The Twilight Zone VR im Test: Surrealer Stealth-Horror für Quest 2

The Twilight Zone VR im Test: Surrealer Stealth-Horror für Quest 2

Im Quest-2-Store lauert ein VR-Spiel, das so mysteriös wirkt wie das Serienvorbild. Im Test bringe ich Licht ins Dunkel von The Twilight Zone VR.

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Ist The Twilight Zone VR für Meta Quest 2 ein vollwertiges Horrorspiel? Oder eine VR-Erfahrung wie im Freizeitpark, in der ich nur kurz herumspaziere? Nach einem Abstecher in die ersten zwei der insgesamt drei Geschichten, kann ich eine Antwort geben. Die Wahrheit liegt in der Mitte – mit Episoden, die jeweils grob eine Dreiviertelstunde unterhalten.

Es gibt ein paar Schleichtouren wie in Jurassic World Aftermath, bei denen ich mit dem Funkgerät in der Hand vor einem Antagonisten durch schmale Gänge fliehe. Anderswo erinnert das Krabbeln durch enge Tunnels an Boneworks, während ich in der Endzeitkulisse auf aufdringliche Gegner schieße. Ein wichtiger Punkt ist, dass all das in mundgerechten Häppchen aufbereitet wird, passend zur Serienvorlage mit seinen surrealen Kurzgeschichten.

The Twilight Zone VR im Test – Review in aller Kürze

Ein abendfüllendes VR-Spiel könnt ihr von The Twilight Zone VR nicht erwarten. Die drei schleichlastigen Horror-Kurzgeschichten fangen die surreale Stimmung des Vorbilds aber ordentlich ein, passend zum Budget-Preis von 19,99 Euro.

The Twilight Zone VR ist für dich geeignet, wenn

  • du surreale Kurzgeschichten magst,
  • du in wenig Zeit möglichst viel erleben möchtest,
  • und auch in einer kurzen Erfahrung ordentliche Spielmechaniken erwartest.

The Twilight Zone VR ist nicht für dich geeignet, wenn

  • du ein vollwertiges Horrorspiel mit komplexen Rätseln suchst
  • und dich die trashig inszenierte Erzählung stört.

Kapitel 1: Schleichtouren für die Meta Quest 2

Story 1 ist eine Hommage an A Christmas Carol von Charles Dickens. Die Parabel versetzt mich in die Rolle eines herzlosen Videospielstudio-Chefs. Die Unmenschlichkeit seiner Unternehmensführung wird mir während der Schleichtour mit der Holzhammer-Methode nähergebracht. Je weiter ich durch Büro und Parkhaus fliehe, desto mehr fatale Vorwürfe offenbaren sich.

Die spielerische Umsetzung ist passend zur Häppchengröße deutlich schlichter geraten als im eingangs erwähnten Jurassic World Aftermath oder in Wraith: The Oblivion – Afterlife. Mit der Funzel an der Weste kauere ich unter dem Schreibtisch, lenke den Verfolger mit einer geworfenen Dose ab und lasse mich über Funk zu einigen Schlüsselkarten geleiten.

Mein übernatürlicher Widersacher ist zwar kein Intelligenzbolzen, durchkreuzt mir aber verhältnismäßig unterhaltsam den Weg. Das coole Intro und die meist professionelle englische Synchronisation schaffen einen schön inszenierten Rahmen.

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Zwischendurch sorgen die schlichte Erzählstruktur und einige unscharfe Texturen zwar für eine trashige Atmosphäre. Das passt aber zum übernatürlichen Flair der 1959 gestarteten CBS-Serie, die oft auf einfache Weise mit bizarren Szenarien spielt.

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Man sieht einen Videochat im dunklen Überstunden-Büro.

Im ersten Kapitel haben Überstunden noch fatalere Folgen als im realen Leben. | Bild: Fun Train

Kapitel 2: Endzeithitze

Die Schießereien in der Endzeitkulisse des zweiten Kapitels sind noch deutlich schlichter gestrickt als die Schleicheinlagen im ersten Kapitel. Wer hätte gedacht, dass die Monster der Zukunft nach einem Treffer einfach in Rauchwolken zerplatzen? Auch dort habe ich aber kurzzeitig Spaß daran, mir den Schutzanzug überzustreifen, mich der sengenden Sonne zu stellen und ein junges Familienmitglied zu suchen.

Dabei müssen ebenfalls kleine Rätsel gelöst und Objekte gefunden werden. Nur so gelange ich aus dem Bunker, um die Story voranzutreiben. In der kommt Großbritannien trotz des Abgangs von Boris Johnson nicht zur Ruhe. Denn der neue Premierminister hat eine Sonde in die Sonne schießen lassen. Infolgedessen dehnt sich unser Wärmestern gewaltig aus. Das Ergebnis lässt heutige Hitzewellen wie Grillpartys wirken.

In Kapitel 3 muss ein Science-Fiction-Autor enträtseln, warum er ausgerechnet auf einem Alien-Schiff gelandet ist.

Schreckhafte Naturen können übrigens bedenkenlos zugreifen: Von kleinen Schockmomenten abgesehen, habe ich mich nie wirklich erschreckt. Das Spiel baut eher auf den makaberen Mystery-Faktor der Serie.

Für empfindliche Mägen bietet Twilight Zone VR Feineinstellungen fürs Laufen und stufenweise Drehungen. Ich empfand das Spiel stets als komfortabel.

Hinter dem Spiel steckt übrigens der Entwickler Pocket Money Games, der für viele selbst ein Mysterium sein dürfte. Das bisher bekannteste Projekt war die Mitwirkung an der Quest-Umsetzung von Superhot VR. Publisher Fun Train veröffentlichte etwa das trashig-selbstironische Tarzan VR und hat The Exorcist Legion VR in Planung.