ist. Allerdings finde ich es nicht wichtig, ob Spieler derzeit den visuellen AR-Modus von Pokémon Go nutzen oder nicht.

AR ist mehr als 3D-Grafik

Viel wichtiger für die AR-Branche ist, dass mit Niantic einer der größten Treiber von AR-Technik hinter Pokémon Go steckt und das Spiel als Plattform begreift, um Grundlagentechnologien wie die AR-Cloud fortzuentwickeln oder überhaupt erst möglich zu machen. Niantic will lernen, wie es über gamifizierte Mechanismen in Smartphone-Apps die Welt in 3D digitalisieren kann – viel mehr Augmented Reality geht nicht.

Pokémon Go ist in diesem Kontext nur ein Baustein von vielen – zugegebenermaßen ein sehr großer. Klassiker wie Ingress betreibt Niantic seit vielen Jahren und gewinnt so Daten über Spieler und Umwelt, die grundlegend sind für die AR-Zukunft. Sogar die große Harry-Potter-Lizenz konnte Niantic für ein AR-Spiel gewinnen, wenn auch mit überschaubarem Erfolg. Mit Transformers AR hat Niantic das nächste vielversprechende AR-Spiel schon in der Mache.

Was aus den interessanten strategischen Ansätzen und hohen Zielen von Niantic wird, bleibt freilich abzuwarten: Auch Niantic ist für die weitere und nachhaltige Ausbreitung von AR auf bessere Abspielsysteme als das Smartphone angewiesen.

Bei AR-Brillentechnik will Niantic zukünftig zwar selbst mitmischen, hat aber nicht die finanziellen Mittel von Facebook, Apple und oder Google, um die komplexe Technologie im großen Stil zur Marktreife zu führen und zu etablieren. Ansätze und Ideen könnte Niantic aber liefern und so weiter wesentlich zur Fortentwicklung des AR-Marktes beitragen – dafür reichen die Umsätze von Pokémon Go ganz gewiss.

Quelle: Sensortower

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