Magic Leap 2: Erster Eindruck und neue Bilder

Magic Leap 2: Erster Eindruck und neue Bilder

Mit Magic Leap 2 bringt das gleichnamige Unternehmen 2022 eine schlankere, leistungsfähigere AR-Brille mit weiterem Sichtfeld auf den Markt. Jetzt gibt es erste Eindrücke zum Gerät.

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Bei einem Tech-Event in Miami, fast vor Magic Leaps Haustür also, war die aktuelle Magic-Leap-Chefin Peggy Johnson zu Gast. Mit im Gepäck hatte sie einige Magic Leap 2, die Gäste des Events vor Ort testen konnten.

Deutliche Verbesserungen, aber keine fundamentalen Veränderungen?

Der Investor Chris Fralic war bei dem Event dabei und setzte Magic Leap 2 auf. Fralic gehörte laut eigenen Angaben auch zu den ersten Bestellern von Magic Leap 1 und befasst sich seit einigen Jahren mit dem Unternehmen und AR generell.

Fralic bezeichnet Magic Leap 2 als eindeutige Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell. Der Raumklang sei gut, das Sichtfeld deutlich weiter. Allerdings sei Magic Leap 2 „fundamental noch immer die gleiche Sache wie das Vorgängermodell und ähnlich wie Hololens oder Meta AR.“

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Der Investor stört sich an dem separaten Zuspieler, den man an der Schulter oder am Gürtel tragen muss. Außerdem verwirrte ihn der Controller mit seinen „vielen Knöpfen“. Trotz der Verbesserungen an Magic Leap 2 sieht Fralic die Brille eher skeptisch.

„Wir können stundenlang über die Entscheidung zum CPU-Design diskutieren (was ich wollte). Unser Ziel war es, dass möglichst wenig Gewicht auf dem Kopf lastet (die Halswirbelsäule mag kein zusätzliches Gewicht dort oben) – und dass die Rechenleistung in der Tasche/am Gürtel steckt“, kommentiert Abvoitz Fralics Einschätzung.

Ein weiterer Tester vor Ort bezeichnet die Brille als „erstaunlich“ und die gezeigte Demo „Wildfire“ als „episch“. Er lobt insbesondere das weitere Sichtfeld der Brille. Die Demo zeigt eine Simulation zur Bekämpfung von Waldbränden mit einer „tollen“ 3D-Karte.

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Von Gemini zu Apollo und ab in den Massenmarkt?

Ende Januar stellte der Magic-Leap-Ingenieur Kevin Curtis auf einer Fachkonferenz die technischen Details von Magic Leap 2 vor. Die größten Verbesserungen dürften das weitere Sichtfeld sein sowie das optische Tracking für die Controller. Das elektromagnetische Tracking des Vorgängermodells neigte zu Aussetzern, mit dem optischen Tracking könnte Magic Leap dieses Problem beseitigen.

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Das Sichtfeld der Magic Leap 2 gewinnt vor allem vertikal. | Bild:  Magic Leap | Bild: Magic Leap

Für Magic-Leap-Gründer und Ex-CEO Rony Abovitz läutet Magic Leap 2 die Gemini-Phase der AR-Brillentechnik ein. Magic Leap 1 war die Mercury-Phase, also eine Art Initialzündung auf der Reise zum Mond, die dann mit der dritten Brillengeneration in der Apollo-Phase abgeschlossen werden soll.

Das ist blumig ausgedrückt für: Magic Leap 3 oder 4 könnten in einigen Jahren gut genug für den Mainstream sein.

Obwohl Abovitz mittlerweile raus ist bei Magic Leap, sagt er mir, dass er die Apollo-Phase, also schlanke, offen gebaute AR-Brillen für alle, weiter für erreichbar hält – in verschiedenen Bauformen je nach Anwendungszweck.

Offen gebaute, schlanke AR-Brillen mit viel Rechenleistung und weitem Sichtfeld sind technisch besonders anspruchsvoll und benötigen noch viel Forschung und Entwicklung, sofern sie überhaupt jemals gebaut werden können.

Hersteller wie Meta mit Cambria, voraussichtlich Apple und angeblich auch Alphabet und Microsoft scheinen gerade umzuschwenken auf VR-Brillen mit AR-Videodurchsicht, da diese zum jetzigen Zeitpunkt einfacher und günstiger zu bauen sind bei einer höheren AR-Qualität.

Das Fernziel, das, was Abovitz als Apollo-Phase sieht, dürfte jedoch für alle Hersteller gleich sein: alltagstaugliche, schlanke Datenbrillen, die wir als Dauerdisplay auf der Nase tragen und als Smartphone-Ersatz taugen.

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