Spectacles: Das ist Snaps erste AR-Brille

Spectacles: Das ist Snaps erste AR-Brille

Snap stellt seine erste vollwertige AR-Brille vor. Sie bietet viel Technik auf engstem Raum und richtet sich ausschließlich an Entwickler.

Die Brille setzt auf moderne Wellenleitertechnik und hat für jedes Auge ein entsprechendes Display verbaut, was einen 3D-Effekt ermöglicht. Die Auflösung beträgt allerdings nur 480 mal 564 Bildpunkte pro Auge, was weit unter dem Industriestandard ist.

Dank einer erstaunlich hohen Leuchtdichte von bis zu 2.000 nits kann man die AR-Brille in Innen- und Außenräumen verwenden. Letzteres dürfte Snap sehr wichtig gewesen sein. Zum Vergleich: Hololens 2 schafft gerade mal 500 nits. Die Latenz der Displays beträgt gute 15 Millisekunden.

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Das diagonale Sichtfeld ist mit 26,3 Grad recht schmal, selbst für Wellenleiterverhältnisse. Hololens 2 und Magic Leap 1 bieten mit der gleichen Darstellungstechnik ein doppelt so großes Sichtfeld. Dafür bietet die neue Spectacles einen erstaunlich kompakten Formfaktor verglichen zur Konkurrenz. Sie sieht aus wie eine (wuchtige) Sonnenbrille und wiegt 134 Gramm. Magic Leap 1 bringt 316 Gramm und Hololens 2 566 Gramm auf die Waage.

Neue Spectacles: Fokus auf Entwickler

Die Displays werden von dem etwas älteren Qualcomm Snapdragon XR1 befeuert, was für den primären Anwendungszweck der AR-Brille aber ausreichen sollte. Die Brille hat außerdem zwei RGB-Kameras, vier Mikrofone und zwei Stereo-Lautsprecher verbaut. Der Akku ist der Schwachpunkt des Wearables: Nach einer halben Stunde muss die AR-Brille wieder im mitgelieferten Spezial-Etui geladen werden.

Für das räumliche Tracking nutzt Spectacles die Snaps Spatial Engine und kann Hände, Marker und Oberflächen erkennen. Über ein am Bügel befindliches Touchpad starten Nutzer das Linsenkarussell und wählen den gewünschten AR-Filter. Alternativ kann man auch mit Sprachbefehlen Linsen aufrufen oder einen Scan starten, der relevante Linsen basierend auf der Umgebung vorschlägt. Außerdem ist es möglich, zehnsekündige Videos aufzunehmen und diese anschließend direkt ins Sichtfeld zu projizieren.

Die AR-Brille unterstützt eine drahtlose Verbindung zu Snaps AR-Bearbeitungsprogramm Lens Studio, was die AR-Entwicklung und das Testen von Linsen bedeutend erleichtert.

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Viel Technik auf engstem Raum: Snaps neue AR-Brille. | Bild: Snap

Nur ein Zwischenschritt für Snap

Die neue Spectacles ist schon die vierte Brilleniteration für Snap und stellt den bislang größten technischen Sprung dar, da es sich bei den älteren drei Wearables um reine Kamerabrillen ohne AR-Display und 3D-Tracking handelt. Dennoch wird die AR-Brille, anders als die früheren Geräte, nicht an Endverbraucher verkauft, was angesichts des Entwicklerfokus und der stark eingeschränkten Funktionalität auch Sinn ergibt.

Für Snap ist das Gerät Machbarkeitsbeweis und Experimentierfeld zugleich und nur ein Zwischenschritt auf dem langen Weg zu einer massentauglichen AR-Brille, deren Technologie erst noch erfunden werden muss. Das Unternehmen testet die Geräte derzeit mit einer Reihe von AR-Entwicklern, um Feedback für die nächste Generation Spectacles zu sammeln, die ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen dürfte.

Quelle: Snap Newsroom, Titelbild: Snap

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