Playstation VR 2 nicht direkt zum Markstart der Playstation 5 rauszufeuern, ergibt für Sony in vielerlei Hinsicht Sinn.

Auf der Techkonferenz Collision erzählte Sony-Forscher Dominic Mallinson über die Zukunft der Virtual Reality (wir berichteten). Am Rande der Konferenz sprach er außerdem mit der Webseite Cnet etwas spezifischer zu Sonys VR-Plänen.

So wie Playstation VR erst rund drei Jahre nach dem Start der PS4-Konsole auf den Markt kam, könnte laut Mallinson auch die Nachfolgerbrille später erscheinen als die Playstation 5. Die PS5 wird aktuell für Frühjahr oder Herbst 2020 erwartet.

“Es gibt keinen Grund, sie [eine neue VR-Brille] gleichzeitig mit der neuen Konsole auf den Markt zu bringen”, sagt Mallinson. Aus Kundensicht sei es nicht toll, wenn man mit zu vielen Kaufentscheidungen konfrontiert würde.

“Du musst das kaufen und dann noch das – diese Botschaft wollen wir nicht senden”, sagt Mallinson. Es sei gut, wenn es zwischen den Produkten “eine kleine Atempause” gebe.

Hinzu kommt, dass Playstation 5 mit der originalen PSVR kompatibel sein wird. Die alten VR-Spiele könnten mit der Leistung der neuen Konsole technisch aufgewertet werden und so einen neuen Kaufanreiz bieten.

Allerdings ändert das wenig daran, dass die Brille schon jetzt in die Jahre gekommen ist, das gilt insbesondere für das Trackingsystem und die circa zehn Jahre alten Move-Controller.

“Mit mehr Forschung hätten wir etwas komplett Neues und Besseres bauen können als Playstation Move, aber es wäre teurer gewesen”, sagt Mallinson. “Aber wir erkennen, dass wir etwas Besseres benötigen und werden sie in der Zukunft ersetzen.”

Warten ist für Sony die beste Strategie

Für Sony ist die Wartestrategie die beste – aus den von Mallinson schon genannten und weiteren Gründen. Die Japaner können in Ruhe abwarten, wie sich der Markt insgesamt entwickelt und ob weitere Investitionen Sinn ergeben und falls ja, in welchem Umfang:

Was macht Microsoft mit Xbox- und Windows-VR? Legt Nintendo bei VR nach? Ist Facebook mit Quest erfolgreich – und falls nicht, was passiert dann mit dem VR-Gaming-Markt insgesamt?

Sony hat wenig Grund zur Eile, da die Konkurrenz fehlt. Drücken die Japaner jetzt auf die Tube, wird der Marktaufbau im Alleingang für sie noch teurer, als er ohnehin schon ist. Das zum einen.

Zum anderen ist Eye-Tracking-Technologie, die für Mallinson grundlegend ist für die zweite VR-Generation, noch nicht marktreif, jedenfalls nicht für ein Massenprodukt.

“Eye-Tracking hat das größte Potenzial, die VR-Erfahrung fundamental zu verändern”, sagt Mallinson bei seinem Vortrag über die Zukunft von VR.

Auch bei Drahtlostechnologie müssen noch Fortschritte her, bevor sie sich gut einfügt in den von Spielekonsolen bekannten Nutzungskomfort. Gleiches gilt für Tragekomfort, Linsen und Screens.

“Nutzerkomfort ist unglaublich wichtig für eine weitere Verbreitung von VR”, sagt Mallinson.

VR als Wegbereiter für AR

Laut Mallinson wird Sony vorerst nicht mit Augmented-Reality-Brillen experimentieren. AR sei zwar “sehr interessant” und biete großes Potenzial in der Zukunft. Aber gute Augmented Reality sei um einiges schwieriger umzusetzen als gute VR.

“Wenn wir VR knacken, können wir mit AR weitermachen. Aber direkt in AR zu gehen, ist aus meiner Sicht ein Schritt zu weit. Die Grafik im Einklang mit der Realität zu berechnen, ist sehr schwierig.”

Als Herausforderungen nennt Mallinson unter anderem die komplexe Berechnung von korrekten Fokusverschiebungen und die visuell in jeder Hinsicht glaubhafte Integration digitaler Objekte in die Realität. Beispielsweise müsste reales Licht einen digitalen Schatten erzeugen.

“Es gibt eine lange Liste an Problemen bei AR, die wir erst lösen müssen, bevor die Technologie wichtig wird fürs Gaming. Wir sollten uns zunächst darauf konzentrieren, VR so gut wie möglich zu machen. Und dann geht es ganz natürlich weiter zu AR.”

Quellen: Cnet, Venturebeat; Titelbild: Sony (Screenshot bei YouTube)

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