Qualcomms Technologie arbeitet in vielen autarken XR-Geräten. Das Unternehmen will daraus fürs 5G-Zeitalter Kapital schlagen.

Im Frühjahr 2019 stellte Qualcomm erstmals die Initiative “Boundless XR” vor, eine proprietäre WLAN-Streaming-Technologie im 60-Ghz-Netz (802.11ad) für VR-Brillen mit Snapdragon-Chip. Die Latenz fürs Streaming liegt laut Qualcomm unterhalb der kritischen Grenze von 20 Millisekunden.

Boundless XR soll das bieten, was sich viele schon von Oculus Quest gewünscht haben: einen Dual-Modus für autarke VR sowie PC-VR, je nachdem, ob man sich gerade in der Nähe eines PCs mit schnellem WLAN befindet oder unterwegs ist.

Oculus experimentiert laut Technikchef John Carmack noch mit WLAN-Streaming – ganz vom Tisch ist die Sache daher wohl nicht.

Qualcomms eigentliche Vision ist jedoch Überall-Streaming mit 5G. Doch bis das schnelle Netz gut verfügbar ist, müssen PCs noch als Zuspieler herhalten – mit oder ohne Kabel.

5G-XR-Streaming soll irgendwann den lokalen Rechner überflüssig machen. Qualcomm und Partner bereiten sich darauf vor. Bild: Zerolight

5G-XR-Streaming soll irgendwann den lokalen Rechner überflüssig machen. Qualcomm und Partner bereiten sich darauf vor. Bild: Zerolight

Im 60-Ghz-Netz wird die 5G-Zukunft simuliert

Auf einer Fachkonferenz für tragbare Technologie (EWTS) in Dallas demonstriert Qualcomm gemeinsam mit dem VR-Brillenhersteller Pico und dem auf Auto-Renderings spezialisierten Dienstleister Zerolight die eigene Drahtlostechnologie.

Mit einer VR-Brille von Pico können Besucher der Messe um ein realistisches, virtuelles Modell eines Cadillacs in Originalgröße laufen und es individualisieren.

Die Demo läuft auf einem schnellen Rechner und wird im 60-Ghz-Netz gestreamt, soll aber laut Qualcomm repräsentativ sein für die Leistung von 5G in Kombination mit Edge Computing, also der Datenverarbeitung mit geringer Latenz am Netzwerkrand.

Der US-Dienstleister Zerolight hat sich auf realistische 3D-Automodelle für die Automobilindustrie spezialisiert. Bild: Zerolight

Der US-Dienstleister Zerolight hat sich auf realistische 3D-Automodelle für die Automobilindustrie spezialisiert. Bild: Zerolight

Ein Split-Rendering-Modus lagert die besonders rechenintensiven Aufgaben auf den PC aus, während der Qualcomm-Chip in der VR-Brille das Sichtfeld des Nutzers justiert.

Diese Kombination aus dezentraler und lokaler Berechnung soll die für XR-Anwendungen geringe Latenzen garantieren bei gleicher Qualität wie bei einer rein lokalen Berechnung.

Qualcomm startet XR-Enterprise-Programm

Wann und wie Qualcomm die eigene Drahtlostechnologie im großen Stil ausrollt, ist noch nicht bekannt. Das Unternehmen startet parallel ein XR-Programm für Unternehmen, bei dem Mitglieder vorab Zugriff auf neue Qualcomm Hard- und Software, Zugang zu Insider-Wissen und Verbindungen zu möglichen Kunden bekommen sollen.

Mehr Informationen zu Qualcomms XR-Enterprise-Programm stehen hier.

Via: Zerolight, Venturebeat

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