Facebooks Zukunftsvision für Augmented Reality ist umfassend. Vorab braucht’s jedoch viel digitale Kärrnerarbeit.

Bei der sechsten Ausgabe der Oculus-Connect-Entwicklerkonferenz stellte Facebooks XR-Chef Andrew Bosworth die langfristige Vision für Facebooks AR-Strategie vor: “Live Maps”, ein digitaler Zwilling der Realität, durch den digitale Informationen realen Orten zugeordnet werden können, sowie – irgendwan in der Zukunft – mal eine AR-Brille.

Technisch fundiert waren Bosworths AR-Ausführungen nicht, wahrscheinlich, weil der Technologie-Pfad für dieses Mixed-Reality-Mammutprojekt auch für Facebook nicht eindeutig ist.

Facebooks digitaler Zwilling für die Realität ist noch weit entfernt. Bild: Facebook

Facebooks digitaler Zwilling für die Realität ist noch weit entfernt. Bild: Facebook

Matt Hanson arbeitet bei Facebook als Produktmanager an der AR-Entwicklungsplattform “SparkAR”. “Wenn wir an die Zukunft von Augmented Reality denken, dann denken wir an eine digitale Ebene voller Inhalte, die nahtlos in unsere Umgebung eingebettet sind”, sagt Hanson bei einer Entwickler-Session. “Die Welt ist eine Bühne, die für dich individualisiert ist.”

So ähnlich klang das auch bei Bosworth. Hanson geht aber einen Schritt zurück: Noch existiere eine Lücke zwischen dieser Zukunftsvision und dem aktuellen Stand der Technologie. Eine umfassende Mixed-Reality-Welt entstehe nicht über Nacht. Auch der Weg zu einer AR-Brille sei noch unklar.

AR-Brille bauen: It's complicated. Bild: Facebook

AR-Brille bauen: It’s complicated. Bild: Facebook

Orte, Gesichter, Produkte

Dennoch existieren laut Hanson schon sinnvolle Anwendungsszenarien für Augmented Reality mit dem Smartphone. Digitale Kontextinformationen und Grafiken seien zum Beispiel bei Orten sinnvoll, fürs Shopping oder für Lernanwendungen.

“Museen sind ein toller Ort, um digitale Informationen in die echte Welt einzubetten. Jedes Kunstwerk hat eine eigene Geschichte, das man so erzählen kann”, sagt Hanson. In London kooperiert Facebook mit dem Tate Museum für eine Augmented-Reality-Ausstellung.

Beispiele für AR-Shopping direkt bei Facebook: Sonnenbrillen, Möbel, Schminke. Bild: Facebook

Beispiele für AR-Shopping direkt bei Facebook: Sonnenbrillen, Möbel, Schminke. Bild: Facebook

Laut Hanson laufen die AR-Gesichtsfilter bei Instagram (siehe Titelbild) hervorragend: Man sehe eine gute Wechselwirkung zwischen den Kreativen, die die Filter erstellen, und den Nutzern, die sie verbreiten. Insgesamt hätten seit dem Start der SparkAR-Plattform 2017 eine Milliarde Menschen mit AR-Inhalten auf den Facebook-Plattformen interagiert.

Bald sollen mit SparkAR auch Shopping-Erlebnisse umgesetzt werden können. Shopping mit AR-Vorabansicht kann laut Hanson die Kaufentscheidung besser absichern und so die Rücksendequote verringern sowie auf das Vertrauen in eine Marke einzahlen.

“Wenn das Produkt, das geliefert wird, das ist, das man erwartet hat, dann gewinnen alle”, sagt Hanson.

Beispiele für Produkte, die von AR-Shopping profitieren können, sind laut Hanson Brillen, Möbel oder Schminke. Weitere Anwendungsbeispiele für Smartphone-AR sollen folgen.

Titelbild: Facebook

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