Die Khronos-Gruppe will einen Standard für Darstellung von 3D-Inhalten im E-Commerce etablieren. Nun geht es an die Umsetzung.

Die Khronos-Gruppe ist ein Konsortium bestehend aus mehr als 150 führenden Hard- und Softwareunternehmen, das Standards für 3D-Grafik sowie VR, AR und KI entwickelt. Die Organisation arbeitet der Fragmentierung des Markts entgegen, indem es Kompatibilität zwischen Geräten und Plattformen sicherstellt. Die Khronos-Gruppe rief mit dieser Arbeit Schnittstellen wie Vulkan, OpenGL und OpenXR ins Leben.

Letztere ist essentiell für das Wachstum des VR- und AR-Markts und wird seit der Finalisierung vor knapp zwei Jahren zügig von der Industrie umgesetzt: Die wichtigsten Plattformen und Game Engines unterstützen den Standard mittlerweile oder sind gänzlich auf OpenXR umgestiegen.

Wer auf Basis von OpenXR entwickelt, soll eines Tages sicher sein, dass Anwendungen ohne aufwendige Anpassungen mit einer Vielzahl von Geräten und Plattformen kompatibel sind. Davon profitieren am Ende auch Plattformbetreiber und Konsumenten, da der Markt wächst.

Ein eCommerce-Standard für 3D-Inhalte

Nun will die Khronos Group einen weiteren Industriestandard namens “3D Commerce” auf den Weg bringen. Zu diesem Zweck hat sie ein Zertifizierungsprogramm ins Leben gerufen. Die Initiative soll industrieweit die Software-Engines vereinheitlichen, die für die Darstellung und Interaktion mit 3D- und AR-Inhalten verantwortlich sind.

Bislang gibt es keine Garantie für Entwickler, dass ein 3D-Modell auf jeder Plattform gleich dargestellt und berechnet wird. Ein digitaler 3D-Stuhl sieht auf der Seite eines Online-Shops womöglich anders aus als in einer Online-Anzeige oder dedizierten App. Entwickler müssen die 3D-Modelle deshalb für jede Plattform einzeln anpassen, was sehr zeitaufwendig ist.

Große Unterstützung seitens der Industrie

Um das Wachstum von 3D-Inhalten im kommerziellen Web zu beschleunigen, startet die Khronos-Gruppe ein 3D Commerce-Zertifizierungsprogramm. Anbieter können ihre Software-Engine oder “3D Viewer”, wie sie Khronos nennt, auf Konformität prüfen lassen und erhalten dafür ein Zertifikat.

Zu den Unternehmen, die ihre 3D-Viewer prüfen lassen oder die Initiative anderweitig unterstützen, gehören Amazon, Facebook, Google, Microsoft, Sony, Samsung, Nvidia, AMD, Epic, Unity und Sketchfab. Apple dürfte mit der Quick-Look-Schnittstelle sein eigenes Süppchen kochen.

Unternehmen, die eine Zertifizierung anstreben, müssen zeigen können, dass 3D-Modelle auf ihrem 3D-Viewer genauso aussehen wie auf anderen zertifizierten 3D-Viewern.

“Für Künstler ist es frustrierend und ineffizient, 3D-Modelle für jeden Viewer einzeln anzupassen. Für ein Ökosystem geteilter 3D-Inhalte brauchen Künstler ein gemeinsames Ziel“, sagt Ashleigh Miller, 3D-Programmmanagerin bei Amazon und Ko-Vorsitzende der 3D-Commerce-Arbeitsgruppe anlässlich der Ankündigung.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Khronos-Gruppe und der 3D Commerce-Seite.

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