Wellenleiterspezialist Digilens stellt ein Referenzdesign vor, das die Entwicklung massentauglicher AR-Brillen beschleunigen soll.

Digilens entwickelt seit 18 Jahren Wellenleiterdisplays. Wellenleiter gelten als derzeit vielversprechendste Display-Technologie für AR-Brillen, da sie einen vergleichsweise kompakten Brillenformfaktor sowie ein klares und helles Bild ohne künstlich abgedunkelte Linsen ermöglichen. Sie haben jedoch auch Nachteile, nämlich ein relativ schmales Sichtfeld von circa 50 Grad. Das gilt auch für Digilens Referenzgerät mit dem Namen “Design v1”.

Die autarke AR-Brille läuft auf Basis eines Snapdragon XR2 und stellt 1.280 mal 720 Punkte pro Auge dar bei einer Sichtfeldweite von 50 Grad (diagonal). Sie besteht aus drei leicht zusammensetzbaren Modulen: dem Brillenrahmen, der Recheneinheit, Batterien und Sensoren integriert hat, der Wellenleiter-Optik und dem Display-Modul, das aus einem Display und einer Lichtquelle zusammengesetzt ist.

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Die technischen Komponenten der Design V1. | Bild: Digilens

Die Modularität ist beabsichtigt: AR-Brillenhersteller können so je nach Anwendungsszenario gezielt einzelne Module verbessern oder auswechseln, um zum Beispiel ein weiteres Sichtfeld oder ein helleres Bild zu erreichen. Digilens’ Ziel ist, eine Blaupause für massenmarkttaugliche AR-Brillen zu liefern. Das Ziel ist, mit ausgewählten Herstellern zusammenarbeiten, um das Referenzdesign an dessen Bedürfnisse anzupassen.

Erster Test: Gutes Display, starker Formfaktor

Ben Lang von Road to VR durfte Digilens besuchen und die Technologie des Unternehmens vor Ort ausprobieren. Einer der AR-Brillen erreichte eine Leuchtdichte von 3.000 Nits, was dem dreifachen Wert eines herkömmlichen Smartphones entspricht. Selbst im hellen Tageslicht und gegen den blauen Himmel gehalten, konnte Lang die AR-Grafik klar erkennen. Design v1 erreiche diese Helligkeit aber noch nicht.

Lang wurden eine Handvoll Demos mit dem Referenzdesign gezeigt: ein 3D-Film, eine Fernassistenz-App, bei der ein “Einsatzleiter” via Frontkamera sehen konnte, was der Brillenträger sieht, während dieser selbst einen Videostream des Einsatzleiters digital eingeblendet bekam, sowie ein digitales Sonnensystem, die das räumliche Tracking des Referenzdesigns demonstrieren sollte.

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Bei Digilens soll man die Augen des AR-Brillenträgers besser erkennen als beispielsweise bei Hololens 2. | Bild: Digilens

Besonders beeindruckt hat Lang der Formfaktor, der im Vergleich zur Hololens 2 und Magic Leap deutlicher schmaler ausfällt und dies bereits im Referenzdesign, das noch nicht auf Kompaktheit, Ergonomie und Aussehen hin optimiert ist. Der Redakteur glaubt, dass Digilens’ Wellenleiter Grundlage einer AR-Brille werden könnte, die diesen Namen verdient.

Ein weiterer Vorteil der Technologie sei, dass man die Augen des Brillenträgers hinter den Displays weitaus besser sehe. Laut Digilens fällt das Leuchten vier Mal geringer aus als bei Hololens 2, wie obiges Bild zeigt.

Digilens will Design v1 ab Ende Juni 2021 ausgewählten Partnern zur Verfügung stellen.

Quelle: Road to VR, Titelbild: Digilens

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