Oculus Quest: 9 der 10 beliebtesten VR-Apps sind Ports

Oculus Quest: 9 der 10 beliebtesten VR-Apps sind Ports

Braucht Oculus Quest exklusive Inhalte für mehr Relevanz?

Bis zum Jahresende versprach Oculus mindestens 100 Spiele und Anwendungen im Oculus-Quest-Store. Geknackt wurde diese Marke im US-Store laut Road to VR schon jetzt. Zählt man die Apps aus Europa nach, sind es 95. So oder so: Oculus wird das Versprechen halten.

Viel interessanter als die Quantität der VR-Apps ist jedoch deren Qualität. Und hier insbesondere, wie sie von Nutzern wahrgenommen wird. Die folgende Liste zeigt die beliebtesten Bezahl-Apps nach Anzahl der Bewertungen im US-Store.

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App Bewertung US-Preis
Moss 4.855 30 $
Racket: Nx 4.823 20 $
Space Pirate Trainer 4.809 15 $
Red Matter 4.794 25 $
I Expect You To Die 4.786 25 $
SUPERHOT VR 4.745 25 $
Shadow Point 4.739 20 $
Keep Talking and Nobody Explodes 4.723 15 $
Virtual Virtual Reality 4.697 15 $
Job Simulator 4.673 20 $
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Auffällig ist, dass neun der zehn VR-Spiele auf dieser Liste Portierungen von VR-Spielen für den PC sind. Einzig der Puzzler „Shadow Point“ erschien zeitgleich für Oculus Quest und Oculus Rift und wurde grafisch für Quest optimiert, ist also, wenn man so will, eher eine Portierung von Quest zu Rift.

Das Quest-Rift-App-Dilemma

Die Liste zeigt das kleine Dilemma, in dem Oculus mit Quest und Rift steckt: Portierungen zu Oculus Rift sind für Entwickler einerseits so leicht, dass es kaum Sinn ergibt, originale Inhalte nur für Quest auf den Markt zu bringen – mit wenigen Handgriffen ist die VR-App bereit für die PC-Brille Rift. Und dort wird sie immer besser aussehen und laufen.

Umgekehrt ist der Markt für PC-VR so klein, dass VR-Entwickler dankbar sind für jeden potenziellen Neukunden. Wenn eine VR-App für den PC steht, also der Großteil der Entwicklungsarbeit schon getan ist, dann kann es sich für Entwickler lohnen, einige Wochen Zeit in eine Quest-Portierung zu investieren. Diverse Erfolgsmeldungen zu deutlich höheren Verkaufszahlen des Quest-Ports im Vergleich zur PC-Version bestätigen das.

Originale Inhalte, die es nur für Oculus Quest gibt, dürften daher die Ausnahme bleiben. Sieht man von der Mobilität der Quest-Brille ab und der standardmäßigen Kabelfreiheit, haben PC-VR-Spieler daher wenig Anlass, zur Quest-Brille zu greifen.

Ob der Mangel an exklusiven Inhalten langfristig ein Problem für Oculus Quest werden könnte, hängt davon ab, ob Facebook das selbstgesteckte Ziel erreichen kann: nämlich mit Quest den Markt um neue Kunden zu erweitern, die keinen schnellen Spiele-PC besitzen oder die maximalen Wert auf einfache Handhabung legen.

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