Oculus-Verkaufsstopp: Quest international ausverkauft

Es stellt sich heraus, dass Facebooks Oculus-Brillen-Verkaufsstopp in Deutschland im internationalen Vergleich zunächst keinen großen Unterschied macht. Das wirft umso mehr Fragen auf.
Vor rund einer Woche kündigte Facebook an, in Deutschland zeitweise keine Oculus-Brillen mehr verkaufen zu wollen. Zu den konkreten Gründen äußert sich der Konzern nicht, allein Gespräche mit deutschen Behörden werden genannt: Eine Information, die ohne den Gesprächsanlass keine ist.
Noch dazu wussten potenziell in Frage kommende Behörden zum Zeitpunkt der Ankündigung nichts von Facebooks freiwilligem Verkaufsstopp. Die ganze Angelegenheit ist also höchst ungewöhnlich und ich kann nur ein politisch motiviertes Manöver dahinter vermuten.
Oculus-Pause in Deutschland: Marketing-Trick wäre Nonsens
Oculus Quest ist auch international nicht mehr lieferbar

Oculus Quest ist international nicht mehr lieferbar, weil eine neue Quest-Version in den Startlöchern steht. Weshalb benötigte Facebook für Deutschland eine gesonderte Verkaufsstopp-Meldung? | Bild: Road to VR
In diesem Kontext ein Bonbon: Ausgerechnet bei Amazon Deutschland ist die 128 Gigabyte-Version der Oculus Quest (Test) ab Lager lieferbar - Facebook-frei bis 2023 und 15 Euro unter Normalpreis.
[amazon box="B07R3N7BTB"]Weshalb also musste Facebook für den deutschen Markt einen gesonderten Verkaufsstopp ankündigen, anstatt, wie es in anderen Ländern der Fall ist, die VR-Brillen einfach aus den Regalen verschwinden zu lassen? Es existieren verschiedene Möglichkeiten.
Ob der Verkaufsstopp ernst ist, zeigt die Facebook Connect
Entweder hatte Facebook die Oculus-Lager in Deutschland tatsächlich besonders voll und wollte etwas Zusatz-PR, hat sich aber bei der Wirkung der Botschaft, wie beschrieben, gründlich vertan.
Oder Facebook wollte den Wechsel von einem Oculus-Gerät auf das nächste nutzen, um etwas Bonuspunkte beim Bundeskartellamt einzufahren in Hinblick auf eine aktuell laufende Verhandlung zur Datenvermischung aus verschiedenen Facebook-Services - allerdings wäre auch dieses Vorgehen zumindest blauäugig.
Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass Facebook einem kurzfristigen Intervenieren deutscher Behörden zur Facebook-Account-Kopplung zuvorkommen wollte, um mit der neuen Quest-Brille sauber zu starten. Die benötigt nämlich von Anfang an einen Facebook-Account.
Ob die Sache ernster ist als eine der zuvor genannten Optionen, dürften wir Mitte September erfahren: Dann soll auf der Facebook Connect die neue Oculus Quest angekündigt werden - auch für den deutschen Markt?
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