Hololens: US-Militär bestellt 120.000 AR-Brillen

Hololens: US-Militär bestellt 120.000 AR-Brillen

Microsoft baut seine Zusammenarbeit mit dem US-Militär aus und stattet die Armee mit hochgerüsteten AR-Brillen aus.

Der Vertrag sieht vor, dass Microsoft über die nächsten zehn Jahren hinweg mehr als 120.000 AR-Brillen ans US-Militär liefert. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf knapp 22 Milliarden US-Dollar.

Er folgt auf einen Deal aus dem Jahre 2018: Damals gewann Microsoft einen Vertrag über 480 Millionen US-Dollar, um AR-Brillenprototypen fürs US-Militär zu entwickeln.

Das Ergebnis dieser Bemühungen ist eine für den Kampfeinsatz optimierte AR-Brille namens IVAS (“Integrated Visual Augmentation System”). Sie bieten neben einem verbessertem Nachtsicht- und Wärmebildmodus digitale Ziel- und Navigationshilfen sowie erweiterte Trainingsmöglichkeiten.

Vom Prototyping zur Produktion

Nach zwei Jahren des Prototypings fand im Herbst 2020 ein erster Belastungstest statt: Während einer 72-stündigen Kampfsimulation hoben die Soldaten mithilfe der AR-Brille einen Schützengraben aus. Diese und weitere Tests verliefen offenbar zufriedenstellend: In der Pressemitteilung schreibt das US-Militär, dass man jetzt zur Produktion und Ausstattung der Soldaten übergehe. Laut früheren Berichten soll schon 2021 die erste IVAS zum Einsatz kommen.

„Die IVAS-Brille, die auf Hololens und der Azure-Cloud aufbaut, bietet eine Plattform, die Soldaten sicherer und effektiver macht“, schreibt Hololens-Erfinder Alex Kipman im Microsoft-Blog. Das Unternehmen schloss Ende 2019 einen Cloud-Vertrag im Wert von zehn Milliarden US-Dollar mit dem US-Militär.

Gut für Augmented Reality

In beiden Fällen protestierten Angestellte. “Wir haben nicht eingewilligt, Waffen zu entwickeln und wollen mitbestimmen, wie unsere Arbeit genutzt wird”, hieß es in einem offenen Brief an die Unternehmensführung anlässlich des Hololens-Vertrags aus dem Jahr 2018. Die Chefetage ließ sich nicht beirren und machte klar, dass Microsoft das US-Militär unterstützen werde.

Von den ethischen Bedenken abgesehen, dürfte der milliardenschwere Vertrag die Entwicklung von AR-Brillen beschleunigen. Microsoft wird die Technologie in den nächsten zehn Jahren stetig weiterentwickeln müssen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und hat nun dank des US-Militärs ausreichend Mittel für Forschung und Entwicklung. Der milliardenschwere Vertrag macht zudem deutlich, dass man mit AR-Technologie abseits naheliegender Anwendungsszenarien wie Remote-Arbeit Geld verdienen kann.

Historisch gesehen entstanden und reiften viele Technologien zuerst beim Militär, bevor sie für zivile Zwecke interessant wurden. Beispiele sind das Internet, digitale Fotografie, Virtual Reality und GPS.

Quelle: US Army, Microsoft Blog, CNBC

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