Ein französischer Filmemacher lässt euch Teil von Oskar Schlemmers “Triadischem Ballett” werden und verändert mittels VR den klassischen Museumsbesuch. 

Virtual Reality öffnet neue Wege, um Medien und Kunst zu konsumieren. Laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg wird VR größer als die Leute glauben und soll sogar das neue Fernsehen werden.

Wie VR und Kultur zusammenpassen, zeigte beispielsweise Star-Geigerin Lindsey Stirling in ihrem Live-VR-Konzert und die App Mona Lisa: Beyond The Glass (Test) bietet VR-Enthusiasten interessante Einblicke in das Pariser Kunstmuseum Louvre.

Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal geht jetzt ebenfalls den virtuellen Weg um Kunst neu zu vermitteln. Mit der Ausstellung zu Ehren des deutschen Künstlers Oskar Schlemmer und einem interaktiven „Mitmach-Raum“ wird der Museumsbesuch zum VR-Erlebnis.

Das Von der Heydt-Museum lädt zum interaktiven Kunst-Erlebnis ein

Oskar Schlemmers Kernthema war die menschliche Figur im Raum. Sein Ideal war eine Synthese aus strenger Komposition und in der Natur anschaulich werdender Mystik. Die Oskar-Schlemmer-Ausstellung zeigt einen Ausschnitt der rund 300 Gemälde und Zeichnungen, die sich in der Sammlung des Von der Heydt-Museums befinden.

Neben den Ausstellungsstücken bietet Kuratorin Beate Eickhoff den Besuchern eine weitere Besonderheit an: Schlemmers Kunst soll direkt erlebt werden. Der interaktive “Mitmach-Raum” steht ganz im Zeichen von Schlemmers “Triadischem Ballett”. Der experimentelle Tanz wurde 1922 uraufgeführt und besteht aus Raum-, Formen- und Gestentanz.

Besucher des “Mitmach-Raums” können Tafeln mit Lackfarben ertasten und Figuren aus geometrischen Formen zusammensetzen. Sogar Kostüme liegen aus, die dem “Triadischen Ballett” nachempfunden wurden – anprobieren und fotografieren erlaubt. Eine besondere Attraktion ist allerdings der VR-Greenroom”Bauhaus-Oasis”.

Bauhaus Oasis: VR-Greenroom für Gestaltung

In einem zwölf Quadratmeter großen Greenroom setzt ihr euch virtuell mit Schlemmers Ballett auseinander. Ausgestattet mit einer HTC Vive und zwei Controllern, gestaltet ihr Figuren aus geometrischen Formen in einem abstrakten virtuellen Raum. An der Außenwand des VR-Greenrooms sind zwei Monitore angebracht, über die euch interessierte Besucher beobachten dürfen.

Zu Beginn werft ihr Objekte in die dazugehörigen Passformen. Habt ihr euch nach dem kleinen Tutorial an das System gewöhnt, setzt ihr drei verschiedene Tänzerinnen aus den herumliegenden Körperteilen zusammen.

Jede Figur besteht aus drei Teilen, die ihr individuell zusammenfügt. Die fertigen “Kompositionen” führen einen Tanz auf, der dem “Triadischen Ballett” entnommen ist. Auf diese Weise gestaltet ihr die Aufführung selbst mit.

Bauhaus-Oasis wird mit Local VR Hero-Preis ausgezeichnet

Hinter der “Bauhaus-Oasis” steckt der freiberufliche Filmemacher Florian Froger. Zusammen mit einem Team der Universität Bauhaus schuf der gebürtige Franzose eine neue Art Kunst zu erleben.

Das Projekt Bauhaus-Oasis wurde vom Freistaat Thüringen gefördert und in der ersten Jahreshälfte 2019 auf der bauhaus100-Ausstellung uraufgeführt. Auf dem Kurzsüchtig-Festival in Leipzig gewann Bauhaus-Oasis den Jurypreis “Local VR Hero”.

Wer sich das innovative Kunst-Projekt genauer ansehen will, hat bis zum 23. Februar 2020 Zeit. Bis dahin läuft die Ausstellung mit Oskar Schlemmers Werken und dem VR-Greenrom im Von der Heydt-Museum in Wuppertal.

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