Oculus-Fans haben vergebens gehofft, dass es nicht soweit kommt. Facebook zwingt Oculus-Nutzer künftig doch zum Facebook-Account.

Das soziale Netzwerk Facebook ist nicht erst seit den Diskussionen um Hass-Postings und Hass-Gruppen höchst umstritten. Der Datenhunger des Social-Media-Riesen wird ebenfalls als zumindest problematisch betrachtet. Neben der Facebook-Plattform selbst sammeln weitere Konzern-Netzwerke wie Instagram, aber auch der äußerst populäre Chatdienst WhatsApp so viele Daten über Nutzer, wie irgendwie möglich und legal.

Neue Oculus VR-Brillen brauchen ab sofort Facebook-Account

Bislang blieben Nutzer der VR-Brillen von Oculus weitgehend davon verschont, ihre VR-Konten mit dem sozialen Netzwerk verbinden zu müssen. Nur für Features wie Nachrichten-Versand und Voice-Chat zwischen Nutzern innerhalb verschiedener Spiele war bisher eine Facebook-Anmeldung nötig.

Neue Version der Oculus Quest VR-Brille mit Controllern
Die neue Version der Oculus Quest wird ein Facebook-Konto voraussetzen, um die VR-Brille vollumfänglich nutzen zu können. | Bild: Oculus

Oculus war 2014 von Facebook für rund drei Milliarden Dollar gekauft worden und bei den VR-Enthusiasten hatten sich Befürchtungen bezüglich eines Zwangs zur Facebook-Plattform breit gemacht. Lange Zeit passierte diesbezüglich nichts, jetzt ist das aber vorbei.

Offenbar fühlt sich Facebook mit dem derzeitigen Erfolg der Oculus Quest (Test) sicher genug, diesen Schritt zu gehen: Ab Oktober 2020 ist für neue Geräte von Oculus der Facebook-Account Voraussetzung. Der Zeitpunkt ist angesichts der bevorstehenden Ankündigung einer neuen und verbesserten Oculus Quest-Version sicher kein Zufall. Eine mögliche Empörung der VR-Community ist bis dahin womöglich wieder abgeklungen.

Schonzeit für Bestandskunden: Facebook-Zwang ab 2023

Wer bereits im Besitz einer VR-Brille (Vergleich) von Oculus ist oder sich vor dem Stichtag im Oktober eine kauft und einen Oculus-Account anlegt, hat auf dem jeweiligen Gerät noch eine Schonfrist bis Ende 2022. Ab dem 01. Januar 2023 erlischt auch dort der Support für Oculus-Konten und ein Facebook-Account wird Pflicht. Ohne das direkt mit Facebook verbundene Konto wird der Funktionsumfang eingeschränkt sein. Was das genau heißt, ließ Facebook offen.

Facebook gibt an, dass vor 2022 gekaufte Inhalte weiter zur Verfügung stehen sollen, dass es aber passieren könne, dass einige Apps und Spiele ohne Facebook-Account nicht mehr funktionieren. Immerhin soll sich das VR-Profil vom Facebook-Profil unterscheiden können. Das soll den Nutzernamen und die Freundesliste beinhalten. Nutzern wird die Möglichkeit gegeben, das Oculus-Konto mit dem Facebook-Konto zu verschmelzen.

Facebook: Nutzererfahrung, Sicherheit und Datenschutz der Grund

Laut Oculus können Nutzer durch die Facebook-Verschränkung besser Freunde finden und leichter gemeinsam in VR spielen. Facebooks VR-Strategie setzt stark auf Social VR – hier unter anderem auf Horizon, das eine Art soziales Metaverse werden soll. Außerdem erklärt Oculus in der Pressemitteilung, dass durch den Wechsel auf Facebook-Konten ein höheres Maß an Sicherheit und Datenschutz garantiert werde.

Facebook sammelt Daten über die Verwendung von VR, wenn man sich mit einem Facebook-Account in der VR-Brille anmeldet. Das lässt sich auch nicht verhindern, ein „Opt-out“ ist nicht möglich. Begründet wird das mit einer verbesserten Nutzererfahrung. Allerdings plant Facebook auch, personalisierte Werbung innerhalb des Accounts anzuzeigen.

Das Unternehmen schreibt in der Mitteilung: „Diese Informationen werden auch dazu verwendet, personalisierte Inhalte, einschließlich Werbung, zu zeigen. Beispielsweise können wir Ihnen Empfehlungen für Oculus-Veranstaltungen zeigen, die Ihnen gefallen könnten, Anzeigen zu Facebook-Anwendungen und -Technologien oder Anzeigen von Entwicklern für deren VR-Anwendungen.“ Immerhin wird derzeit noch keine Werbung innerhalb der VR-Brille ausgespielt.

Diese Änderungen beinhalten auch einen Wechsel vom bisherigen Oculus Code of Conduct zu den Facebook Community Standards. Zusätzlich wird es hier bestimmte Regeln für Virtual Reality (Guide) geben.

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