Snap AR-Brille: Entwickler zeigen erste Demos

Snap AR-Brille: Entwickler zeigen erste Demos

Im Mai stellte Snap die erste vollwertige Spectacles AR-Brille vor. Entwickler experimentieren mit dem neuen Gerät und zeigen erste Demos.

Die ersten Spectacles-Brillen waren noch reine Kamerabrillen, deren Aufnahmen erst am Smartphone um AR-Elemente erweitert wurden. Die neueste Spectacles-Version hingegen hat sämtliche AR-Technik im Gehäuse verbaut samt eines Displays und ist somit eine vollwertige AR-Brille – vergleichbar mit Hololens oder Magic Leap 1.

Zwar ist das diagonale Sichtfeld mit rund 26 Grad recht schmal und das Bild ist mit geringen 480 mal 564 Bildpunkten pro Auge aufgelöst. Dafür ist Spectacles AR mit nur 134 Gramm deutlich leichter als Hololens 2 oder Magic Leap, mit rund 2.000 nits viel heller als Hololens 2 (500 nits) und kann daher gut draußen benutzt werden.

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Spectacles 2021: Zuerst für Entwickler und Kreative

Noch ist Spectacles AR ein Prototyp, der nicht an jedermann verkauft wird. Seit der Vorstellung im Mai verschickt Snap die Brille an Kreative und Entwickler. Die zeigen jetzt nach und nach ihre ersten Demos und Konzepte, die mit Snaps Entwicklungssoftware Lens Studio umgesetzt werden.

Wie bei anderen AR-Brillen sind die Demo-Aufnahmen nicht repräsentativ für das Seherlebnis, da sie auf dem Gerät gerendert und nicht durch die Linsen gefilmt werden. Sie sollen dem realen Seherlebnis aber nahe kommen.

Alle Demos wären natürlich auch mit Smartphone-AR möglich, allerdings sind Nutzungskomfort und Immersion mit Brille höher, da man nicht ständig sein Smartphone vor sich halten muss und so die Hände frei hat.

AR-Demos: Münzen sammeln, Essen wählen, Tanzen lernen

In der folgenden Demo hat ein Entwickler eine Art Mario-Kart-Kurs im echten Leben nachgebaut, bei der man auf einer vorgegebenen Lauf- oder Fahrstrecke digitale Münzen einsammeln kann.

Beim Restaurant-Besuch mit AR-Brille könnte man sich die geschriebene Menükarte sparen. Stattdessen gibt’s die einzelnen Gerichte in der digitalen Vorschau.

Eine Entwicklerin bringt ein kleines Wohnzimmerkonzert auf den Teppichboden. Ein anderer zeigt, was man beim Bananen-Einkauf im Supermarkt digital erleben könnte.

Bei YouTube stellt Spectacles einige Entwickler-Ideen ins Schlaglicht. Der Entwickler Michael French etwa hat sich ein 3D-Puzzle-Spiel ausgedacht, bei dem die Perspektive auf die Puzzle-Box entscheidend ist. Ähnliche Spielideen gibt es auch für VR – technisch auf höherem Niveau – aber bei Snaps AR-Brille hat man dafür noch die Umgebung im Blick.

„Dance Helper“ von der AR-Entwicklerin Kat V. Harris hält genau das, was der Name verspricht: Passend zu einem Song bekommt man die richtigen Tanzschritte auf den Boden projiziert, wenn man nach unten schaut.

Experimente gibt es auch mit interaktiver AR-Kunst: Matthew Hallberg hat eine 3D-Mal-Anwendung entwickelt mit interaktiven Pinseln, die Nutzer audiovisuell durch die Umgebung leiten können.

Für Snap ist die erste AR-Spectacles ein Experimentierfeld und ein Machbarkeitsnachweis. Für Endanwender wird das Gerät daher wohl nicht kommen.

Sehr wohl glaubt Snap-Gründer Evan Spiegel aber, dass ähnliche, fortschrittlichere Brillen zukünftig den Alltag prägen könnten. Bislang agierte Snap bei der Prototypenentwicklung schnell, eine neue Generation AR-Spectacles dürfte also in nicht allzu weiter Ferne liegen.

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