Das Snapchat-Unternehmen Snap übernimmt den Displayhersteller Waveoptics für mehr als 500 Millionen US-Dollar. Es ist die bislang größte Übernahme-Investition von Snap überhaupt – das unterstreicht, wie stark das  Unternehmen auf die AR-Zukunft setzt.

Auf der eigenen Entwicklerkonferenz SPS 2021 rückt Snap Augmented Reality in den Fokus, stellte unter anderem neue AR-Mehrspieler-Spiele vor und die erste vollwertige AR-Brille: Sie hat in einem recht kompakten Gehäuse Display und Recheneinheit integriert und kann in Echtzeit digitale 3D-Objekte in die Umgebung integrieren – ähnlich wie beispielsweise Microsofts Hololens oder Nreal Light (Test).

Jetzt gibt Snap die Übernahme des AR-Display-Spezialisten Waveoptics bekannt. Das britische Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von kompakten, hochwertigen Wellenleiter-Displays spezialisiert, wie sie für AR-Brillen benötigt werden.

Die rund 125 Angestellten von Waveoptics werden Teil von Snaps Hardware-Abteilung. Snap bezahlt den Übernahmepreis stufenweise mit Aktienpaketen und in Bar. Waveoptics soll die bisherigen Geschäfte für andere Kunden vorerst wie geplant fortsetzen.

Snapchat: Mega-Invest in AR-Zukunft - 500 Millionen US-Dollar

Mit Waveoptics’ AR-Display können digitale Inhalte in die Realität eingeblendet werden. Der größte Nachteil der Technologie ist aktuell noch das enge Sichtfeld von nur rund 28 Grad. Durch die engen Displayränder wirkt es so, als schaue man auf einen Bildschirm und nicht in eine digital-reale Sci-Fi-Welt voller Hologramme. | Bild: Snap

Snap wettet auf Brillen-AR

Die Bildschirme in Snaps aktueller AR-Entwicklerbrille kommen von Waveoptics. Durch die Übernahme von Waveoptics für mehr als 500 Millionen US-Dollar dürfte Snap auch in Zukunft auf Wellenleitertechnik setzen – und hat offensichtlich Pläne, die Brillentechnologie konsequent weiterzuentwickeln.

Das wiederum ist keine Überraschung: Snap-Chef Evan Spiegel bezeichnet sein Unternehmen gerne als Kamera- und nicht etwa als Social-Media-Unternehmen. Das lässt tief blicken, denn die Kamera steht hier stellvertretend für Computer-Vision-Technologie, also Verfahren, um die reale und digitale Welt visuell näher zusammenzubringen, beispielsweise durch 3D-Scanning oder Objekterkennung – Augmented Reality eben.

Mit der Snapchat-App hat Snap im AR-Bereich bereits eine Vorreiterrolle inne. Eine ausgereifte Brillentechnologie könnte die Snapchat-Welt aus dem engen Smartphone-Gefängnis befreien und die digitalen Inhalte allgegenwärtig in den analogen Alltag integrieren.

Das ist Spiegels große Vision. 2018 bezeichnete er AR in einer internen geleakten Memo als “große, riskante Wette”, mit der Snap das eigene Unternehmen und Computertechnologie insgesamt transformieren und ein neues Computerzeitalter anführen könne.

Snaps neueste AR-Brille wird nicht offiziell verkauft. Stattdessen gibt Snap das Gerät an Programmierer und Kreative aus, die Ideen entwickeln sollen für neue Arten von Apps und Erzählformaten. Ziel ist es, nützliche und unterhaltsame Inhalte am Start zu haben, wenn die Brillentechnologie eines Tages reif sein sollte für den Massenmarkt.

Quelle: The Verge

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