Während es um Microsofts WMR-Brillen totenstill geworden ist, soll die HP Reverb angeblich ein deutliches Upgrade erhalten. Was ist da los?

Kabetec VR-Brille

Den Marktstart für HPs Reverb VR-Brille im letzten Jahr kann man getrost als holprig bezeichnen. Eigentlich sollte die VR-Brille schon im Mai ausgeliefert werden, aber signifikante Displayfehler verhinderten das.

Im September 2019 wurde die HP Reverb dann offiziell in den Handel gebracht, zumindest in den USA. Mittlerweile kann das Headset für rund 600 € auch bei uns bestellt werden.

Scharfes Display mit Schwächen

In unserem HP Reverb-Test hat besonders das großartige Display mit 2.160 × 2.160 Bildpunkten pro Auge bei einer Bildwiederholrate von 90 Hz überzeugt: „Texte sind sehr gut lesbar, VR-Landschaften, Objekte oder virtuelle Charaktere und Gegner sind selbst weit entfernt scharf und deutlich sichtbar. VR-Pixelbrei gibt’s nicht mehr.“

Schwächen weist HPs VR-Brille beim engen Sweetspot auf. Außerhalb dieses besonders scharfen Bereichs in der jeweiligen Displaymitte wird das Bild deutlich unscharf. Insbesondere die fehlende Möglichkeit, den Augenabstand (IPD) zu justieren kann für viele Nutzer ein deutliches Problem sein.

Kommt eine Version mit vier Trackingkameras für HP Reverb?

Während die HP Reverb an den typischen Tracking-Problemen der Windows Mixed Reality-Controller leidet, ist das Raumtracking durch die beiden verbauten Frontkameras ordentlich. Ein Reddit-Nutzer behauptet nun allerdings, dass genau hier ein Upgrade zu erwarten ist, und zwar in diesem Jahr

Inwieweit Reddit-Nutzer VRMoney wirklich für eine große Firma arbeitet, die von HP mit Hardware beliefert wird, wie er in seinem Posting angibt, können wir nicht nachvollziehen. Er behauptet aber, kurz vor Weihnachten 2019 an einer Veranstaltung teilgenommen zu haben, während der HP ihre Roadmap für 2020 vorgestellt hat.

Am 17. Oktober fällt der Startschuss für Windows Mixed Reality. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Windows Mixed Reality: Veränderungen an der Hardware betreffen normalerweise alle WMR-VR-Brillen. BILD: Microsoft

Im Rahmen dieser Veranstaltung soll ihm gesagt worden sein, dass die HP Reverb ein Upgrade auf vier Trackingkameras erhalten wird. Sollte sich das bewahrheiten, wäre das ein interessanter Schritt seitens HP, denn die Spezifikationen für Windows MR-Brillen unterliegen eigentlich Microsofts Hoheit.

Geht HP eigene Wege oder ist Windows MR doch nicht tot?

Zwei Möglichkeiten sind denkbar: HP bricht aus der Windows MR-Familie aus und macht vielleicht sogar mit einer HP Reverb 2.0 ein komplett eigenes Gerät, gegebenenfalls sogar mit eigener Software.

Die andere Variante wäre, dass Microsoft Windows Mixed Reality doch noch nicht beerdigt hat und die Abwesenheit von Virtual Reality auf der kommenden Xbox Series X nur zeitlich bedingt ist.

Denn wenn die HP Reverb mit Microsofts Segen ein Update 1.5 mit zwei weiteren Trackingskameras erhält, dann werden wohl auch die anderen Windows MR-Brillen dieses Update bekommen. Ist vielleicht eine zweite Generation der Windows-VR-Brillen in Arbeit?

Immerhin hat Microsoft bestätigt, dass der kommende Flight Simulator irgendwann VR-Support erhält, was für diese Theorie sprechen könnte. Laut dem Leak auf reddit wurde von HP auf der Roadmap-Veranstaltung aber nichts darüber gesagt, inwieweit Microsoft in HPs Pläne involviert ist.

Es bleibt also abzuwarten, ob es sich dabei nur um das Wunschdenken eines VR-Enthusiasten handelt, Virtual Reality doch noch neue Unterstützung durch die Windows-Macher erhält oder ein Hardware-Riese bessere Chancen auf dem Markt wittert, wenn er sich beim Thema VR von Microsoft abspaltet.

Vielleicht erfahren wir schon nächste Woche auf der CES 2020 mehr?

Weiterlesen über Windows MR

 

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