Roborock S7 im Langzeittest: Review zur Saug- und Wischrakete

Roborock S7 im Langzeittest: Review zur Saug- und Wischrakete

Mit dem S7 bringt die chinesische Roboterstaubsaugerfirma Roborock ihr bislang fortschrittlichstes Modell auf den Markt. Ob euch der Roborock S7 von jeder Bodenputzarbeit erlöst, zeigt der mehrwöchige Langzeittest.

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Roborock S7 im Langzeittest: Review in aller Kürze

Der Roborock S7 ist ein leistungsstarker Saugroboter mit guter Wischfunktion, robuster und schneller Navigation sowie einer intuitiven Steuerung per App. Das Gerät eignet sich hervorragend, um eine gewisse Grundsauberkeit herzustellen und aufrechtzuerhalten. Wer es blitzsauber will, muss aber wie gehabt selbst Hand anlegen. Dafür reicht gerade beim Wischen der Anpressdruck des Mopp-Moduls nicht aus – der Staubsauger leistet im Vergleich bessere Arbeit, klar.

Ob man den neuen Roborock kaufen sollte, hängt auch von der Erwartung ab: Wer gerne häufiger Zwischenreinigen will ohne viel zusätzlichen Aufwand, ist mit dem S7 gut bedient. Wer dem Roboter sämtliche Putzaufgaben übergeben möchte, kann das tun, muss aber dann Abstriche bei der Reinlichkeit machen oder nachwischen. Getrocknete Flecken auf dem Küchenboden etwa bekommt der S7  nicht beseitigt.

Bedenken sollte man außerdem, das gilt jedoch für alle Robo-Saug- und Wischgeräte, dass auch mit diesen der Zeitaufwand fürs Putzen nicht magisch auf null fällt: Die Räume müssen aufgeräumt (Kabel und andere Hürden) und das Gerät an sich muss regelmäßig gereinigt und gewartet werden. Je nach Größe der Reinigungsfläche hat man in diesen zehn bis 15 Minuten schon einen Teil gesaugt und gewischt. Wer bei der Reinigung nicht in Kontakt mit Staub und Schmutz kommen will, benötigt die Absaugstation (siehe Punkt 3).

Dennoch: Eine ordentliche Zeitersparnis ist definitiv vorhanden und in Kombination mit gelegentlichen händischen Reinigungsvorgängen auch eine hohe Sauberkeit. Missen will ich den Roborock S7 jedenfalls nicht mehr im Haushalt.

Vorteile des Roborock S7

  • gut bedienbare App mit Karten- und Raumfunktion
  • starke Saug- und ordentliche Wischleistung
  • sehr leise im Wischbetrieb
  • schnelle, präzise und robuste Navigation
  • schickes Design und gute Verarbeitung
  • Software-Updates per App
  • viele Einstellmöglichkeiten für Reinigungsroutinen

Nachteile des Roborock S7

  • Staubbehälterentleerung ist eine Zumutung, die optionale Absaugstation ist teuer
  • Reinigungs- und Wartungsaufwand höher als bei normalem Staubsauger
  • Der Wischmopp ist gut für einen Roboterreiniger, ersetzt aber nicht die menschliche Putzkraft.

Reinigungsleistung

Saugleistung des Roborock S7

Vorneweg: Da mir der Vergleich zu anderen Roboterstaubsaugern noch fehlt, kann ich die Reinigungsleistung des Roborock S7 nur für sich allein gestellt beurteilen.

Die Saugeinheit des Roborock S7 bietet insgesamt vier Stufen – leise, ausbalanciert, Turbo und Max – von denen ich aber grundsätzlich nur die beiden höchsten Stufe einsetze. Die Saugleistung auf diesen beiden Stufen ist sehr gut und genügt für Alltagsschmutz.

Der meiste Schmutz fällt bei mir in der Küche an, da saugt der S7 problemlos etwa heruntergefallene Körner oder Kräuter auf. Problematisch wird’s für den Sauger, wenn der Schmutz etwas mehr am Boden klebt, etwa Haare im Bad.

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Die Hauptbürste (orange) des S7 wirbelt zusammen mit der Seitenbürse (weiß, links) den Schmutz dem Saugrohr entgegen. | Video: Roborock

Mit einer sich ständig drehenden kleinen Vollgummi-Bürste soll der Roborock diesen schwerer aufzusaugenden Schmutz erst lockern und dann einsaugen. Das klappt in der Praxis ordentlich, man sollte nur je nach Verschmutzungsgrad keine perfekte Sauberkeit erwarten. Hier muss man teils händisch nachhelfen für einen wirklich sauberen Boden.

Teppich erkennt der Roborock per Ultraschall automatisch und schaltet noch mal eine Stufe höher. So saugt er ordentlich Staub aus den Fasern, der sich hinterher im Staubbehälter zeigt. Die Teppiche zeichnet der S7 automatisch in die Reinigungs-App ein (siehe unten).

Die maximale Saugleistung gibt der Hersteller mit 2500 Pa an, das ist in etwa auf dem Niveau der Vorgängermodelle. Da die Bürste näher am Boden ist, soll er dennoch ein insgesamt besseres Reinigungsergebnis bieten. Die Saugleistung reicht aber dennoch nicht an herkömmliche Akku- oder Bodenstaubsauger (netzbetrieb) mit durchschnittlich circa 10000 bis 15000 Pa heran.

Wischleistung des Roborock S7

Während die Saugeinheit einen normalen Staubsauger gut ergänzen kann, ist es mit der Wischeinheit nicht ganz so weit her. Nicht falsch verstehen: Der Roborock S7 wischt gründlich feucht durch und schafft es dabei auch, dem Boden diesen „frisch geputzt“-Glanz zu verleihen.

Aber: Die „Sonic-Mopp-Wischfunktion“ funktioniert so, dass sie das Wischtuch in Vibration versetzt. Bis zu 3000 Bewegungen die Minute sind laut Hersteller möglich. Das ist zwar clever gelöst und sorgt wohl auch für bessere Ergebnisse als bei anderen Wischrobotern.

Dennoch ist der Druck, den der Roboter mit dem Tuch auf den Boden auslösen kann, nicht stark genug, um etwa leicht angetrocknete Flecken auf dem Küchenboden zu entfernen. Stellt euch vor, ihr würdet ein Wischtuch einfach nur sanft durch den Raum ziehen, statt wirklich zu schrubben. Dann bekommt ihr in etwa eine Vorstellung der Wischreinigungskraft des S7.

Wie zuvor erwähnt: Das ist nicht schlecht und allemal gut genug für eine Zwischenreinigung. Ergänzend zum Sauger nimmt das Tuch Staub auf, das sieht man hinterher beim Auswringen. Nur ersetzt allein die Wischfunktion nicht das gelegentliche händische Durchputzen.

Noch eine Besonderheit der Wischfunktion: Der Roborock kann den Wischmopp circa fünf Millimeter hochheben, wenn er auf einen Teppich fährt, damit er diesen nicht anfeuchtet. Das funktioniert gut bei sehr dünnen Teppichen oder Fußmatten. Bei meinem Flusenteppich mit circa 2 cm Dicke wurde der Teppich während eines Saugvorgangs leicht feucht. Hier hilft nur, den Mopp vor dem Saugen abzumontieren, was schnell gemacht ist. Ein weiterer Vorteil der Hebefunktion: Wenn der Roboter steht, hängt das Tuch nicht auf dem Boden – das schont etwa Holzböden rund um die Ladestation.

Das Wischtuch ist per Klettverschluss auf der Mopp-Platte angebracht und kann für eine manuelle Reinigung oder die Waschmaschine leicht abgenommen werden. Beliebige Tücher können aber nicht angebracht werden. Heißt: Wenn das Tuch irgendwann durch ist, muss ein neues bestellt werden (ab circa 5 Euro).

Das Wischen funktioniert bei meinen Tests mit reinem Wasser ebenso wie mit Seifenwasser, auch wenn der Hersteller letzteres nicht empfiehlt, da sich hier Blasen im Wassertank bilden können. Bei meinem mehrwöchigen Test hatte ich damit aber keine Probleme.

Wie laut ist der Roborock S7?

Der Roborock S7 ist ein leistungsstarker Staubsauger und entsprechend laut. Wenn der Robosauger auf maximaler Stufe mit bis zu 68 Dezibel unterwegs ist, mag man nicht im gleichen Raum sein. Gespräche sind nicht mehr möglich oder deutlich erschwert. Selbst im Nebenzimmer ist der Sauger noch deutlich hörbar.

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Da der Roboterstaubsauger langsamer unterwegs ist als ein Mensch, ist die Lärmbelastung insgesamt höher als bei einem herkömmlichen Staubsauger – wer etwa empfindliche Nachbarn hat oder viel im Homeoffice arbeitet, könnte sich daran stören.

Auf leiseren Stufen ist der Lärm zwar viel geringer und gut erträglich. Allerdings leidet dann auch die Saugleistung. Wenn man leiser, dafür aber länger saugt, sorgt das insgesamt nicht unbedingt für mehr Ruhe.

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Blöd: Da versperrte Türen die Kartenerstellung per App durcheinanderbringen können (siehe unten), lässt man den S7 am besten bei offener Tür operieren. Das wiederum macht die Lärmbelästigung noch etwas nerviger.

Angenehm leise hingegen ist die Wischfunktion in der „Gründlich“-Stufe, bei der das Saugmodul deaktiviert ist: Hier hört man nur die Fahrgeräusche und ein dezentes Rattern der Vibrationseinheit für den Mopp. Nur mit einem Mopp bewaffnet, kann man den S7 gut durch die Wohnung fahren lassen, während man nebenher arbeitet oder Gespräche führt.

Den Roborock S7 reinigen

Für mich der größte Schwachpunkt des Geräts: Ohne Absaugstation ist die Reinigung des Roborock S7 leider eine Zumutung. Als Hausstauballergiker mag ich besonders empfindlich sein, aber dass ich den kleinen Plastikbehälter (Fassungsvermögen: 470 ml) mit massenhaft Staub drin nicht leeren kann, ohne direkt in Kontakt mit Staub zu kommen, ist für mich ein deutlicher Minuspunkt. Häufig sitzt der Dreck so fest im Behälter, dass ich ihn sogar mit der Hand herausziehen muss. Igitt.

Die Plastikstreben machen es schwer bis unmöglich, den Behälter einfach durch Umkippen zu leeren, ohne, dass durch heftiges Rütteln viel Feinstaub in die Luft gerät. Also: Handschuhe an und den Staub rauspulen. Auch die Ansaugöffnung (im Hintergrund) müsst ihr nach jedem Durchgang händisch reinigen. | Bild: MIXED

Es ist schwer bis unmöglich, den Staubbehälter einfach auszukippen, ohne durch Rütteln viel Feinstaub zu verteilen. Häufig wird der Staub durch die Plastikstreben festgehalten und man muss wirklich daran ziehen. Also: Handschuhe an und den Staub raus pulen. Auch die Ansaugöffnung (im Hintergrund unten) müsst ihr nach jedem Durchgang händisch reinigen. | Bild: MIXED

Noch dazu muss diese Reinigung oft vorgenommen werden. In meiner circa 70 Quadratmeter großen Wohnung ist der Behälter nach spätestens einem Saugdurchgang voll – und ich bin kein maßloser Schmutzfink (subjektive Wahrheit). Beim Reinigungsaufwand und dem Prozess hat mein herkömmlicher Anti-Allergie-Staubsauger die Nase jedenfalls weit vorne.

Ein Filter voll mit Staub

Auch der Staubfilter, der auf dem Behälter sitzt, muss nach jedem Durchgang gereinigt werden. Verwendet man dafür Feuchtigkeit, muss der Filter erst eine Zeit trocknen, bevor der S7 wieder startklar ist. | Bild: MIXED | Bild: MIXED

Die zusätzlich erhältliche Absaugstation, die den Schmutz optional direkt in einen Beutel leiten kann, federt diesen Minuspunkt ab, war aber nicht Teil dieses Tests. Und mit einem zusätzlichen Preis von rund 320 Euro geht die Station gut ins Geld.

Wartung und Ersatzteile

Die sonstigen Reinigungsaufgaben am Roborock sind überschaubar und in der App dokumentiert, die euch, ähnlich wie bei der Auto-Inspektion, darauf hinweist, wenn ihr die Sensoren oder die Rollen reinigen oder Ersatzteile tauschen solltet. Insgesamt macht der Roborock S7 bei der Wartung kaum mehr Arbeit als ein herkömmlicher Staubsauger und ist recht pflegeleicht.

Die Preise für Ersatzteile, sofern diese nicht Original sein müssen, sind überschaubar. Umfangreiche Zubehörsets gibt es für 20 bis 40 Euro. Für die Hauptbürste etwa sieht Roborock eine Betriebsdauer von rund 300 Stunden vor. Bei mir dauert eine Reinigung derzeit etwa eine Stunde. Bei zwei Durchgängen pro Woche wären das 150 Wochen – also mehr als 2,5 Jahre bei einem Preis für das Originalersatzteil von circa 20 Euro. Das passt aus meiner Sicht.

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Die Reinigungs-App des Roborock S7

Den S7 scheucht ihr mit der Roborock-App durch eure Wohnung. Die ist leicht einzurichten und intuitiv bedienbar.

Nach der ersten Kartierung eurer Umgebung könnt ihr hier verschiedene Räume einrichten und Zonen, in denen der Roborock nicht saugen oder wischen soll, etwa, weil dort ein Teppich liegt oder Kabel herumfliegen. Ihr könnt mehrere Karten für unterschiedliche Etagen und virtuelle Karten anlegen. Habt ihr etwa ein offenes Wohnzimmer mit integrierter Küche, könnt ihr Raumbegrenzungen auf der Karte auch manuell einzeichnen, selbst dann, wenn keine physische Wand im Weg ist.

In der App seht ihr auch die Position des Roboters im Raum und welche Räume schon wie intensiv gereinigt wurden. Das ist besonders praktisch, wenn ihr den S7 auf Distanz in Gang setzt. Ihr könnt eine Reinigung der ganzen Fläche vorgeben oder einzelne Räume ansteuern und dabei Reinigungszyklen sowie Saug- und Wischintensität für jeden Raum in verschiedenen Stufen vorgeben.

Der Screenshot einer App mit dem Grundriss einer Wohnung.

Die Roborock-App ist einfach zu bedienen und bietet alle Funktionen, die man erwartet. Den Grundriss der Umgebung ersaugt sich der S7 eigenständig bei den ersten ein bis zwei Durchgängen und aktualisiert die Karte automatisch bei weiteren Durchgängen. | Bild: Roborock / MIXED

Bei der „Gründlich“-Einstellung wischt der S7 nur, dafür fährt er die Bahnen aber mehrfach ab. Der Roboreiniger kann zwar prinzipiell gleichzeitig saugen und wischen, die Gründlich-Option ist allerdings nur ohne Saugen verfügbar. Typischerweise lasse ich den S7 daher die Bude erst einmal saugen und anschließend gründlich durchwischen, um das maximal verfügbare Sauberkeitspotenzial auszuschöpfen.

Ein Problem machte die App leider mitunter: Wenn eine Tür verschlossen ist und der S7 so nicht wie gewohnt von Raum A nach Raum B kommt, kartiert er diesen Bereich als versperrt und verweigert bei zukünftigen Reinigungsvorgängen die Durchfahrt. Hier hilft nur, die Räume in der App zusammenzulegen und wieder zu trennen oder den S7 per Punktreinigung direkt am Türdurchgang auszutricksen – bei der Punktreinigung fährt der Roboter nämlich eine kleine Fläche im Umkreis ab, ohne auf die Karte zu schauen. Wenn der S7 dann per Punktreinigung zwischen den Räumen gewechselt ist, kann er sie anschließend auch per automatischer Navigation wieder befahren.

Jetzt die gute Nachricht: Das oben beschriebene Problem scheint mit den jüngsten Firmware-Updates für den S7 behoben worden zu sein, bislang trat es bei mir nicht mehr auf. Updates kommen regelmäßig rein, der S7 meldet sich dann zu Wort, die Installation wird über die App angestoßen. Nach wenigen Minuten ist das Gerät wieder einsatzbereit. Leider sind die Update-Beschreibungen nicht besonders aussagekräftig, der Hersteller beschreibt lieber generisch etwa „Fehler behoben“.

Verarbeitung des Roborock S7

Optik und Verarbeitung sind hochwertig und stabil. Die einzelnen Elemente wie Staub- und Wasserbehälter sowie Wischmopp sind gut zugänglich, schnell abmontiert und wieder eingesetzt.

Der Roborock S7 steht auf einem Wohnzimmerteppich, im Hintergrund sieht man unscharft TV und Lautsprecherboxen.

Das von mir getestete schwarze Modell ist recht schick, aber wegen der glänzenden Oberfläche auch ein Magnet für Staub und Flecken. Gelegentlich müsst ihr also auch den Reinigungsroboter reinigen. | Bild: MIXED

Das schwarze Modell ist schick und stört auch auf einem gut sichtbaren Akku-Parkplatz nicht groß die Raumästhetik. Der Platzverbrauch ist gering. Die glänzende schwarze Klavierlack-Optik ist allerdings anfällig für Flecken, das heißt: Gönnt dem S7 gelegentlich mal etwas Wasser von oben statt nur von unten.

Roborock S7: Technische Daten auf einen Blick

Den Roborock S7 mit Zubehör könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 24.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Hinweis: Roborock hat für diesen Test einen Roborock S7 zur Verfügung gestellt. Auf das Testergebnis hat die Firma keinen Einfluss genommen.