Kommentar

Diese Woche habe ich eine neue VR-Mod für Grand Theft Auto V ausprobiert. Damit kann man eines der größten und erfolgreichsten Spiele aller Zeiten zum ersten Mal komplett in Virtual Reality erleben – aus der Perspektive der Protagonisten und sogar während der Zwischensequenzen. Tolle VR-Erfahrung?

Da ich all die Jahre versäumt hatte, GTA V zu spielen, freute ich mich umso mehr auf meinen VR-Trip nach Los Santos. Schließlich wirkt fast jedes Spiel noch besser in VR als auf einem Bildschirm, finde ich.

Doch bevor es losgehen konnte, musste ich mich durch die Installation kämpfen. Zum Glück gibt es Youtube-Videos, die mir diese erleichtern.

Ich starte GTA V im Monitormodus und passe die Einstellungen so an, dass das Spiel später in VR richtig dargestellt wird. Danach entpacke ich die Mod in den Installationsordner, fummele an den Steam-Einstellungen des Spiels herum, konfiguriere die VR-Mod mit einer BAT-Datei, stelle den richtigen Audiokanal für meine VR-Brille ein, setze mir das Gerät auf und … starte endlich das Spiel.

Nichts für empfindliche Mägen

Bis mir einfällt, dass die Mod keine VR-Controller unterstützt. Ich hole die Brille wieder herunter, suche mein Xbox-Gamepad und kopple es mit dem PC. Ich brille mich erneut ein und starte das Spiel zum zweiten Mal.

Doch bereits die Intro-Zwischensequenz verdirbt mir den Spaß – und den Magen. Meine Perspektive springt wild zwischen Außenansicht und Blickperspektive und die Kamera bewegt sich von selbst, ohne dass ich den Kopf drehe.

Später im Spiel kann ich mich nur fließend um die eigene Achse bewegen, eine schrittweise Drehung unterstützt die Mod nicht. Die ungewöhnlich schlechte Performance trägt dazu bei, dass mir flau im Magen wird. Ich setze die VR-Brille ab und lasse mir das Spiel nach nur einer Stunde Spielzeit zurückerstatten.

Die Realität des VR-Markts

Nun will ich auf keinen Fall die Leistung des Mod-Entwicklers Luke Ross schmälern. Er hat sich zweifellos Mühe gegeben und GTA V wahrscheinlich so VR-tauglich gemacht, wie es ihm seine Werkzeuge erlaubten.

Davon abgesehen ist es keine triviale Aufgabe, ein komplexes Monitorspiel wie GTA V in Virtual Reality zu übertragen. Das gilt selbst für große Studios, die vollen Zugriff auf den Programmcode haben: Die halbgaren Portierungen von Skyrim (Test) und Fallout 4 (Tests) zeigen das.

Trotzdem finden sie dankbare Abnehmer unter VR-Enthusiasten und das aus gutem Grund: VR-Spiele von großem und allergrößtem Format sind noch immer Mangelware.

Daran wird, wie mein MIXED-Kollege Ben schrieb, auch Half-Life: Alyx (Info-Guide) nichts ändern. Virtual Reality brauche viele, gute, reichhaltige Spiele, die nahe an dem sind, was man schon vom Monitor kennt.

VR-Portierungen wären die naheliegendste Lösung und doch scheuen die meisten Studios den Aufwand, weil der Markt schlicht zu klein ist.

Hoffen auf die Zukunft

Ausnahmen wie Resident Evil 7 und Hellblade: Senua’s Sacrifice bestätigen die Regel und zeigen zugleich, dass es anders geht – und dass man für ein erstklassiges VR-Gaming-Erlebnis Spiele nicht neu erfinden muss.

Ich freue mich auf den Tag, an dem ich entscheiden kann, ob ich Spiele vom Kaliber eines Assassin’s Creed: Odyssey, Red Dead Redemption 2 oder Cyberpunk 2077 auf einem Monitor oder in Virtual Reality spielen will und Modder sich auf Finessen konzentrieren können, anstatt jene Arbeit leisten zu müssen, die große Studios derzeit nicht machen.

Wer die VR-Mod für Grand Theft Auto V ausprobieren möchte, findet sie bei Github. Die Installationsanleitung des Entwicklers steht hier. Im folgenden Video des Youtube-Kanals Virtual Reality Oasis wird die Installation Schritt für Schritt erklärt.

Titelbild: Virtual Reality Oasis (Screenshot)

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