Jurassic World Aftermath Test: VR-Spiel mit Biss für Oculus Quest (2)

Jurassic World Aftermath Test: VR-Spiel mit Biss für Oculus Quest (2)

Ihr mögt Versteckenspielen mit blutrünstigen Urzeitechsen? Dann könnte euch Jurassic World Aftermath gefallen.

Die Handlung spielt zwischen den Kinofilmen Jurassic World und Jurassic World: Das gefallene Königreich. Ihr schlüpft in die Rolle eines Hackers und Schmugglers namens Sam, der auf dem Weg zur berühmt-berüchtigten Dino-Insel Isla Nublar ist.

Eure Aufgabe: Wertvolle Forschungsergebnisse aus den Ruinen der Parkanlage stehlen. Der Plan geht natürlich schief: Euer Flugzeug stürzt ausgerechnet inmitten der Forschungseinrichtung ab und ihr müsst, umzingelt von Dinosauriern, lebend wieder in die Zivilisation zurückfinden.

Unterstützt werdet ihr per Funk von einer ehemaligen Forscherin des Parks namens Mia Everett. Sie kennt sich in der Forschungsanlage aus, begleitet euch auf Schritt und Tritt und hat ganz eigene Pläne. Während man sich durch die Einrichtung kämpft, lernt man ihren Hintergrund und die Geschichte des Dinoparks kennen.

Wehrlosigkeit erleben

Jurassic World Aftermath ist ein Abenteuerspiel, in dem man die zerstörte Parkanlage erkunden, Computer hacken und wertvolle Forschung bergen muss.

Das alles wäre nur halb so spannend, wenn nicht hinter jeder Ecke ein Raptor lauern würde. Die Schleichpassagen, die einen Großteil des Spiels ausmachen, sind spannend umgesetzt: Die Urzeiträuber patrouillieren durch die Räume und man muss ständig auf der Hut sein, wenn man überleben will. Entsprechend viel Zeit verbringt man im Kriechen und Kauern und damit, bang um Ecken zu kucken.

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Das Spiel bietet stimmige Cel-Shading-Grafik. | Bild: Coatsink

Dank einer Spezialfähigkeit kann man aus einigen Metern Entfernung elektronische Geräte wie Lautsprecher und Fernseher anschalten. Der entstehende Lärm lenkt die Dinos für einige Sekunden ab. Das ist das auch schon das einzige Hilfsmittel. Wehren kann man sich nicht: Man bleibt entweder unentdeckt – oder wird gefressen.

Doofe Dinos

Leider sind die Raptoren nicht ganz so intelligent, wie man erwarten dürfte. Wird man entdeckt und findet in letzter Sekunde in einem Luftschacht oder Schrank Rettung, verlieren die Biester nach einigen Augenblick das Interesse und laufen davon, als wäre nichts geschehen. Noch unglaubwürdiger ist es, wenn sie nicht einmal versuchen, einem durch Luftschächte zu folgen, die eigentlich groß genug für sie sein müssten.

Solche Momente kann man dem Spiel verzeihen, denn die meiste Zeit funktioniert das virtuelle Versteckspiel sehr gut und sorgt für Hochspannung. Manchmal fünf bis zehn Minuten lang, die sich doppelt so lang anfühlen.

Die Schleichpassagen wechseln sich ab mit ruhigeren Abschnitten, in denen man unbehelligt die Anlage erkundet, wichtige Objekte sucht oder Mia zuhört. Dies sorgt für Abwechslung und verhindert, dass sich die Schleichmechanik und Spannung abnutzt.

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Es gibt Abschnitte, in denen Jurassic World Aftermath zu einem Horrorspiel mutiert. | Bild: Coatsink

Wenig Artenvielfalt

Die Umgebung und Aufgaben sind streng linear und dank einer gelungenen Navigation weiß man immer, wo man als Nächstes hin muss. Hierbei geht es darum, grundlegende Funktionen der Anlage wie die Kommunikation zur Außenwelt, die Stromversorgung  und Computerzugriff wiederherzustellen.

Während dieser Missionen trifft man leider nur auf wenige Arten von Dinos. Meistens hat man es mit Raptoren zu tun. Eine kurze, wenn auch spannende Nebenrolle spielen die giftspuckenden Dilophosaurier, die schon im ersten Film vorkamen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Die VR-Implementierung samt Handinteraktionen ist einwandfrei. Teleportation wird nicht unterstützt, dafür gibt es in den Optionen eine vorbildliche Vielfalt an Einstellmöglichkeiten für die virtuelle Fortbewegung. Jurassic World Aftermath kann im Stehen und Sitzen gespielt werden. Kriechen und in die Hocke gehen lässt sich wahlweise per Knopfdruck.

Hollywood-Atmosphäre

Technisch gibt es nicht zu bemängeln. Für die Grafik haben die Entwickler auf einen Cel-Shading-Look gesetzt, der sich gar nicht erst um Fotorealismus bemüht, dafür wunderbar stimmig ist und absolut flüssig läuft auf einer Oculus Quest 2 (Test). Das Spiel gefällt außerdem durch seine teils in Echtzeit berechneten Schatteneffekte, die man so nur selten in Quest-Spielen gesehen hat.

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Das Spiel glänzt durch seine Schatteneffekte. | Bild: Coatsink

Auch auf Seiten der Musik und des Sounds trumpft Jurassic World Aftermath auf. Der hollywoodreife Soundtrack untermalt die Stimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen und die Dinosaurier-Geräusche sind klasse umgesetzt: Am dumpfen Stampfen kann man stets ausmachen, wie nahe sich ein Raptor befindet.

Was den Spielumfang betrifft, ist Jurassic World etwas kurz geraten. Wer das Spiel zum jetzigen Zeitpunkt kauft, erhält nur zwei Drittel des Spiels, wird mitten in der Handlung unterbrochen und wird auf einen DLC vertröstet, der irgendwann in 2021 erscheint.

Fazit: Gute Unterhaltung, aber wo bleibt der Rest?

Man merkt, dass Jurassic World: Aftermath von einem erfahrenen VR-Studio entwickelt wurde. Es handelt sich um ein atmosphärisch dichtes Abenteuerspiel, das bei Grafikstil und VR-Umsetzung die Handschrift von Coatsinks letztem großem Titel Shadow Point trägt. Wer diesen Titel mochte, gerne schleicht und sich gruselt und Dinos mag, wird Gefallen an Jurassic World Aftermath finden.

Bahnbrechende VR-Innovationen bietet das Spiel zwar nicht, dafür fließt es wunderbar und unterhält drei bis vier Stunden auf durchaus hohem Niveau. Ob diese Spielzeit reicht, um den Kaufpreis zu rechtfertigen, muss jeder selbst entscheiden. Abseits der Kampagne gibt es keine weiteren Inhalte und großen Wiederspielwert hat der Titel nicht.

Enttäuschend ist, dass Coatsink nur zwei Drittel des Spiels abliefert und Käufer für den Rest wohl erneut zur Kasse bitten wird.

Jurassic World Aftermath wird euch gefallen, wenn ihr …

  • die Filmreihe mögt,
  • filmreife Spannung sucht und
  • gerne in VR schleicht.

Jurassic World Aftermath wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • schwache Nerven habt,
  • viel Umfang erwartet und
  • Cel-Shading-Grafik nicht sehen könnt.

Jurassic World Aftermath könnt ihr hier kaufen:

Unterstützte Geräte Plattform Preis
Oculus Quest, Oculus Quest 2 Quest Store 21,99 Euro

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Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

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