AR-Brillen-Startup Mira erhält 10 Millionen US-Dollar

AR-Brillen-Startup Mira erhält 10 Millionen US-Dollar

Mit einer Smartphone-AR-Brille will Mira Industriekunden gewinnen.

Im Juli 2017, damals war Smartphone-VR mit Google Daydream und Samsung Gear VR noch eine Sache, wollte das US-Startup Mira eben jenes Smartphone-Prinzip auf Augmented Reality anwenden. Heraus kam die Smartphone-Halterung „Prism“ für rund 100 US-Dollar.

Bei der Prism-Ankündigung schrieb ich noch: „Für gerade einmal 99 US-Dollar soll Prism einen Markt erobern, von dem noch nicht klar ist, ob er überhaupt existiert.“ Heute wissen wir: Er existiert nicht. Zumindest nicht für Verbraucher.

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Ende 2018 erkannte das auch Mira und tat das, was Magic Leap zu spät einfiel: Es fokussierte sich auf Industriekunden mit einer einfachen, pragmatischen Lösung.

Billig-AR für Unternehmen bekommt Millioneninvest

Dem Smartphone-AR-Prinzip ist Mira trotz Industriefokus nämlich treu geblieben: Die Prism Pro bleibt eine Optik-Halterung für das iPhone, die dem Brillenträger das Bild des iPhone-Displays halbtransparent in das Sichtfeld spiegelt.

Fortschrittliche AR mit Raumverständnis und 3D-Projektionen wie Microsofts Hololens 2 (5G) bietet Prism Pro nicht. Dafür ist die Halterung günstig, läuft selbst mit älteren iPhones und durch die Verbindung des Smartphones mit einer an der Halterung montierten Kamera können die wichtigsten Telepräsenz- und Fernwartungsszenarien abgedeckt werden, sodass der Brillenträger beim Arbeiten beide Hände frei hat.

Von Risikokapitalgebern erhält Mira jetzt zehn Millionen US-Dollar für die Weiterentwicklung der eigenen Angebote. Seit der Gründung 2017 wurde Mira mit insgesamt knapp 13 Millionen US-Dollar gefördert.

Aktive B2B-Kunden: Mira schlägt angeblich Magic Leap

Trotz zahlreicher Pleiten von AR-Unternehmen wie Daqri, Meta und ODG, die ebenfalls einen industriellen Fokus hatten, wähnt sich Mira in einer guten Position und schlägt bei der Kundengewinnung laut eigenen Angaben sogar das mit Milliarden US-Dollar finanzierte AR-Unternehmen Magic Leap. Das soll angeblich nur wenige tausend AR-Brillen verkauft haben.

Er wisse es zwar nicht genau, da er nicht bei Magic Leap arbeite, sagt Mira-CEO Ben Taft zu Techcrunch. Aber sein Unternehmen habe im Vergleich zu Magic Leap mehr Kunden auf der eigenen Plattform, die täglich mit Smartphone-AR arbeiten – obwohl der ungleiche Konkurrent ein Vielfaches der Mittel habe.

Natürlich hinkt der Vergleich, da Mira, anders als Magic Leap, eben nicht versucht, eine neue Technologie zu erforschen und voranzutreiben. Stattdessen wendet es pragmatisch den Teil an, der erprobt ist, technisch funktioniert und in Unternehmen akzeptiert ist.

Titelbild: Mira

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