Mixed-Reality-Bergtour: Mit VR-Brille die Kletterwand hoch

Mixed-Reality-Bergtour: Mit VR-Brille die Kletterwand hoch

Im Verkehrshaus Luzern eröffnete diese Woche eine VR-Attraktion, die es Besuchern erlaubt, virtuell das Matterhorn zu besteigen – unter vollem Körpereinsatz.

Das knapp 4.500 Meter hohe Matterhorn ist längst nicht der höchste, aber einer der gefährlichsten Berge der Welt. Mehr als 500 Bergsteiger sollen seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Schweizer Koloss unterschätzt und dabei tödlich verunglückt sein.

Wer sich den beschwerlichen Weg zum Gipfel nicht zutraut, kann ab sofort virtuell und (fast) völlig ungefährlich aufs Matterhorn steigen. Im Verkehrshaus Luzern eröffnete diese Woche die VR-Attraktion „Red Bull The Edge – Matterhorn VR“, das den Aufstieg als Klettererlebnis in Virtual Reality inszeniert.

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Die erste „richtige“ VR-Klettersimulation

Nach einem Video-Briefing legen Besucher in einem Vorraum Kletterausrüstung und reichlich VR-Equipment an. Dazu gehören eine Valve Index (Test), ein Rucksack-PC von HP sowie Tracker für Hände und Füße. Danach geht es eine 4,5 Meter hohe Kletterwand hoch, die sich in der Virtual Reality in einen schwindelerregenden Felsen verwandelt.

Red Bull The Edge

In einem Vorraum bereitet man sich auf den virtuellen Aufstieg vor. | Bild: Red Bull / HP

Die Idee zur VR-Klettersimulation hatte die Genfer Filmproduktionsfirma Garidi. Red Bull Switzerland und das Verkehrshaus Luzern halfen bei der Umsetzung. Grundlage der VR-Erfahrung bildete ein aufwendiger 3D-Photogrammetrie-Scan des Matterhorns, der 14.000 Quadratkilometer Bergfläche abdeckt.

Die US-Digitalagentur X Studios verwandelte das Material in eine interaktive VR-Umgebung, die Hände und Füße präzise erfasst und in die Virtual Reality überträgt. Neben der physischen Klettererfahrung sorgen künstlicher Wind und Vibrationen für zusätzlichen Nervenkitzel. Seil und Klettergurt sorgen für Sicherheit.

Für Kletterunwillige gibt es einen VR-Film

Wer es bis auf den Gipfel schafft, erlebt ein atemberaubendes Panorama und sieht den Mont Blanc, Grande Paradiso, die Berner Alpen und das Mattertal vor sich, kurz vor Einbruch einer virtuellen Nacht.

Zusätzlich zur Klettersimulation gibt es für weniger Sportliche den 360-Grad-Film „Matterhorn VR“ zu sehen, in dem Zuschauer an der Seite des Bergsteigers und VR-Filmers Jonathan Griffin, des Athleten Jérémie Heitz und des Bergführers Sam Anthamatten den mythischen Schweizer Berg besteigen.

Der Eintritt kostet umgerechnet circa 22 Euro, Studierende unter 26 Jahren zahlen 17 Euro. Die VR-Erfahrung ist für Besucher ab einer Mindestkörpergröße von 1,40 Metern und Mindestalter von 12 Jahren ausgelegt. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite.

Für zu Hause empfehlen wir VR-Nutzern die PC-VR-Erfahrung Everest VR (Test) sowie den VR-Film Everest VR: Journey to the Top of the World (Test). An letzterem wirkte ebenfalls Jonathan Griffin mit. Klettern üben kann man außerdem in Cryteks VR-Spiel The Climb 2.

Titelbild: Red Bull / HP

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