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Outlier: Nicht übel, Joy Way! (Update)

Outlier: Nicht übel, Joy Way! (Update)
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Entwickler Joy Way hat mittlerweile auf Discord die Einstellung des VR-Spiels Outlier verkündet. Es wurde aus dem Steam-Store entfernt, bleibt für bisherige Besitzer aber weiter spielbar. Das Studio habe schlicht den Aufwand unterschätzt, der sich als zu groß für die angepeilte Zielgruppe erwiesen habe. Auch wir attestierten der Roguelite-Action nach dem Anspielen Potenzial, aber einen noch sehr unfertigen Zustand. Joy Way bittet Early-Access-Käufer, sich mit Rückgabe-Wünschen an den Steam-Support zu wenden, auch bei mehr als den üblichen zwei Stunden Spielzeit. Teammitglieder sollen auf die Early-Access-Projekte Stride und Against umverteilt werden.

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Das VR-Spiel Outlier beweist, wie wichtig Komfortfunktionen für einen Start in den Early Access sind.

Outlier bringt mich nicht zum Erbrechen. Das mag nicht gerade nach einem Zitat klingen, das ein Studio in einen „Accolades-Trailer“ packt. Vor allem nicht sechs Jahre nach dem Start von Rift und Vive, in denen Virtual-Reality-Entwickler so viele Erfahrungen sammeln konnten und ich als Spieler viel Zeit hatte, meinen Magen an Virtual Reality zu gewöhnen.

Trotzdem ist es eine schöne Abwechslung, einmal nicht binnen Sekunden die VR-Brille vom Kopf reißen zu müssen, wie es mir erst kürzlich wieder beim wackligen Wassersport in Kayak VR: Mirage passiert ist. Und das, obwohl sich mein Magen schon beim ersten Trailer zu Outlier präventiv zusammenzog: Wilde Dreifach-Sprünge, blitzschnelle Stampf- und bizarre Tentakelattacken aus allen nur erdenklichen Himmelsrichtungen erinnerten nicht gerade an einen Spaziergang.

Outlier: Akrobatisches Roguelite für SteamVR

Da es sich um ein Spiel aus dem knackigen „Roguelite“-Genre handelt, wuseln Teleport-Magier und surreal in der Luft thronende Bomber im Verlauf eines Durchgangs immer aufdringlicher um mich herum. Umso wichtiger ist es, in Bewegung zu bleiben und ganze Gruppen archaischer Axtwerfer mit blitzschnell platzierten Attacken zu erwischen.

Nach meinem Absturz als Weltraumkolonist auf einer lebensfeindlichen Welt lerne ich bei jedem „Run“ dazu, entdecke neue Waffen in verwinkelten Grotten und rüste mich mit dauerhaften Upgrades.

Eine der coolsten Fähigkeiten ist dabei die Telekinese im Jedi-Stil. Sind etwa meine zwei MPs überhitzt, muss ich alternativ zahlreiche Felsbrocken an mich heranziehen, um sie in der Luft schweben zu lassen und mit einer Wurfbewegung auf die Aliens zu schleudern.

Gleichzeitig muss ich ausweichen, also springen – doch wie haben die Entwickler die schnellen Sprünge hinter die Deckung so magenschonend hinbekommen? In der futuristischen VR-Action Sairento VR musste ich schließlich schon nach wenigen, viel simpleren Hüpfern aufgeben.

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Der Schlüssel liegt wieder einmal darin, die Körperwahrnehmung und insbesondere die Schnecke im Innenohr auszutricksen. Schon Insomniac entdeckte 2019 bei der Entwicklung von Stormland, dass sich das Gleichgewichtsorgan erstaunlich gut täuschen lässt. Ein kräftiger körperlicher Ruck bringt auch die physische Realität in Schwung.

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Rhythmische Arm-Gymnastik in Virtual Reality

Dass in Wahrheit nicht mein kompletter Körper in die Höhe springt, sondern nur einen Arm ruckartig nach unten bewegt wird, spielt kaum eine Rolle. So hüpfe ich mit einem Knopfdruck und mit rhythmischen Armschwüngen durch die Luft – und meinen Magen stört es nicht im Geringsten. Wenn ich will, kann ich mich sogar seitwärts in Deckung katapultieren. Ein mächtiges Gefühl!

Schon im an Mirror’s Edge angelehnten Stride machte sich das Studio eine ähnliche Technik zunutze. In Outlier ist es schon jetzt noch intuitiver umgesetzt und sorgt für motivierende Arcade-Action mit kombinierbaren Extras wie explosiven Feuerbällen.

Nachteile im Early Access

Viele andere Bereiche des Spiels wirken aber noch schrecklich unfertig, selbst für einen Early Access und sogar für Joy-Way-Verhältnisse.

In einer Grotte des VR-Roguelites Outlier warten viele Gegner und eine Extrawaffe.

Die archaische Stimmung erinnert etwas an den VR-Oldie Dactyl Nightmare. | Bild: Joy Way

Auch in Outlier leidet die Action noch unter technischen Problemen. Viel zu oft blieb ich im Terrain der prozedural generierten Levels hängen. Oder ich fiel wieder und wieder ins Bodenlose, bevor mich endlich ein Neustart erlöste. Vielerorts gibt es Grafik-Aufbau, Performance-Probleme, Ruckler, Platzhalter, rudimentäre Menüs und einen sich ewig wiederholenden Musik-Loop. Viele der temporären oder dauerhaften Upgrades beschränken sich bislang nur auf Statuswerte.

Das Musikspiel Against aus gleichem Hause wirkte im Early Access schon deutlich ausgereifter. Meta hat die Quest-Umsetzung von Outlier übrigens schon für einen Release im offiziellen Quest-Store abgesegnet. Der Release-Zeitraum für Meta Quest (2) ist nach wie vor 2022, auf Steam soll das Spiel in etwa sechs Monaten seine fertige Vollversion (1.0) bekommen.

Trotz technischer Macken und Mängeln beim Umfang überwiegt aber der Spaß am Durchbeißen, Verinnerlichen und Kombinieren der Mechaniken. Die fühlen sich nämlich schon jetzt richtig cool an! Außerdem bleibe ich von Motion Sickness verschont. Für meinen etwas zickigen Magen ist das in derart schnellen VR-Spielen ein echter Pluspunkt!

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Quellen: Steam, Discord-Auftritt Joy Way