NextVR streamt 180- und 360-Grad-Inhalte in 3D direkt in die VR-Brille. Angeblich hat Apple das Unternehmen gekauft.

Kabetec VR-Brille

Als sich 2014 der VR-Hype langsam und dann immer schneller aufbaute, nahmen sich die Gründer des 2009 gegründeten Startups “Next3D” ein Herz, benannten sich in “NextVR” um und stürzten sich mit vollem Anlauf ins VR-Streaming.

Mit Spezialkameras und selbstentwickelten Streaming-Algorithmen überträgt NextVR seitdem Events wie Konzerte oder Sporthighlights in 180- und 360-Grad live, hochauflösend und in 3D direkt in die VR-Brille. Bis 2022 sollen die Streams laut NextVR so realistisch wirken “wie das echte Leben”.

Schon früh fand das US-Unternehmen hochkarätige Kooperationspartner wie die US-Basketballliga NBA, mit der es 2020 noch zusammenarbeitet. Neben solchen Übertragungen produzierte NextVR auch eigene Format wie eine Gruselserie.

Neben Oculus Quest (Download) unterstützt NextVR die VR-Brillen Samsung Gear VR, Playstation VR, Google Daydream, Oculus Go, Oculus Rift (S), sowie via Steam HTC Vive, Valve Index und Windows-VR. Alle Download-Optionen gibt es hier auf einen Blick.

NextVR schlittert in die Krise

Wie so viele VR-Unternehmen erreichte NextVR in den Folgejahren die Marktrealität: VR-Brillen verkaufen sich schlecht, viel schlechter, als viele es erwarteten. Und das anfangs eingesammelte Investorenkapital von circa 115 Millionen US-Dollar ist endlich.

Im Januar 2019 gab NextVR bekannt, dass zahlreiche Angestellte entlassen werden mussten – angeblich 50 von rund 130. Das Team war für ein deutlich schnelleres VR-Wachstum zusammengestellt worden. Vor den Entlassungen scheiterte eine weitere Finanzierungsrunde.

“Das ist eine wirklich notwendige Maßnahme angesichts der aktuellen Marktgröße”, kommentierte CEO David Cole die Entlassungen. Der Betrieb der Streaming-Plattform wurde trotz der Entlassungen weitgehend unverändert fortgeführt.

Ist Apple der Rettungsanker?

Jetzt berichtet die Webseite 9to5 Mac, dass Apple NextVR für rund 100 Millionen US-Dollar übernehmen will. Die Übernahme soll noch nicht abgeschlossen sein, aber NextVRs Ingenieure und Entwickler sollen derzeit von einer Apple-zugehörigen Briefkastenfirma angestellt werden. Einige Angestellte seien auf einen Umzug von San Diego nach Cupertino vorbereitet worden.

Macht Apple also bald VR-Streaming? Apple-Chef Tim Cook gilt als Kritiker der VR-Brille, die Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld sozial stärker isoliert als zum Beispiel ein Monitor oder Kopfhörer. Cook setzt stattdessen voll auf Augmented Reality.

“Ich denke, AR isoliert die Menschen nicht. Wir können unsere Gespräche digital erweitern, ohne den menschlichen Kontakt zu ersetzen, was mir bei anderen Technologien zutiefst Sorge bereitet”, sagt Cook.

Apple könnte NextVR also ausschließlich wegen der proprietären 3D-Streaming-Technologie samt wirkungsvoller Kompressionsalgorithmen aufgekauft haben – und natürlich wegen der erfahrenen Streaming-Ingenieure. Die Apple-Übernahme muss nicht, aber sie könnte das Ende der NextVR-Vision für ultrarealistisches Event-Streaming bedeuten.

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