Project Aria: FCC-Antrag von Facebooks Sensorbrille aufgetaucht

Project Aria: FCC-Antrag von Facebooks Sensorbrille aufgetaucht

Mit Project Aria erforscht Facebook wichtige Grundlagen für die AR-Brillen der Zukunft. Für ein entsprechendes Forschungsgerät ist jetzt ein FCC-Antrag aufgetaucht.

Project Aria wurde im September 2020 auf der Facebook Connect enthüllt. Das Unternehmen zeigte eine mit Sensoren vollgestopfte Brille ohne Display. Das Gerät sei weder Produkt, noch der Prototyp, sondern ein Forschungsgerät, das egozentrische Datensätze sammelt. Damit sind Informationen gemeint, die aus der menschlichen Perspektive registriert werden.

Anhand dieser Datensätze will Facebook herausfinden, welche Informationen AR-Brillen über die Umgebung sammeln müssen, um intelligente Funktionen zu bieten. Entsprechende Geräte sollen eines Tages in der Lage, Objekte zu erkennen und Situationen einzuordnen sowie eine 3D-Karte der Umgebung zu erstellen, in der sie sich punktgenau verorten können.

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Auf diese Weise soll eine digitale Kopie der Welt entstehen, die Facebook Live Maps nennt (siehe auch AR-Cloud). AR-Brillen könnten mit Hilfe von Live Maps digitale Information mit Orten und Objekten verknüpfen und auf diese Weise das Internet und die physische Welt zusammenführen.

Laut Facebook sollten noch im September erste Tester mit der Sensorbrille auf die Straße geschickt werden, gut erkennbar an Facebook-Shirts. Project Aria ist darüber hinaus ein Versuch, die Öffentlichkeit für AR-Brillen zu sensibilisieren. Die gesammelten Daten sollen automatisch anonymisiert werden.

Project Aria: Geheimnisvoller FCC-Antrag fliegt auf

Nun ist ein FCC-Antrag für das namenlose Project Aria-Forschungsgerät aufgetaucht. Die US-Behörde hat die Aufgabe, elektronische Geräte auf Konformität mit Strahlschutznormen zu prüfen. Da Zulassungen meist ganz gegen Ende einer Produktentwicklung beantragt werden, deuten FCC-Anträge meist auf einen unmittelbar bevorstehenden Marktstart oder öffentliche Nutzung hin. Für die Sensorbrille dürfte Letzteres gelten.

Antragsteller ist nicht etwa Facebook, sondern eine Strohfirma namens „Gnome Tarn LLC“. Gnome Tarn ist der Name eines Sees in der Umgebung von Seattle. Wer Oculus kennt, weiß, dass die Forscher Prototypen traditionsgemäß nach Orten benennen.

Auf den geheimnisvollen FCC-Antrag aufmerksam wurde die Webseite Protocol, der Techjournalist Sean Hollister identifizierte die FCC-Zeichnung als Facebooks Sensorbrille.

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Die Zeichnung zeigt die Brillenbügel des Project Aria-Forschungsgeräts. | Bild: Facebook / FCC

2021 erscheint die erste Facebook-Brille

Viele neue Details zum Forschungsgerät verrät der Zulassungsantrag nicht. Dass die Sensorbrille via Bluetooth, Wi-Fi und GPS-Antennen mit der Außenwelt kommuniziert, wusste man bereits. Facebooks XR-Forschungsleiter gab darüber hinaus schon einen detaillierten Einblick in die Sensortechnik der Brille, wie man dem Video unten entnehmen kann.

Der FCC-Antrag könnte bedeuten, dass die Project Aria-Testphase noch nicht begonnen hat, aber unmittelbar bevorsteht.

Parallel zu diesem Forschungsprojekt wird Facebook dieses Jahr eine erste Datenbrille unter dem Ray Ban-Banner auf den Markt bringen. Partner ist der italienisch-französische Brillenhersteller EssilorLuxottica. Über die Brille ist derzeit nicht viel bekannt: Sie soll einen Fokus auf Form statt aufwendige AR-Technik und kein Display integriert haben.

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